Karl Schlösser (* 2. Juni 1857 in Mannheim; † 8. August 1925 in SchaftlachKösener Corpslisten 1960, 109/608.) war ein deutscher Augenarzt, Hochschullehrer und Kunstsammler.
Leben Schlösser wuchs in München auf, wo sich sein Vater, der PartikulierAdreßbuch München 1874 Ludwig Schlösser, niedergelassen hatte. 1876 legte er das Abitur am Münchner Maximiliansgymnasium ab, unter anderem mit Rudolf von Hößlin, Gustav von Schoch, Carl Seitz und Ludwig Wüllner.Jahresbericht über das K. Maximilians-Gymnasium in München für das Schuljahr 1875/76 Anschließend studierte er Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Georg-August-Universität Göttingen. In München wurde er 1877 Mitglied des Corps Isaria. In Göttingen schloss er sich 1879 dem Corps Hannovera an.Kösener Corpslisten 1960, 42/727. 1882 erhielt er die ärztliche Approbation. 1883 wurde er in München zum Dr. med. promoviert. Anschließend arbeitete er als Assistent von August von Rothmund an der Münchner Universitätsaugenklinik, wo er sich 1887 im Fachbereich Ophthalmologie habilitierte.Habilitationsschrift: Experimentelle Studie über traumatische Katarakt. Zunächst als Privatdozent lehrend, wurde er 1900 zum außerordentlichen Professor der Ludwig-Maximilians-Universität berufenhttps://epub.ub.uni-muenchen.de/10956/1/pvz_lmu_1921_22_wise.pdf und begründete in München eine private Augenheilanstalt, die zu den größeren Einrichtungen dieser Art gehörte. 1914/1195 war er als Oberstabsarzt bei der Etappeninspektion der II. Armee der bayerischen Kriegslazarett-Abteilung eingesetzt und wurde mit dem Militärverdienstorden IV. Klasse mit Krone und Schwertern ausgezeichnet.https://core.ac.uk/download/pdf/12170418.pdf Er starb auf seinem Landsitz „Allgäuhaus“ bei Schaftlach in Oberbayern.
Zu seinem wissenschaftlichen Arbeitsgebiet zählten Arbeiten über den Star, punktförmige Hornhautentzündung, Anwendung von Quecksilberoxid in der Augenheilkunde, Messung der Pupillenweite, Extraktion von Eisensplittern mittels Magneten sowie die Akkommodation linsenloser Augen und die Beurteilung von Allgemeinleiden durch Gesichtsfelduntersuchungen.
Schlösser war ab 1904 erster Vorsitzender des Münchener Corpsphilister-Verbandes. Im Verband Alter Corpsstudenten war er 2. Vorsitzender des Zentralkomitees.Carl Schlösser bei corpsarchive.de Das Corps Isaria wählte ihn zum Ehrenmitglied. Da Schlösser keine Nachkommen hatte, hinterließ er seinen beiden Corps erhebliche Teile seines Vermögens als Vermächtnis, dieses wurde beim Corps Hannovera als Stiftung geführt.Carl Schlösser bei corpsarchive.de
Kunstsammlung mini|Arnold Böcklins Verlorene Venus, Los 14 im Auktionskatalog vom 14. November 1931 Karl Schlösser war ein bekannter Kunstsammler. In seiner Gemäldesammlung bildeten Künstler der Münchner Schule einen Schwerpunkt. Nach seinem Tod wurde seine Sammlung in zwei Auktionen am 14. November 1931Katalog Ölgemälde und Handzeichnungen des XIX. und XX. Jahrhundert aus dem Nachlasse Universitätsprofessor Dr. Karl Schlösser, Allgäuhaus bei Schaftlach und anderem Besitze, 1931. (Digitalisat) und am 9. Dezember 1931Katalog: Altes Kunstgewerbe, Skulpturen, Wand- und Orientteppiche, Möbel, Gemälde alter Meister aus dem Nachlass Universitäts-Professor Dr. Karl Schlösser, München, aus der Sammlung Merkens, Köln, aus dem Nachlass eines mitteldeutschen Sammlers und aus anderem Besitz. 1931. (Digitalisat) bei der Galerie Hugo Helbing in München versteigert.
Schriften Zur vergleichenden pathologischen Anatomie und Ätiologie der Mastitis. (Inaugurial-Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München) J. B. Hirschfeld, Leipzig 1883. Die für die Praxis beste Art der Gesichtsfelduntersuchung, ihre hauptsächlichsten Resultate und Aufgaben. Marhold, Halle an der Saale 1901. Alkoholinjektionen bei Trigeminusneuralgie. In: Zeitschrift für Augenheilkunde, 10. Jahrgang 1903, S. 335.
Literatur Julius Pagel (Hrsg.): Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1901, Sp. 1505. (Permalink) Isidor Fischer (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte der letzten fünfzig Jahre. Band 2, Berlin / Wien 1933. Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist's? 4. Ausgabe, Leipzig 1909. Paul Michelsen: Karl Schloesser zum Gedächtnis. In: Deutsche Corpszeitung, 42. Jahrgang 1925, Nr. 7 (Oktober 1925), S. 201–203. Heinrich Ferdinand Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera zu Göttingen. Band 1, 1809–1899. Göttingen 2002, Nr. 748.
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Augenarzt Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Kunstsammler Kategorie:Ehrenmitglied eines Corps Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1925 Kategorie:Mann