Die Neris (litauisch in Litauen) oder Wilija (, in Belarus) (polnisch Wilia) ist ein rechter Nebenfluss der Memel in Belarus und Litauen.

Flusslauf Sie entspringt im Norden von Belarus, durchfließt die litauische Hauptstadt Vilnius sowie die Mittelstadt Jonava und mündet in Kaunas in die Memel. Auf belarussischer Seite wird sie bei Wilejka zum Wileiskoje-Stausee aufgestaut. In Vilnius ist der Fluss teils einbetoniert, aber ansonsten naturbelassen und unbegradigt. In Kernavė befinden sich am Nerisufer die unter UNESCO-Schutz stehenden Reste der alten Herrscherresidenz Litauens.

Nebenflüsse Vilnia, Šventoji, Lokys, Lietava, Žeimena, Vokė, Musė, Ašmena, Naratsch, Serwatsch, Stratscha, Ilija, Uscha, Oschmjanka.

Schifffahrt 1854 fuhr der erste Dampfer nach Kaunas durch Jonava (damals im zaristischen Russland). Dies war ein historisches Ereignis in der litauischen Schifffahrt, da das nach der Neris benannte Schiff der erste Passagierdampfer in litauischen Flüssen war.Geschichte von Jonava 1920 gab es eine Dampferlinie Kaunas-Jonava.Geschichte von Kaunas

Zwischen 1944 und 1990 machte die Flussschifffahrt in der Hauptstadt der Litauischen SSR Vilnius einen großen Sprung. Die Infrastruktur für die Integration des Flusses in die Stadt wurde gebaut. Der Hafen Žirmūnai wurde eingerichtet. Hier wurde eine Werfthalle für Schiffe und Instandsetzungsarbeiten am Ufer gebaut. Vier Schiffe („Ryga“, „Kijevas“, „Taškentas“ und „Salomėja Nėris“) wurden für die Fährschifffahrt auf der Neris eingesetzt. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens wurde „Salomėja Nėris“ als Metallschrott verkauft. „Kijevas“ wurde in „Vilnius“ und „Taškentas“ in „Talinas“ umbenannt. Später wurden auch diese beiden Schiffe nicht mehr benötigt und als Schrott versteigert. Danach blieb nur „Ryga“. Die Reparaturwerkstätten und ein Winterhafen wurden verlassen.Vilniuje Nerimi plaukiojo S. Neris ir Kijevas

Literatur Darius Pocevičius. „Istoriniai Vilniaus reliktai 1944–1990“. Vilnius

Weblinks

Regionalpark Neris (englisch)

Einzelnachweise

mini|links|250px|Neris-Becken – Einzugsgebiet: 25.100 km²

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