Georg Ackermann (* 13. Juli 1972 in Gernsbach) ist ein ehemaliger deutscher Weitspringer. Er gehörte in den 90er Jahren zur erweiterten Weltspitze in dieser Disziplin.

Ackermann wurde 1993 in Duisburg (8,00 m) und 1995 in Bremen (8,05 m) Deutscher Meister bei den Männern – 1994 in Erfurt Vizemeister (8,12 m). Zuvor erreichte er bereits als Jugendlicher U18 und Junior U20 zahlreiche nationale Titel im Weit- und Dreisprung sowie im Mehrkampf.

International trat er erstmals bei den Junioreneuropameisterschaften 1991 in Thessaloniki mit dem Gewinn der Bronzemedaille in Erscheinung.

Bereits ein Jahr später holte er Gold beim erstmals ausgetragenen European Athletics Cup U23 in Gateshead/England. 1992 blieb er generell in vielen Wettkämpfen über 7,90 m – so auch als Sieger beim Ländervergleichskampf gegen die damalige Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und Großbritannien. Dennoch fehlten ihm am Ende mit gesprungenen 7,98 m lediglich 2 cm für eine Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Barcelona, die er als damals 20-jähriger hauchdünn verpasste.

1993 sicherte er sich neben dem nationalen Titel (8,00 m) auch den Titel bei den Junioren (8,02 m) in Berlin. Er gewann darüber hinaus auch den U23 Länderkampf in Moskau gegen Russland und Großbritannien, den auch die Deutsche Mannschaft in der Gesamtwertung gewinnen konnte.

Bei den Halleneuropameisterschaften 1994 in Paris sprang Ackermann auf den achten Platz. Ebenfalls 1994 belegte er in London beim IAAF World Cup Platz fünf und bei den Europameisterschaften in Helsinki erreichte er das Finale.

Im Jahr darauf wurde Ackermann bei den Weltmeisterschaften in Göteborg mit 8,14 m Vierter und wurde erst im letzten Versuch von James Beckford von Bronze verdrängt. Bei der Universiade, die im selben Jahr in Fukuoka ausgerichtet wurde, gewann er die Silbermedaille. Dabei sprang er mit 8,21 Meter den größten Satz seiner Karriere und hatte die gleiche Weite wie der Sieger Kirill Sossunow, der nur aufgrund der zweitbesseren Weite gewann.

1996 nahm Ackermann an den Olympischen Spielen in Atlanta teil. Obwohl er im Vorfeld auch hier als Medaillenkandidat gehandelt wurde, schied er überraschend und aufgrund zweier ungültiger Versuche bereits in der Qualifikation aus.

Ab 1997 setzte Ackermann sein BWL-Studium in den USA fort und wurde Teil des Leichtathletik-Teams der Louisiana State University (LSU).

In den Folgejahren wurde er immer wieder von Verletzungen heimgesucht, so dass ihm auch ein nochmaliger Olympiastart 2000 in Sydney verwehrt blieb. Danach beendete er seine aktive Karriere und schloss sein Studium erfolgreich ab.

Heute lebt Ackermann mit seiner Frau und drei Kindern in Gaggenau im Schwarzwald. Er startete als aktiver Athlet für den VfB Gaggenau, die LG Karlsruhe und den TV Heppenheim.

Literatur Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.

Weblinks bei der IAAF (englisch)

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