Semiya Şimşek-Demirtas (* 1986 in Friedberg, Hessen) ist eine deutsche Pädagogin und Buchautorin.

Leben und Wirken Şimşek ist die Tochter des Blumengroßhändlers Enver Şimşek, der im September 2000 in Nürnberg das erste Opfer der Mordserie der terroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) wurde. Mit ihrer vielbeachteten Rede bei der zentralen Gedenkfeier für die NSU-Opfer am 23. Februar 2012 im Konzerthaus BerlinRede von Semiya Simsek auf der Gedenkfeier für die Opfer der Zwickauer Terrorzelle. In: Thüringer Allgemeine, 23. Februar 2012. und durch ihr Buch Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater wurde sie zu einer der öffentlichen Stimmen der Opferfamilien. Das Buch wurde 2016 für die ARD unter dem Titel Die Opfer – Vergesst mich nicht verfilmt.

Ihr Vater, geboren 1961 in Salur Köy, kam bereits 1985 aus Şarkikaraağaç als Gastarbeiter nach Hessen. Am Sonntag, den 10. September 2000, im Alter von 14 Jahren, wurde sie im Internat in Aschaffenburg um vier Uhr morgens geweckt und nach Nürnberg gebracht. Im Klinikum Nürnberg erfuhr sie, dass ihr Vater im Koma lag. Am 11. September stellten die Mediziner den Tod des Vaters fest.

Sie studierte Sozialpädagogik an der Hochschule Fulda und war anschließend eine Zeit lang in Frankfurt als Erzieherin tätig. Semiya Şimşek zog im Sommer 2012 in die Türkei. Sie heiratete im Frühjahr 2013 in Şarkikaraağaç und hat einen Sohn.

Von Mai 2013 bis Juni 2018 nahm sie als Nebenklägerin im NSU-Prozess teil. Im Februar 2017 nahm sie für Die Linke Thüringen an der Bundesversammlung zur Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2017 teil.Schriftsteller und Ex-Ministerpräsidenten aus Thüringen bei Bundespräsidentenwahl. In: Thüringer Allgemeine, 30. November 2016 (original auch Ostthüringer Zeitung); Entsendung von Semiya Şimşek Demirtas in Bundesversammlung ist Baustein der Aufarbeitung. Pressemitteilung. Die Linke, 8. Dezember 2016. Auch zur 17. Bundesversammlung 2022 wurde sie entsandt.

Auszeichnungen 2013: Olympe-de-Gouges-Preis

Schriften mit Peter Schwarz: Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater. Rowohlt Berlin, Berlin 2013, ISBN 978-3-87134-480-0, (Rezensionsnotiz bei Perlentaucher 23. April 2023). mit Gamze Kubaşık und Christine Werner: Unser Schmerz ist unsere Kraft. Neonazis haben unsere Väter ermordet. S. Fischer, Frankfurt am Main 2025.

Weblinks . . Olympe-de-Gouges-Preis / Thorsten Schäfer-Gümbel würdigt Semiya Simsek. Bundespresseportal.de, 18. August 2013. Gamze Kubasik [sic] und Semiya Simsek [sic] erinnern an ihre ermordeten Väter. Video bei YouTube. „Kein Vaterland“. Ein Film von Katja und Clemens Riha, Deutschland 2013 (29 Minuten).

Einzelnachweise

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