mini|rechts|Friedrich Sebastian Meiers Unterschrift mit der korrekten Schreibweise seines Namens
Friedrich Sebastian Mayer (* 5. April 1773 in Benediktbeuern; † 9. Mai 1835 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Sänger (Bass), Komponist und Regisseur.
Leben Mayer schloss 1790 in München das churfürstliche Gymnasium (heute Wilhelmsgymnasium München)Max Leitschuh: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970–1976; Bd. 3, S. 190; dort Sebastian Mayr. ab und begann in Salzburg Theologie zu studieren, entschied sich aber dann für eine Theaterlaufbahn. 1792 ging er als Bassist an das Theater in Linz und wurde schließlich von Emanuel Schikaneder für dessen Freihaustheater engagiert, wo er am 9. September 1793 als Sarastro in der Zauberflöte sein Debüt gab.
Am 23. Dezember 1797 heiratete er die verwitwete Josepha Hofer geb. Weber, eine Schwester von Constanze Mozart.
Bei der Uraufführung von Beethovens Oper Fidelio, die am 20. November 1805 im Theater an der Wien stattfand, übernahm er die Rolle des Pizarro. Bei der Uraufführung der zweiten Fassung, am 29. März 1806, führte er auch Regie. Es sind zwei Briefe Beethovens an Mayer überliefert, die auf die zweite Aufführung am 10. April Bezug nehmen, in denen Beethoven Mayer duzt und ihn bittet, „Sorge zu tragen, daß die Chöre noch besser probirt werden, denn es ist das leztemal tüchtig gefehlt worden, auch müßen wir Donnerstags Noch eine probe mit dem ganzen orchester auf dem Theater haben“.Ludwig van Beethoven: Briefwechsel. Gesamtausgabe. Band 1, hrsg. von Sieghard Brandenburg, München 1996, S. 281.
Vom 20. Januar 1815 bis zum 30. Juni 1827 war er Mitglied der Wiener Hoftheater. Er schrieb auch Ritterromane und Bühnenstücke, darunter Friedrich der letzte Graf von Toggenburg (1794), und die Zauberoper Rosalinde oder Die Macht der Feen (1796).
Ignaz Franz Castelli schreibt über ihn:
Sebastian Mayers letzte Wohnung befand sich auf der Laimgrube Nr. 27, wo er am 9. Mai 1835 „an der Bauchwassersucht“ verstarb.Wiener Zeitung, Nr. 110 vom 14. Mai 1835, S. 568 (Digitalisat).
Literatur Katalog der Portrait-Sammlung der k. u. k. General-Intendanz der k. k. Hoftheater. Zugleich ein biographisches Hilfsbuch auf dem Gebiet von Theater und Musik. Zweite Abtheilung. Gruppe IV. Wiener Hoftheater, Wien 1892, S. 354. Alexander Wheelock Thayer: Ludwig van Beethovens Leben, deutsch bearbeitet von Hermann Deiters, Band 2, Leipzig 1917. Willy Hess: Das Fidelio-Buch, Winterthur 1986. Tadeusz Krzeszowiak: Freihaustheater in Wien 1787–1801. Wirkungsstätte von W. A. Mozart und E. Schikaneder, Wien 2009.
Einzelnachweise
Weblinks Biographie auf der Website Kirchenmusik in Benediktbeuern
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