Shan Xiaona (, * 18. Januar 1983 in Liaoning, Volksrepublik China) ist eine deutsche Tischtennisspielerin chinesischer Herkunft. Sie wurde 2021 mit Petrissa Solja Doppel-Europameisterin, 2013, 2014 und 2015 mit der deutschen Mannschaft und gewann 2013 und 2021 EM-Einzel-Silber sowie 2013 und 2016 im EM-Doppel-Silber. 2016 errang sie bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille im Teamwettbewerb.

Werdegang Shan Xiaona spielt mit der Schlägerhaltung Penholder mit einem Belag mit kurzen Noppen außenXiaona Shan In: tischtennis.de. Sie kam auf Vermittlung des Busenbacher Trainers Liu Liping 2005 nach Deutschland und schloss sich hier dem Bundesligaverein TV Busenbach an. In den folgenden Jahren nahm sie an mehreren ITTF-Pro-Tour-Turnieren teil, allerdings unter der Flagge Singapurs. 2010 wechselte sie zum FSV Kroppach, im September 2012 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Seitdem ist sie für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt. Sie darf bei Europameisterschaften und Olympischen Spielen eingesetzt werden, die Spielberechtigung für Weltmeisterschaften wurde vom Weltverband ITTF bestritten. 2018 entschärfte der ITTF-Kongress diese Bestimmung. Demnach galt nun lediglich eine Sperrfrist von neun Jahren. Somit ist Shan Xiaona seit der WM 2022 spielberechtigt.

In der Weltrangliste kehrte Shan im Dezember 2012 in die Top 100 zurück, zu denen sie unter der Flagge Singapurs bereits gehört hatte. Im Januar 2013 bestritt sie ihr erstes Länderspiel für Deutschland. Dabei gewann sie gegen die Rumänin Camelia Postoaca mit 3:0. Anfang März wurde sie in Bamberg Deutsche Meisterin im Einzel, sie besiegte im Endspiel Zhenqi Barthel mit 3:2. Im Doppel wurde sie mit ihrer Partnerin Zhenqi Barthel Zweite. 2014 verteidigte sie den Titel im Einzel, und gewann mit Kristin Silbereisen auch den Doppelwettbewerb.

Da Kroppach am Ende der Saison 2012/13 seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückzog, wechselte Shan Xiaona zu ttc berlin eastside. Bei der Europameisterschaft 2013 in Schwechat holte sie mit der deutschen Mannschaft den Titel. Im Einzel gewann sie die Silbermedaille: Nachdem sie im Halbfinale Teamkollegin Han Ying besiegt hatte, unterlag sie im Endspiel der Schwedin Li Fen. Auch im Doppel erreichte sie den zweiten Platz; mit Zhenqi Barthel unterlag sie wie schon bei den Deutschen Meisterschaften dem Duo Petrissa Solja/Sabine Winter. Seit Juli 2013 stand sie erstmals in den Top 50 der Weltrangliste.

Bei der Europameisterschaft 2014 in Lissabon holte sie mit dem deutschen Team erneut den Titel. Dabei gewann sie ihre vier Spiele alle im entscheidenden fünften Satz. In diesem Jahr gewann sie zudem die German Open im Einzel, holte damit ihren ersten Titel auf der World Tour und qualifizierte sich sowohl im Einzel als auch im Doppel mit Petrissa Solja zum ersten Mal für die Grand Finals, wo sie aber jeweils in der ersten Runde im Entscheidungssatz unterlag. Bei den Europaspielen 2015 holte sie Mannschaftsgold, zusammen mit Han Ying und Petrissa Solja, genauso wie bei der Europameisterschaft 2015 in Jekaterinburg. Im Doppel mit Solja gewann Shan die German und Austrian Open, bei den Grand Finals Ende des Jahres schied sie aber wieder in beiden Wettbewerben in der ersten Runde aus. Bei den Olympischen Spielen 2016 gewann sie mit der Mannschaft die Silbermedaille nach einem 3:2-Sieg gegen Japan im Halbfinale und einer 0:3-Niederlage im Finale gegen das chinesische Team. Im gleichen Jahr wurde sie zusammen mit Petrissa Solja Vize-Europameisterin im Doppel. Im Einzel schied sie wie im Vorjahr im Achtelfinale aus. Zudem gelang zwar zum dritten Mal in Folge im Einzel und Doppel die Qualifikation für die Grand Finals, zum dritten Mal in Folge bedeutete aber die erste Runde das Aus.

