Haidengrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Schauenstein im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Haidengrün hat eine Fläche von 2,339 km². Sie ist in 385 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6074,04 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Haueisen und Papiermühle.
Geografie Das Dorf liegt auf einem Höhenzug des Frankenwaldes und ist von Acker- und Grünland umgeben. Im Ort entspringt der Thronbach. Etwas weiter östlich erstreckt sich das 20,75 ha große Naturschutzgebiet Thronbachtal. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2194 bei Thron (2,6 km südwestlich) bzw. nach Uschertsgrün zur Kreisstraße HO 26 (3 km östlich). Ein Anliegerweg führt zur Papiermühle (0,6 km südlich).
Geschichte Zur Realgemeinde Haidengrün gehörte Papiermühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Haidengrün aus 17 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bambergische Centamt Enchenreuth. Grundherren waren das bambergische Kastenamt Stadtsteinach (12 Halbhöfe, 3 Tropfhäuser, 1 Ziegelhütte) und die Gemeinde (1 Tropfhaus).M. Körner: Naila, S. 287.
1803 kam Haidengrün aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Herzogtum Bayern. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Haidengrün dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Döbra zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Haidengrün, zu der Haueisen und Papiermühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Haidengrün zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Die Gemeinde Haidengrün hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,337 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Haidengrün am 1. Mai 1978 nach Schauenstein eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 1: Wohnstallhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 2: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus mit Satteldach und Gauben, vorderes Giebeldreieck in der oberen Hälfte verbrettert. Wohl zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, Stall in jüngerer Zeit zu Wohnzwecken umgebaut.K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 31. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 7: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Satteldach; östliche Hälfte mit verputzt massivem Erdgeschoss und verputztem Fachwerkobergeschoss; westliche Teile in jüngerer Zeit massiv ausgebaut. Scheitelstein über Wohnungstür, bezeichnet „NH 1861“ (=Nikol Häßler). Haus Nr. 10: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit Halbwalmdach; Giebeltrapeze aus verschiefertem und verbrettertem Fachwerk; Stall verkürzt. Haus Nr. 18: Altes Schulhaus. Eingeschossiges, verputzt massives Gebäude, wohl Mitte des 19. Jahrhunderts, drei zu sieben Achsen, mit Halbwalmdach, Westgiebel verschiefert; Türrahmung mit Scheitelstein. Haus Nr. 20: Eingeschossiges, verputzt massives Kleinhaus mit Kellerstall und Satteldach, Mitte des 19. Jahrhunderts; westliche Giebelfront verschiefert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Haidengrün Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 158 220 253 243 252 246 240 252 260 256 240 227 243 247 233 216 222 228 210 251 249 242 207 183HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 47 46 37 39 39 43 47 Quelle Für die Gemeinde Heidengrün inklusive Haueisen (S. 47).
Ort Haidengrün Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006Einwohner 110 175 172 169 169 150 187 155 141 98 71Häuser 33 27 27 31 35 35 Quelle
Religion Haidengrün ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Schauenstein) gepfarrt.
Vereine An Vereinen gibt es in Haidengrün die Freiwillige Feuerwehr Haidengrün und die Ortsgruppe Haidengrün des Frankenwaldvereins e. V.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Schauenstein) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof