Der Dschengisch Tschokusu; ; in China: Tomur Feng (); auch: Pik Pobedy bzw. Pik Pobeda ( für „Sieges-Gipfel“ in Anlehnung an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg), ist mit der höchste Berg im Tian Shan und auch der höchste Berg Kirgisistans.

Lage Außerdem wird er oft als „der nördlichste Siebentausender der Welt“ bezeichnet. Geografisch exakt ist das jedoch der nördlicher gelegene Khan Tengri (), der als 7000er anerkannt ist, obwohl er ohne seine Eiskappe nur 6995 Meter misst.

Der Dschengisch Tschokusu ist vergletschert und liegt auf der Grenze zwischen Kirgisistan und der Volksrepublik China, östlich des Sees Yssyk-Köl, ca. 15 km südlich des zweithöchsten Gipfels im Tian Shan, des Khan Tengri, der bis 1944 für den höchsten Gipfel im Tian Shan gehalten wurde. Die chinesische Hälfte des Berges liegt im Kreis Aksu Konaxeher des Regierungsbezirks Aksu im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang und wird vom Tomur-Naturreservat dominiert. An der Nordflanke strömt der Swjosdotschka-Gletscher (), ein Tributärgletscher des Südlichen Engiltschek-Gletschers. An der Südostflanke erstreckt sich der Westliche Tschong-Terek-Gletscher, an der Südwestflanke der Östliche Temirsugletscher.

Besteigungsgeschichte Die Erstbesteigung erfolgte wahrscheinlich 1956 durch eine Mannschaft von Witali Abalakow. Es ist nicht auszuschließen, dass bereits am 19. September 1938 Leonid Gutman, Jewgeni Iwanow und Alexander Sidorenko auf dem Gipfel standen. Allerdings verschätzten sie sich um über 500 m und glaubten, sich auf nur 6930 m Höhe zu befinden.Kay Tschersich: Kirgistan, Terskej-Alatau-Traverse von Kyzyl Suu nach Ak Suu, Trekking im Tienschan (= OutdoorHandbuch. Band 151). Conrad Stein Verlag, Welver 2005, ISBN 3-89392-551-1, S. 14. Die erste Winterbesteigung gelang am 2. Februar 1990 einem internationalen Team. Waleri Chrischtschaty, Sergei Bogomolow, Gennadi Bogomolow, Sergei Owtscharenko und Gennadi Michailow erreichten den Gipfel.American Alpine Journal, 1991, Band 33, Seite 71f. (online) Anatoli Bukrejew hatte zuvor auf einer Höhe von 7400 Metern umkehren müssen. Die zweite Winterbesteigung glückte einem kirgisischen Team am 8. Februar 2017.

Der Berg ist einer der fünf auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR liegenden Siebentausender-Gipfel. Der Schneeleopard-Orden wurde an die Bergsteiger verliehen, die alle fünf Gipfel bezwungen haben.

Nebengipfel Auf dem Bergkamm des Dschengisch Tschokusu befinden sich mehrere Nebengipfel:

4,2 km westlich des Hauptgipfels liegt der Pik (Jawaharlal) Nehru (oder Neru; , ), benannt nach dem indischen Ministerpräsidenten Jawaharlal Nehru.

2,5 km westlich vom Hauptgipfel liegt der Pik Wascha-Pschawela (oder Westgipfel, ), benannt nach dem georgischen Schriftsteller und Naturphilosophen Wascha-Pschawela.

Der Ostgipfel ( , Schartenhöhe 362 m) des Dschengisch Tschokusu befindet sich 4,65 km östlich vom Hauptgipfel. An dessen Nordostgrat fällt der Gebirgszug zum hohen Tschong-Terek-Pass ab. Dort liegt der östliche Endpunkt des Kokschaal-Tau.

Nachdem auf dem bis dahin unbegangenen Nordostgrat 1955 unterhalb des Ostgipfels elf Alpinisten aus Kasachstan in einem Unwetter ums Leben gekommen waren, gelang 1958 im Rahmen einer von Igor Jerochin geleiteten Expedition über diesen Grat die Erstbesteigung des Ostgipfels, wobei Jerochin mit drei weiteren Alpinisten noch den Grat zum Hauptgipfel beging und auf der Abalakow-Route abstieg, womit das Quartett die erste Überschreitung des Hauptgipfels schaffte. Über die Expedition von 1958 berichtet ausführlich das Buch „Gipfelsieg im Himmelsgebirge“ von Vladimir Vujta (Leipzig 1964), einem von vier an der Expedition beteiligten Bergsteigern aus der Tschechoslowakei, wobei der Ostgipfel damals noch für einen Siebentausender gehalten wurde. Zur Akklimatisierung hatte Jerochins Mannschaft vorher den östlichen Nachbargipfel, den Pik der Militärtopographen (6873 m), erstzubesteigen versucht, allerdings, wie sich später herausstellte, nicht den Hauptgipfel, sondern nur den geringfügig niedrigeren Westgipfel (6816 m) erreicht.

Karten Blatt 0/15 Khan Tengri – Tien Shan, Kyrgyzstan, Alpenvereinskarte 1:100.000

Weblinks

Dschengisch Tschokusu auf summitpost (englisch) Aufstiegsrouten bei summitpost.org

Tödliches Drama auf 7.439 Metern Höhe (August 2025)

Einzelnachweise

Kategorie:Berg im Tian Shan Kategorie:Kakschaaltoo Kategorie:Grenze zwischen China und Kirgisistan Kategorie:Geographie (Oblus Yssyk-Köl)