mini|Stolpersteine der Familie Liebermann, Konstanz mini|Stolperstein, der an die zerstörte Synagoge erinnert

Die Liste der Stolpersteine in Konstanz führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine in der Stadt Konstanz auf. Bis Mai 2026 wurden in Konstanz 306 Stolpersteine und eine Stolperschwelle verlegt, dazu noch zwei Stolpersteine in Kreuzlingen und einer in Tägerwilen.

In Konstanz stand eine Synagoge, die nach Plänen des Konstanzer Architekten und Stadtbaumeisters Karl Holzmann erbaut und am 28. September 1883 im Beisein zahlreicher Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und der christlichen Kirchen feierlich eingeweiht wurde. In der Nacht zum 1. November 1936 legten Brandstifter Feuer im Innern der Kirche. Es kam zu beträchtlichen Sachschäden, doch hatte die Feuerwehr das Allerschlimmste verhindern können. Zwar gab es laut Kriminalsekretär Tscheulin umfangreiche Ermittlungen, Täter wurden jedoch keine überführt. Zwei Jahre später wurde die Synagoge im Zuge des Novemberpogroms von SS-Männern in Brand gesteckt und der Feuerwehr verboten, den Brand zu löschen. Um die Zerstörung zu beschleunigen und zu intensivieren, sprengte die SS die Synagoge und plünderte den Kirchenschatz. Auf höchste Anweisung hin wurde nicht gegen Brandstifter und Diebe ermittelt. Die Brandstiftung, die Zerstörung und Plünderung der Synagoge blieb ungesühnt. Am 10. November 2019 wurde die neue Synagoge in der Sigismundstraße 8 eröffnet.

In der Grundeinstellung ist die Liste nach den Adressen in alphanumerischer Abfolge angeordnet. Außerdem ist sie nach den Nachnamen in der Spalte zusätzliche Informationen sortierbar. Ausführliche Beschreibungen der Einzelschicksalen sind, falls vorhanden, über die verlinkten Namen zu erreichen oder über die Einzelnachweise in den biografischen Informationen, die zur Seite der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ führen. Von dieser Initiative stammen auch drei Stolpersteine in der Schweiz, die in der folgenden Liste nicht erscheinen. Es handelt sich um zwei Steine in Kreuzlingen und einen Stein in Tägerwilen.

Liste Bild Inschrift Standort zusätzliche Informationen 120px Hier wohnteWilhelm KleissleJg. 1889Zeuge Jehovasverhaftet 1937Gefängnis Konstanz1939 DachauKZ Mauthausentot 23.4.1940 Ackertorweg 10 Biografische Informationen Wilhelm Kleissle arbeitete bis zum Ersten Weltkrieg in der Schweiz als Friseur, später als Schreiner. Er gehörte seit 1923 den Zeugen Jehovas an, für die er in der Schweiz missionarisch tätig war. Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Anna war er am Schriftenschmuggel aus der Schweiz beteiligt. Im März 1937 wurde er verhaftet und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Konstanz in „Schutzhaft“ verbüßte. Danach wurde er von der Gestapo weiterhin in sogenannter „Überhaft“ in Schutzhaft behalten. Im Mai 1939 erfolgte die Überführung ins KZ Dachau, von dort kam er im September ins KZ Mauthausen, wo er am 23. April 1940 starb.Er war seit 1921 mit Anna Kleissle (geb. Rost) verheiratet. Mit ihr hatte er vier Kinder, Anna, Friedrich, Ruth und Lothar. Der Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteHermann DreherJg. 1887Zeuge Jehovasverhaftet 1936Gefängnis Freiburg1940 SachsenhausenDachauBuchenwaldbefreit Alemannenstr. 9150px , 1887–1956Biografische Informationen Hermann DreherDer Stolperstein wurde am 3. Mai 2017 verlegt. 120px Hier wohnteEduard FrankJg. 1873Opfer des PogromsVerhaftet 10.11.1938Gefängnis Konstanztot 27.11.1938 Altmannstr. 4150px Biografische Informationen Eduard Frank wurde am 25. Mai 1873 in Konstanz geboren. Er machte in Konstanz Abitur, studierte in Freiburg Jura, und arbeitete danach als Rechtsanwalt in Konstanz. Er war einer von neun jüdischen Rechtsanwälten in Konstanz. Mit dem Berufsverbot für Rechtsanwälte 1933 durfte er nicht weiter arbeiten. In der Pogromnacht in Konstanz vom 9./10.11.1938 wurde er verhaftet und ins Gefängnis Konstanz in der Wallgutstraße eingeliefert, wo er am 27.11.1938 im Gefängnis Konstanz unter ungeklärten Umständen starb.Er war seit 4.8.1924 mit Hermine Frank (geb. Sulger) verheiratet. Sie hatten zwei Kinder: Hermines Tochter Gerda, die er adoptierte, und einen gemeinsamen Sohn, Lother (7.3.1925–17.3.1964). Der Stolperstein wurde am 17. März 2008 verlegt. 