2017 schlug Shan bei den Qatar Open unter anderem die Weltranglistenzweite Zhu Yuling und kam ins Halbfinale, wodurch sie im März in der Weltrangliste mit Platz 12 eine neue Bestmarke erreichte. Zudem gewannen sie und Petrissa Solja den Doppelwettbewerb der Korea Open. Bei der Team-EM gewann sie mit der deutschen Mannschaft überraschend nur Silber, bei den Grand Finals nahm sie diesmal nur im Einzel teil und schied in der ersten Runde gegen Chen Xingtong aus. Nachdem sie infolge der Geburt ihrer Tochter 2018 keine internationalen Turniere bestritten hatte und in der Weltrangliste weit zurückgefallen war, kehrte sie 2019 zurück und holte mit der deutschen Mannschaft Gold bei den Europaspielen, zusammen scheiterte man bei der Europameisterschaft wenige Monate später aber überraschend im Viertelfinale an Portugal.

2021 wurde sie Europameisterin im Doppel und gewann im Einzel nach einer Finalniederlage gegen ihre Doppelpartnerin Petrissa Solja Silber. Bei den Olympischen Spielen erreichte Shan als Teil des deutschen Tischtennisteams den vierten Platz im Mannschaftswettbewerb. Im Jahr darauf holte sie EM-Bronze im Einzel, zudem konnte sie zum ersten Mal an der Team-WM teilnehmen und erreichte mit Deutschland das Halbfinale. 2023 gewann sie mit der Mannschaft Silber bei den Europaspielen und den Europameistertitel in Malmö.

Privat Shan Xiaona wohnt in Düsseldorf und ist mit Zhang Yong verheiratet, einem Trainer in der Chinesischen Super League. Seit 2017 studiert sie an der Universität Shanghai Sports Humanities and Sociology. Für chinesische Bürger ist es sehr schwer, dort angenommen zu werden, doch Shan Xiaona galt mit ihrem deutschen Pass als Ausländerin und musste daher lediglich chinesische Sprachkenntnisse nachweisen. Im Juli 2018 wurde sie Mutter einer Tochter.

