Oskar Burri (* 16. Januar 1913 in Malters; † 23. April 1985 in Zumikon) war ein Schweizer Architekt und Innenarchitekt.
Leben und Beruf alternativtext=Oskar Burri-Anliker (1913–1985) Architekt, Innenarchitekt. Grab, Friedhof Enzenbühl, Zürich|mini|Grab, Friedhof Enzenbühl, Zürich Die Möbelschreinerlehre, die Burri in Luzern 1934 abschloss, prägte seine Berufsvorstellung hinsichtlich Materialbehandlung und -fügung zeitlebens. 1933 bis 1936 besuchte er an der Kunstgewerbeschule Zürich die Fachklasse Innenausbau bei Wilhelm Kienzle. Daran schlossen sich ein längerer Aufenthalt in Wien,Jakob Zweifel: Der Architekt Oskar Burri, 1913–1985. Nachruf in: Schweizer Ingenieur und Architekt. Bd. 104 (1986) Nr. 48 S. 1249–1257. Praktika in Oslo und bei Le Corbusier 1937 bis 1938 in Paris an.Claude Lichtenstein: Burri, Oskar. In: Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2. S. 109.
Wegen des Kriegsausbruchs in die Schweiz zurückgekehrt, war er neben seiner Architektentätigkeit in der heimatlichen Zentralschweiz Anfang der 1940er-Jahre Fachhörer an der ETH in Zürich, unter anderem bei Hans Hofmann.
1942 war er einer der zehn Gründungsmitglieder und erster Präsident der Vereinigung Schweizer Innenarchitekten und Innenarchitektinnen.
Einen Beitrag zur Ausstellung Unsere Wohnung des Schweizerischen Werkbunds gestaltete er zusammen mit Otto Glaus. Mit diesem und mit Jacques Schader ging er 1946 eine Bürogemeinschaft in Zürich ein, sie gewannen den ersten Preis im Wettbewerb für das Frauenspital Zürich.Wettbewerb für eine Frauenklinik in Zürich. Bericht in: Schweizerische Bauzeitung. Bd. 128 (1946) Nr. 3 S. 31 ff. Mit Jacques Schader zusammen entwickelte er 1951 ein minimales, schnell aufbaubares Fünfeckhaus, das für Notunterkünfte, Feriensiedlungen etc. gedacht war. Ein Prototyp entstand in Schwarzenberg. Zudem heiratete er 1951 die Textilkünstlerin Elisabeth Burri.
Das Entwerfen von Ferienhäusern, Hotels und Schulungszentren vor allem in der Zentralschweiz wurde dann auch ein Standbein seines beruflichen Schaffens. So baute er an der von ihm selbst projektierten und finanzierten Feriensiedlung Mooshütte insgesamt über zwanzig Jahre, für die Schweizerische Nationalbank baute er Ende der 1970er-Jahre das Schulungshaus Haslizentrum in Hasliberg, für die Neue Warenhaus AG, für die er auch Geschäftsausbauten plante, die Jungfrau Lodge in Mürren.
Einen grossen Teil seiner Aufträge erhielt er aber auch von privaten Bauherren, denen er die Eigenheime errichtete. Diese werden charakterisiert als «oft mit begrenzten Mitteln errichtet, immer auf den Menschen bezogen, meist von der Küche als zentralem Ort her gedacht». Viele seiner Häuser baute er für Künstlerfreunde, die dort auch ihr Atelier besassen.
Oskar Burri fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Enzenbühl in Zürich.
Werke (Auswahl) Die wichtigsten Bauten von Oskar Burri nach dem Nekrolog der Schweizer Bauzeitung
Wohnhaus Halde 12, Malters LU, 1945 Grotzli, Skihütte, Eigenthal LU; 1945 Schärme, Ferienhaus, Schwarzenberg LU; 1947 Furtig, Wohnhaus, Schwarzenberg, 1949 Chrättli, Ferienhaus, Schwarzenberg LU; 1950 Sommerau, Geschäftshaus, Malters LU, 1950 Einfamilienhaus am Rotsee, 1951 Bachstelzli, Wohnhaus, Meggen, 1951 Fünfeckstudien, vorgefertigter Holzelementbau, 1951 Wohnhaus Gartenstrasse 7, Malters, 1952 Kleiderhof, Geschäftshaus, Malters, 1953 Wiederaufbauhilfe in Mazedonien, Griechenland, im Auftrag der Schweizerischen Europahilfe, 1953/1954 Drei Wohnhäuser + Atelier Rebhus, Zumikon ZH, 1955 Schönisei, Ferienhaus, Sörenberg, 1956 Kindergarten, Malters, 1958 Wohnhaus Halde, Klingnau AG, 1958 Bauernhaus Tobelhus, Zumikon, 1959 Mehrfamilienhaus, Umbau, Steinwiesstrasse 52, Zürich, 1959 Spenglerei, Werkstatt und Wohnung, Emmenstrasse 3, Malters, 1960 Arztpraxis und Wohnhaus, Beckenried 1961 Umbau Rustico, Scaiano TI, 1961 Umbau Bauernhaus Zumikon ZH, 1962 Kindergarten mit Samitätshilfestelle, Klingnau, 1963 Möbelfabrik Bugmann & Schifferli, Döttingen, 1963/1964 Wohnhaus und Atelier, Maur ZH, 1963 Mooshütte, Feriensiedlung, Schwarzenberg, 1963–1985 Wohnhaus, Wengi 15, Zumikon ZH, 1964 Al Eco, Ferienhäuser, Orselina, 1964 Bauprojekte und Innenorganisationen für Neue Warenhaus AG, Zürich, 1965–1978 Wohnhaus Steiner-Schröter, Gartenstrasse 5, Malters, Wohnhaus von Büren, Bassersdorf ZH Jungfrau Lodge, Hotel, Mürren BE, 1969 Wohnhaus, Stettbachstrasse 13, Zollikon, 1970 Ferienhaus Hasliberg-Wasserwendi, Brünig BE, 1970 Autogarage und Wohnungen, Malters, 1971 Seeblick, Wohnhaus, Aeugst, 1974 Wohnhaus mit Atelier Rutelli, Bassersdorf, 1975 Umbau Zahnarztpraxis und Wohnhaus Hammer, Malters 1976 Hotel Helmhaus, Umbau, Zürich, 1977 Haslizentrum, Schulungszentrum mit Hotel und Jugendhaus, Hasliberg, 1978–1980 Doppelwohnhaus Morf-Leimacher, Dietlikon, 1981 Robänkli, Wohnhaus, Seegräben, 1981 Wohnhaus Horat, Lärchenstrasse, Schwyz, 1983 Umbau Mehrfamilienhaus Holbeinstrasse 7, Basel, 1984 Umbau Mehrfamilienhaus Wettsteinallee, Basel, 1985 Alte Post, Wohnhaus, Malters, 1985
Literatur Claude Lichtenstein: Burri, Oskar. In: Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2. S. 109. Hans Dreher, Willi Egli, Waldemar Santi, Jakob Zweifel: Der Architekt Oskar Burri, 1913–1985. Nachruf. In: Schweizer Ingenieur und Architekt. Bd. 104 (1986) Nr. 48 S. 1249–1257. Thomas Stadelmann: "Typenmöbel, Notunterkunft und Blechbüchse, Das Kleinsthaus von Oskar Burri", in: archithese, Nr. 5/1995, S. 42–44.
Belege
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