120px Hier wohnteLothar FrankJg. 1925Flucht 1939 mit HilfeHollandRückkehr 1941Mit Hilfe überlebt , gest. 1964 in KonstanzBiografische Informationen Lothar Frank Der Stolperstein wurde am 25. September 2020 verlegt. 120px Hier wohntePius MoserJg. 1883Widerstand / KPDverhaftet 1937 und 1944"WehrkraftzersetzungGefängnis Konstanzbefreit Am Berg 9 (Dettingen),früher: „Haus 51“ , gest. am 16.09.1960 in DettingenBiografische Informationen Pius Moser Der Stolperstein wurde am 1. November 2019 verlegt. 120px Hier wohnteWilhelm SchroffJg. 1883im Widerstand/SPDverhaftet 1944Aktion 'Gitter'Natzweiler-StruthofDachau, Mauthausenentlassen 27.10.1944 Amalienstr. 4 Biografische Informationen Wilhelm Schroff wurde am 11.3.1883 in Konstanz geboren. Er arbeitete nach der Volksschule bei der Reichsbahn. Politisch engagierte er sich sozialdemokratisch; von 1922 bis 1930 war Wilhelm Schroff für die SPD im Konstanzer Bürgerausschuss. Am 22.8.1944 wurde er im Rahmen der „Aktion Gitter“ verhaftet und ohne Gerichtsverhandlung als politischer Häftling in „Schutzhaft“ ins KZ Natzweiler eingeliefert. Von dort wurde er am 6.9.1944 in das KZ Dachau überstellt, eine Woche später in das KZ Mauthausen. Am 27.10.1944 wurde er freigelassen und kehrte nach Konstanz zurück. Er starb am 22.3.1959 in Konstanz.Er war verheiratet mit Elise Schroff (geb. Schiess). Sie hatten vier Kinder, Else, Klara, Erwin und Albert. Der Stolperstein wurde am 13. September 2015 verlegt. 120px Hier wohnteJosefine RenkerJg. 1889eingewiesen 1931Heil- und PflegeanstaltReichenau'verlegt' 27.6.1940Grafeneckermordet 27.6.1940Aktion T4 Bachgasse 8 Biografische Informationen Josefine Renker (geb. Schlegel) wurde am 13.2.1889 in Konstanz geboren. Am 2.7.1931 wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Reichenau eingewiesen, weil sie geistig nicht mehr zurechnungsfähig sei. Als Ende 1939 die Aktion T4 begann, wurde ihr ihre Aufenthaltsdauer von neun Jahren zum Verhängnis. Am 27.6.1940 wurde sie zusammen mit 74 weiteren Frauen in den Grauen Bussen nach Grafeneck deportiert und am selben Tag dort vergast und eingeäschert. Offiziell hieß es, sie wäre an Tuberkulose gestorben.Sie war verheiratet mit Karl Leo Renker (geb. 31.8.1891), sie hatten zwei Kinder, Ernst Josef (geb. 10.7.1924) und Karl Johann (geb. 22.8.1928). Der Stolperstein wurde am 8. September 2013 verlegt. 120px Hier wohnteAnna LuiseMeissnergeb. HeppJg. 1902Zeugin Jehovasverhaftet 1935 und 1936Gefängnis Gotteszell1939 Ravensbrückermordet 15.5.1942 Badgasse 5 Biografische Informationen Anna Luise MeissnerDer Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteCharlotte Blochgeb. LazarusJg. 1848deportiert 1940Gurstot 17.11.1940 Bahnhofsplatz 4ehem. Hotel Victoria150px Biografische Informationen Charlotte Bloch (geb. Lazarus) wurde am 9. Juni 1848 in Jüchen geboren. Nach dem Tod ihres Mannes 1900 wohnte sie weiter in der gemeinsamen Wohnung, bis ihr 1939 aufgrund des Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden gekündigt wurde. Am 6. März 1940 musste sie in das „Judenhaus“ in der Saarlandstr. 25, heute Bodanstr., umziehen. Von dort wurde sie am 22.10.1940 im Alter von 92 Jahren als älteste Jüdin nach Gurs deportiert, wo sie am 17.11.1940 starb. Angegebene Todesursache war Altersschwäche.Sie war verheiratet mit dem Immobilienhändler und Bankier Berthold Bloch (geb. 26.5.1841–4.10.1900). Sie hatten keine Kinder. Der Stolperstein wurde am 3. Mai 2017 verlegt. 120px Hier wohnteJulie MannJg. 1870deportiert 1940Gursüberlebt Bahnhofstr. 5 Biografische Informationen Julie Mann (geb. Frank) wurde am 2. Dezember 1870 in Konstanz geboren. 