Die Parlamentswahl in Grönland 2009 war die zehnte Wahl zum Inatsisartut, dem grönländischen Parlament. Die Wahl fand am 2. Juni 2009 statt.
Wahlrecht Die 31 Abgeordneten des Inatsisartut wurden unter Anwendung des Verhältniswahlrechts bestimmt. Es gab nur einen Wahlkreis und alle Kandidaten traten landesweit an. Die Sitzzuteilung erfolgt nach dem D’Hondt-Verfahren.
Ausgangslage Nach der letzten Parlamentswahl wurde das Kabinett Enoksen IV gebildet, das aus einer Koalition zwischen Siumut, Inuit Ataqatigiit und Atassut bestand. Am 1. Mai 2007 schied die Inuit Ataqatigiit aus und das Kabinett Enoksen V regierte bis zum Ende der Legislaturperiode mit knapper Mehrheit.
Teilnehmende Parteien Zur Wahl traten sechs verschiedene Parteien an. Die Sorlaat Partiiat trat erstmals an.
Partei Kürzel Deutsche Bedeutung Ausrichtung Vorsitzender Siumut S Vorwärts sozialdemokratisch Hans Enoksen Demokraatit D Demokraten sozialliberal Jens B. Frederiksen Inuit Ataqatigiit IA Gemeinschaft der Inuit demokratisch-sozialistisch Kuupik Kleist Atassut A Gemeinsinn konservativ, wirtschaftsliberal, unionistisch Gerhardt Petersen Kattusseqatigiit Partiiat KP Partei der Einigkeitsvereinigung konservativ, populistisch Anthon Frederiksen Sorlaat Partiiat SP Partei der Wurzeln zentristisch, wirtschaftsliberal Nikoline Ziemer
Kandidaten Bei der Wahl traten 222 Kandidaten an, die sich folgendermaßen auf die sechs Parteien verteilten:Wahlbuch 2009. Naalakkersuisut (archiviert).
Partei Kandidaten Siumut 62 Demokraatit 23 Inuit Ataqatigiit 62 Atassut 40 Kattusseqatigiit Partiiat 29 Sorlaat Partiiat 1 Einzelkandidaten 5
Bis auf Lars-Emil Johansen (Siumut), Esmar Bergstrøm, Marie Fleischer (beide Demokraatit), Asii Chemnitz Narup, Johan Lund Olsen (beide Inuit Ataqatigiit) und Augusta Salling (Atassut) kandidierten alle bisherigen Abgeordneten erneut. Dazu kam Siverth K. Heilmann, der in der letzten Legislaturperiode ausgetreten war, jetzt aber wieder antrat. Von denjenigen, die in der letzten Wahlperiode als Nachrücker Mitglied gewesen waren, verzichteten Jens Lars Fleischer, Gert Ignatiussen, Kalistat Lund, Simon Olsen, Per Rosing-Petersen, Ole Thorleifsen (alle Siumut), Aqqaluk Lynge (Inuit Ataqatigiit), Otto Steenholdt (Atassut) auf eine erneute Kandidatur. Dazu kamen Arĸalo Abelsen, Lars Karl Jensen, Karl Lyberth, Mikael Petersen, Andreas Sanimuínaĸ (alle Siumut), Naimanngitsoq Petersen (Inuit Ataqatigiit), Jakob Sivertsen (Atassut) und Mads Peter Grønvold (Kattusseqatigiit Partiiat), die in vorherigen Legislaturperioden im Inatsisartut saßen, 2005 aber nicht antraten oder nicht gewählt wurden.
Ergebnis
Bei der Wahl verlor die bisher stärkste Partei Siumut deutlich an Stimmen. Dasselbe gilt für die Demokraatit und die Atassut. Profitieren konnte davon als einzige Partei die Inuit Ataqatigiit. Sie wurde mit großem Abstand stärkste Kraft im Inatsisartut. Die neu gegründete, nach eigenen Angaben liberalsozialistische Sorlaat Partiiat verpasste den Einzug ins Parlament.
+ Endergebnis der Parlamentswahl in Grönland 2009Partei Stimmen Sitze Anzahl % +/− Anzahl +/− Inuit Ataqatigiit 12.457 44,1 +21,5 14 +7 Siumut 7.567 26,8 −3,9 9 −1 Demokraatit 3.620 12,8 −10,0 4 −3 Atassut 3.094 10,9 −8,2 3 −3 Kattusseqatigiit Partiiat 1.084 3,8 −0,3 1 ±0 Sorlaat Partiiat 383 1,4 +1,4 — — Unabhängige Kandidaten 70 0,2 −0,5 — —Gesamt 28.275 100,0 31 ±0Gültige Stimmen 28.275 99,2 Ungültige Stimmen 235 0,8Wahlbeteiligung 28.510 71,3Wahlberechtigte 39.990 100,0Quelle: Wahlergebnisse in Grönland. valg.gl.
Folgen Die Inuit Ataqatigiit bildete zusammen mit den Demokraatit sowie der Kattusseqatigiit Partiiat die neue Regierung (Kabinett Kleist) mit einer großen Parlamentsmehrheit. Sie löste die Koalition aus Siumut und Atassut ab. Zum Premierminister wurde am 12. Juni 2009 Kuupik Kleist (IA) gewählt.
Einzelnachweise
Kategorie:Inatsisartutwahl Gronland Parlament