Die Parlamentswahl in Grönland 1999 war die siebte Wahl zum Inatsisartut bzw. Landsting, dem grönländischen Parlament. Die Wahl fand am 16. Februar 1999 statt.
Wahlrecht Bei der Parlamentswahl wurde das Verhältniswahlrecht angewendet. Es wurden 31 Abgeordneten gewählt. Die bisherigen Wahlkreise wurden abgeschafft und alle Kandidaten traten landesweit an.
Ausgangslage Im Jahr 1995 wurde infolge des Ergebnisses der Parlamentswahl das Kabinett Johansen II unter Führung der Siumut gebildet. Als Premierminister Lars-Emil Johansen am 19. September 1997 zurücktrat, um einen Posten als Vizedirektor bei Royal Greenland anzunehmen,Jens Brønden: Lars Emil forlader politik men søger ny udfordring. Atuagagdliutit (2. September 1997). S. 4. wurde er durch seinen Parteikollegen und Amtsvorgänger Jonathan Motzfeldt ersetzt, der daraufhin das Kabinetts Motzfeldt VI bildete, welches bis zum Ende der Legislaturperiode amtierte.Kurt Kristensen: Et enigt Siumut står bag Jonathan. Atuagagdliutit (9. September 1997). S. 7.
Teilnehmende Parteien Bei der Wahl traten vier Parteien an. Sowohl die Issittup Partiia als auch die Akulliit Partiiat lösten sich im Laufe der letzten Legislaturperiode auf. Dafür trat die Kattusseqatigiit Partiiat an, deren Vorsitzender Anthon Frederiksen bei der letzten Wahl parteilos durch ein Wählerbündnis ins Parlament einziehen konnte.
Partei Kürzel Deutsche Bedeutung Ausrichtung Vorsitzender Siumut S Vorwärts sozialdemokratisch Jonathan Motzfeldt Atassut A Gemeinsinn konservativ, wirtschaftsliberal, unionistisch Daniel Skifte Inuit Ataqatigiit IA Gemeinschaft der Inuit demokratisch-sozialistisch Josef Motzfeldt Kattusseqatigiit Partiiat KP Partei der Einigkeitsvereinigung konservativ, populistisch Anthon Frederiksen
Kandidaten Bei der Wahl traten 206 Kandidaten an.Parlamentswahlkandidaten 1999. Atuagagdliutit (2. Februar 1999). S. 11. Erstmals gab es keine persönlichen Stellvertreter mehr. Stattdessen wurden Nachrückerlisten angefertigt, von denen der Kandidat mit den meisten Stimmen ohne Parlamentssitz stellvertretend Mitglied wurde. Partei Kandidaten Siumut 62 Atassut 59 Inuit Ataqatigiit 59 Kattusseqatigiit Partiiat 29 Einzelkandidaten 4
Bis auf Marianne Jensen, Niels Mattaaq, Kristine Raahauge (alle Siumut) traten alle bisherigen Abgeordneten erneut an. Jens Napaattooq, der 1995 für unwählbar erklärt worden war, kandidierte erneut, diesmal aber für die Siumut statt der Inuit Ataqatigiit. Dazu kamen Nikolaj Heinrich, Hans Iversen, Pavia Nielsen, Ûssarĸak K'ujaukitsoĸ, Andreas Sanimuínaĸ (alle Siumut), Godmand Jensen, Torben Emil Lynge (alle Atassut), Aqqalukasik Kanuthsen und Ole Lynge (alle Inuit Ataqatigiit), die in vorherigen Legislaturperioden im Inatsisartut saßen, 1995 aber nicht antraten oder nicht gewählt wurden.
Ergebnis
Die sozialdemokratische Partei Siumut wurde erneut stärkste Fraktion im Inatsisartut, gefolgt von der Atassut und der Inuit Ataqatigiit. Die Zentrumspartei Akulliit Partiiat und die Issittup Partiia traten nicht erneut an. Die konservative Kattusseqatigiit Partiiat zog erstmals ins Parlament ein und konnte auf Anhieb vier Sitze gewinnen.
+ Endergebnis der Parlamentswahl in Grönland 1999Partei Stimmen Sitze Anzahl % +/− Anzahl +/− Siumut 9.899 35,2 −3,2 11 −1 Atassut 7.100 25,2 −4,9 8 −2 Inuit Ataqatigiit 6.217 22,1 +1,8 7 +1 Kattusseqatigiit Partiiat 3.453 12,3 +12,3 4 +4 Unabhängige Kandidaten 1.486 5,4 +0,7 1 ±0Gesamt 28.155 100,0 31 ±0Gültige Stimmen 28.155 98,8 Ungültige Stimmen 335 1,2Wahlbeteiligung 28.490 76,0Wahlberechtigte 37.485 100,0Quelle: Wahlbuch 1999. Naalakkersuisut (archiviert).Parlamentswahlergebnisse 1999. Atuagagdliutit (23. Februar 1999). S. 14–25.
Folgen 31 Abgeordnete wurden ins 7. Inatsisartut gewählt. Jonathan Motzfeldt (Siumut) wurde durch das Parlament als Premierminister bestätigt und bildete das Kabinett Motzfeldt VII, nachdem er das Amt 1997 von seinem Parteikollegen Lars-Emil Johansen übernommen hatte. Motzfeldt war bereits von 1979 bis 1991 grönländischer Premierminister.
Einzelnachweise
Kategorie:Inatsisartutwahl Gronland Parlament