1939 mussten sie und ihr Mann Max aufgrund der judenfeindlichen Politik ihr Haus verkaufen, behielten dort aber weiterhin Wohnrecht. Das Ehepaar Mann gehörte zu den 108 Konstanzer Juden, die am 22.10.1940 verhaftet und mit einem Personenzug nach Gurs deportiert wurden. Später waren sie in Récébédon und Noé inhaftiert. Im Lager erkrankte Julie Mann an Ruhr; das Ehepaar wäre verhungert, wären sie nicht mit Lebensmittelpaketen von der Familie Spiegel in Kreuzlingen versorgt worden. 1942, als Häftlinge nach Auschwitz deportiert wurden, wurden ältere Häftlinge wie das Ehepaar Mann auf Betreiben des Erzbischofs von Lyon in privaten Heimen untergebracht. Zwischen 1943 und 1946 lebten sie in Armenhäusern in Dié und Romans-sur-Isère, danach bis 1951 im Altenheim „Maison St. Jacques“ in Aix-les-Bains, wo Max Mann am 12.4.1950 verstarb. Julie Mann kehrte 1951 nach Konstanz zurück. Sie verzichtete gegen eine Leibrente auf die Rückgabe ihres Hauses. Sie starb am 15.8.1957 in Konstanz.Sie war verheiratet mit Max Mann (17.6.1866–12.4.1950). Das Ehepaar hatte keine Kinder. Der Stolperstein wurde am 18. Mai 2012 verlegt. 120px Hier wohnteMax MannJg. 1866deportiert 1940Gursüberlebt Biografische Informationen Max Mann wurde am 17. Juni 1866 in Hürben (Krumbach) geboren. Er war Inhaber einer kleinen Privatbank, bis er diese 1919 an seinen bisherigen Handlungsbevollmächtigten Hugo Weber übergab. Die Bank ging 1926 bankrott. 1939 mussten er und seine Frau Julie aufgrund der judenfeindlichen Politik ihr Haus verkaufen, behielten dort aber weiterhin Wohnrecht. Das Ehepaar Mann gehörte zu den 108 Konstanzer Juden, die am 22.10.1940 verhaftet und mit einem Personenzug nach Gurs deportiert wurden. Später waren sie in Récébédon und Noé inhaftiert. Im Lager erkrankte Julie Mann an Ruhr; das Ehepaar wäre verhungert, wären sie nicht mit Lebensmittelpaketen von der Familie Spiegel in Kreuzlingen versorgt worden. 1942, als Häftlinge nach Auschwitz deportiert wurden, wurden ältere Häftlinge wie das Ehepaar Mann auf Betreiben des Erzbischofs von Lyon in privaten Heimen untergebracht. Zwischen 1943 und 1946 lebten sie in Armenhäusern in Dié und Romans-sur-Isère, danach bis 1951 im Altenheim „Maison St. Jacques“ in Aix-les-Bains, wo er am 12.4.1950 verstarb.Er war verheiratet mit Julie Mann (2.12.1870–15.8.1957). Das Ehepaar hatte keine Kinder. Der Stolperstein wurde am 18. Mai 2012 verlegt. 120px Hier wohnteEmanuel LevingerJg. 1865Flucht 1939EnglandUSA Bahnhofstr. 10150px150px , gest. am 27. 03.1949 in New YorkBiografische Informationen Emanuel LevingerDer Stolperstein wurde am 3. Juli 2016 verlegt. 120px Hier wohnteHelene Levingergeb. GeismarJg. 1880Flucht 1939EnglandUSA , gest. am 24.2.1973 in Naharija, IsraelBiografische Informationen Helene LevingerDer Stolperstein wurde am 3. Juli 2016 verlegt. 120px Hier wohnteBetty SpiegelJg. 1886deportiert 1940Gursermordet 6.9.1942Auschwitz Bahnhofstr. 12 Biografische Informationen Betty SpiegelDer Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteHelmut SpiegelJg. 1909deportiert 1940Gursermordet inAuschwitz Biografische Informationen Helmut SpiegelDer Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteLeopold SpiegelJg. 1876verhaftet 1938Dachaudeportiert 1940Gursermordet 6.9.1942Auschwitz Biografische Informationen Leopold SpiegelDer Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteMargot SpiegelJg. 1914Flucht 1937USAüberlebt Biografische Informationen Margot SpiegelDer Stolperstein wurde am 22. Mai 2009 verlegt. 120px Hier wohnteFerdinand ObergfellJg. 1889Verhaftet 1935 und 1939Vorbereitung zum‘Hochverrat’tot an Haftfolgen16.5.1945Zuchthaus Brandenburg Bärlappweg 7150px Biografische Informationen Ferdinand ObergfellDer Stolperstein wurde am 4. Oktober 2007 verlegt. 120px Hier wohnteMaria ObergfellJg. 1920Verhaftet 4.10.1939„Rundfunkverbrechen“Gefängnis KonstanzEntlassen 21.11.1940 , gest. 2015, KonstanzBiografische Informationen Maria Obergfell