Turnierergebnisse Quelle: ITTF-Datenbank Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team GER Europameisterschaft 2023 Malmö SWE Gold GER Europameisterschaft 2022 München GER Halbfinale GER Europameisterschaft 2020 Warschau POL Silber Gold GER Europameisterschaft 2019 Nantes FRA Viertelfinale GER Europameisterschaft 2017 Luxemburg LUX Silber GER Europameisterschaft 2016 Budapest RUS Achtelfinale Silber GER Europameisterschaft 2015 Jekaterinburg RUS Achtelfinale Viertelfinale Gold GER Europameisterschaft 2014 Lissabon POR Gold GER Europameisterschaft 2013 Schwechat AUT Silber Silber Gold GER Europe Top 16 2026 Montreux SUI Achtelfinale GER Europe Top 16 2025 Montreux SUI Halbfinale GER Europe Top 16 2024 Montreux SUI Achtelfinale GER Europaspiele 2023 Krakau POL Silber GER Europaspiele 2019 Minsk BLR Gold GER Europaspiele 2015 Baku AZE Gold GER Olympische Spiele 2024 Paris FRA letzte 64 4. Platz GER Olympische Spiele 2021 Tokio JPN 4. Platz GER Olympische Spiele 2016 Rio de Janeiro BRA Silber GER Challenge Series 2020 Granada ESP Halbfinale Halbfinale GER WTT Series (Contender) 2024 Rio de Janeiro BRA Halbfinale Viertelfinale GER WTT Series (Contender) 2023 Durban RSA Viertelfinale Achtelfinale Halbfinale GER WTT Series (Contender) 2022 Zagreb HRV Halbfinale Silber GER World Tour 2017 Incheon KOR Achtelfinale Gold GER World Tour 2017 Doha QAT Halbfinale Achtelfinale GER World Tour 2016 Budapest HUN Achtelfinale Halbfinale GER World Tour 2015 Wels AUT letzte 32 Gold GER World Tour 2015 Incheon KOR Halbfinale GER World Tour 2015 Zagreb CRO Silber Halbfinale GER World Tour 2015 Bremen GER Achtelfinale Gold GER World Tour 2014 Jekaterinburg RUS Halbfinale Achtelfinale GER World Tour 2014 Olmütz CZE letzte 64 Silber GER World Tour 2014 Magdeburg GER Gold Halbfinale GER World Tour 2014 Doha QAT letzte 64 Halbfinale GER World Tour 2013 Dubai UAE Halbfinale GER World Tour 2013 Berlin GER letzte 64 GER World Tour 2013 Spala POL letzte 64 Silber GER World Tour 2013 Olmütz CZE Viertelfinale GER World Tour 2013 Yokohama JPN Achtelfinale Viertelfinale GER World Tour 2013 Changchun CHN Achtelfinale Viertelfinale GER World Tour 2013 Doha QAT Achtelfinale Silber GER World Tour 2013 Wels AUT letzte 64 Viertelfinale GER World Tour 2012 Poznań POL Achtelfinale Achtelfinale GER World Tour 2012 Bremen GER Viertelfinale SIN Pro Tour 2007 Bremen GER letzte 64 SIN Pro Tour 2007 Toulouse FRA letzte 64 Achtelfinale SIN Pro Tour 2007 Wels AUT letzte 32 Viertelfinale SIN Pro Tour 2007 Nanjing CHN letzte 32 Achtelfinale SIN Pro Tour 2007 Velenje SVN letzte 64 SIN Pro Tour 2007 Zagreb HRV letzte 32 Halbfinale SIN Pro Tour 2006 Bayreuth GER Viertelfinale Viertelfinale GER World Tour Grand Finals 2017 Astana KAZ Achtelfinale GER World Tour Grand Finals 2016 Doha QAT Achtelfinale Viertelfinale GER World Tour Grand Finals 2015 Lissabon POR Achtelfinale Viertelfinale GER World Tour Grand Finals 2014 Bangkok THA Achtelfinale Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2025 Doha QAT letzte 128 Achtelfinale GER Weltmeisterschaft 2024 Busan KOR Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2023 Durban RSA letzte 32 Achtelfinale letzte 64 GER Weltmeisterschaft 2022 Chengdu CHN Halbfinale GER Weltmeisterschaft 2021 Houston USA letzte 32 Achtelfinale GER World Cup 2026 Macau MAC 17.–32. Platz GER World Cup 2025 Macau MAC 33.–48. Platz GER World Cup 2024 Macau MAC 33.–48. Platz

Literatur Peter Hepfer: Shan Xiao Na - Vorliebe für Bratwurst und Laufsteg, Zeitschrift tischtennis, 2010/2 Seite 20–21 Susanne Heuing: Nana für Deutschland, Zeitschrift tischtennis, 2012/12 Seite 17

Weblinks

Shan Xiaona auf tischtennis.de „In China ist es ein bisschen zu streng“, taz am Wochenende, 5. November 2016 SHAN Xiaona – Spielerprofil in ITTF (englisch)

Einzelnachweise In: tischtennis.de, abgerufen am 9. März 2013. In: tischtennis.de, abgerufen am 9. März 2013. Shan Xiaonas Tochter: Willkommen im Leben, kleine Mia! In: tischtennis.de, Artikel vom 20. Juli 2018, abgerufen am 20. Mai 2019.

In: tischtennis.de, vom 9. März 2013, abgerufen am 20. Mai 2019.

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