Wolf Kroeger (* 27. Mai 1941 in Deutschland) ist ein überwiegend in Kanada tätiger Filmarchitekt.
Leben und Wirken Kroeger stammte aus Ostdeutschland und kam kurz nach Kriegsende nach Australien. Dort wurde er ausgebildet und begann seine Laufbahn beim Fernsehen. Anschließend holte ihn die Bayerische Staatsoper für zwei Spielzeiten als Bühnenbildner. Seit Beginn der 70er Jahre in Kanada ansässig, arbeitete Kroeger als Szenenbildner bei Fernsehen und Film. Gegen Ende desselben Jahrzehnts wirkte Kroeger auch regelmäßig an US-Filmen mit, die jedoch zumeist in Kanada und Europa, gelegentlich auch in Asien und Afrika gedreht wurden. In der Branche bekannt wurde er zu Beginn der 80er Jahre mit Filmdekorationen für diverse Inszenierungen Robert Altmans.
Für Altmans Comicverfilmung Popeye errichtete Wolf Kroeger in Anchor Bay an der maltesischen Südwestküste „innerhalb von sieben Monaten des Jahres 1979 ein verwunschenes, windschiefes, hölzernes Hafendorf-Ensemble, genannt ‘Sweethaven’, das nach dem Ende der Dreharbeiten im Juni 1980 unter dem Signum ‘Popeye Village’ ein beliebtes touristisches Ausflugsziel werden sollte.“Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 494. Weitere wichtige Filmbauten entwarf Kroeger für Inszenierungen Michael Ciminos (Im Jahr des Drachen, Der Sizilianer) und Brian De Palmas (Die Verdammten des Krieges). In seiner alten Heimat kreierte Kroeger zur Jahrtausendwende für Jean-Jacques Annauds Stalingrad-Kriegsdrama Duell – Enemy at the Gates ein realitätsnahes Schlachtfeld. Seine späten Bauentwürfe unterstützten vor allem aufwendige Fantasy- und Abenteuergeschichten.
Filmografie
1973: U-Turn (The Girl in Blue) 1974: Die Hinrichtung des Soldaten Slovik (The Execution of Private Slovik) 1975: Ein Orkan von Blei (Breaking Point) 1976: The Uncanny 1977: Lust auf Liebe (In Praise of Older Women) 1978: Quintett 1980: Popeye 1982: Rambo 1982: Das Idol (Split Image) 1983: Windhunde (Streamers) 1983: Das nächste Opfer (Bay Boy) 1983: Der Tag des Falken 1984: Im Jahr des Drachen 1986: Der Sizilianer 1988: Die Verdammten des Krieges 1989: Alles auf Sieg! (Let it Ride) 1989: Wir sind keine Engel 1991: Der letzte Mohikaner 1993: Die drei Musketiere 1996: Auf Messers Schneide – Rivalen am Abgrund 1998: Der 13te Krieger 1999: Luckys große Abenteuer (Running Free) 2000: Duell – Enemy at the Gates 2000: Equilibrium 2000: Jenseits aller Grenzen (UA: 2003) 2001: Die Herrschaft des Feuers 2004: Im Rennstall ist das Zebra los 2006: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter 2007: Die Liebe in den Zeiten der Cholera 2009: Prince of Persia: Der Sand der Zeit 2013: Black Sails (TV-Serie)
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 494.
Weblinks
Einzelnachweise
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