Paplitz [] ist ein Ortsteil der Stadt Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg, Deutschland.
Lage Paplitz liegt rund 40 Kilometer von der Südgrenze der Stadt Berlin und rund drei Kilometer westlich vom benachbarten Baruth entfernt, eingebettet in die Nordhänge des Niederen Flämings und in die Flemmingwiesen, eine Niederungslandschaft des Baruther Urstromtals. Weitere Nachbarorte und ebenfalls Ortsteile von Baruth sind (im Uhrzeigersinn, von Süden beginnend) Groß Ziescht, Merzdorf, Schöbendorf, Horstwalde und Mückendorf. Paplitz liegt an der in Ost-West-Richtung verlaufenden Landesstraße L73 zwischen Luckenwalde und Baruth sowie an der innerhalb von Paplitz südlich abzweigenden Landesstraße L712. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen werden durch zahlreiche Meliorationsgräben entwässert, beispielsweise den Paplitzer Westgraben, den westlich an der Grenze zu Schöbendorf gelegenen Paplitzer Müllergraben oder den im Norden in westlicher Richtung verlaufenen Paplitzer Graben. Sie alle entwässern in das im Nordwesten gelegene Naturschutzgebiet Schöbendorfer Busch in das Hammerfließ.
Paplitz besteht aus dem südlich gelegenen, als Rundling angelegten Ober- und dem nördlich gelegenen Unterdorf, die beide durch einen von alten Eichen umsäumten Damm verbunden sind. Der Rundling ist stark überformt und kaum noch als solcher erkennbar.
Geschichte und Etymologie 13. und 14. Jahrhundert mini|Dorfkirche Paplitz Das sumpfige Baruther Urstromtal soll im 12. Jahrhundert in der Region nur an zwei Stellen, bei Baruth und Paplitz, passierbar gewesen sein. An diesen strategisch wichtigen Stellen sollen Wehranlagen errichtet worden sein, um die Übergänge kontrollieren und bei feindlichen Angriffen decken zu können. Etwa 300–400 m nordwestlich von Paplitz befindet sich der so genannte Schlepkenberg, Schleßken, Schleßgenberg oder Schlößchenberg, eine kleine Erhöhung an den Ausläufern der Strichdüne Langer Horst (auch Lange-Horst-Berge). Dort soll sich das Haus Papelitz, ein schlossartiger Landsitz des etwa zwischen dem 13. Jahrhundert und 1582 in Baruth herrschenden Adelsgeschlechts von Schlieben befunden haben.Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte. - 15.1964, Seiten 30 und 39. (PDF; 19,7 MB) und Siegl. und Gerh. Schulze in Die Paplitzer Dorfchronik, 1997, Seiten 2 und 7; a.A.: Horst Wende in Kurze Stadtgeschichte Baruth/Mark, Baruther Stadtblatt Nr. 2/2011, Seite 8 (PDF; 1,1 MB) Im 21. Jahrhundert sind keine Spuren des Bauwerks mehr sichtbar.
Paplitz wird erstmals 1363 in einem erzstiftischen Kopiar als Popelicz urkundlich erwähnt.Staatsarchiv Magdeburg: Copie 91, S. 102, nach: Siegl. und Gerh. Schulze in Die Paplitzer Dorfchronik, 1997, Seite 16. Dieser Name soll aus dem Sorbischen stammen und Pappelhain bedeuten. Noch bis ins 18. Jahrhundert soll in der Kirche auch Sorbisch gepredigt worden sein.DerTeltow.de: Vorstellung von Paplitz Die Größe des Kirchdorfs wurde in der Urkunde jedoch nicht angegeben. Aus den Jahren 1383 (popelicz), 1422 und 1465 (Im dorffe papelicz) sind weitere urkundliche Erwähnungen bekannt. Es gehörte vor 1383 bis 1872 zur Standesherrschaft Baruth.
15. und 16. Jahrhundert Im Jahr 1474 befand sich ein Teil des Dorfes (villa) im Besitz derer von Schlieben. Der Lehnmann war verpflichtet, ihnen 20 Groschen Abgaben zu leisten. Drei weitere Einwohner gaben jeder 15 Scheffel Korn, fünf Scheffel Hafer und 41 Groschen (gr). Ein Einwohner zahlte 15 Scheffel Korn, fünf Scheffel Hafer und 36 Groschen. Von einem Kossäten erhielten die von Schlieben sieben Groschen. Ein weiterer Anteil gehörte der Familie Offe und Jorge von Schlieben. Ihnen zahlte der Richter zwei Scheffel Korn, drei Einwohner gaben je 15 Scheffel Korn, fünf Scheffel Hafer und 41 Groschen. Vom Lehnmann erhielten sie 40 Groschen, von einem weiteren Kossäten sechs Groschen. Die Brüder Magnus und Balthasar von Schlieben erhielten vom Richter je einen Schock für ein Lehnpferd. Ein Einwohner zahlte acht Scheffel Korn, fünf Scheffel Hafer und 37 Groschen, vier Einwohner zahlten je 15 Scheffel Korn, fünf Scheffel Hafer und 39 Groschen. Ein Einwohner bezahlte 15 Scheffel Korn und 34 Groschen, ein weiterer 20 Scheffel Korn und 40 Groschen. Von einem Kossäten, der auch als Krüger im Dorf lebte, erhielten sie zwei Scheffel Korn und fünf Groschen; ein weiterer Kossät zahlte fünf Groschen.HStA Dresden 10001 Nr. 8223 I S. 13. Die Statistik verzeichnete allerdings, dass sowohl der Lehnmann wie auch der Richter in mehreren Anteilen erschienen.
Im Jahr 1529 war von 15 Hufner und sechs Gärtnern die Rede. Dem Pfarrer standen 1 Pfarrhufen zur Verfügung; er erhielt 35 Scheffel Korn. Der Küster hatte einen Anspruch auf 22 Scheffel Korn, 50 Brote, 51 Eier sowie 46 Kuchen. Ihm stand auch ein Garten zur Verfügung.
Deutlich aufschlussreicher ist ein Schossregister aus dem Jahr 1542. In diesem Register werden der Witwe von Schlieben insgesamt sieben Steuerpflichtige zugewiesen. Sie zahlen einmal 48 Rheinische Gulden (fl.), einmal 36 fl, zweimal 33 fl, einmal 30 fl, einmal 21 fl und einmal 8 fl. Dem Anteil Veil von Schlieben waren neun Steuerpflichtige zugewiesen. Der Richter besaß dabei ein Haus mit Hof sowie „etlichen Acker“. Er besaß vier Zugochsen, vier Pferde, sieben Kühe, drei jährige Kälber, sieben Schafe, zwei halbjährige Schweine und zahlte 82 fl. Ein Bewohner besaß ein Haus mit Hof, etliche „Stück Acker in der Heide“, vier Zugochsen, zwei Pferde, eine Kuh, zwei jährige Kälber, drei halbjährige Schweine und zahlte 38 fl. Ein Bewohner hatte ein Haus mit Hof, etliche Stück Acker, zwei Kühe, ein jähriges Kalb, eine Range und sechs Schweinchen sowie Abgaben von 31 fl. Ein Bewohner mit Haus und Hof sowie etlichen Stück Acker besaß weiterhin zwei Zugpferde, zwei Zugochsen, vier Kühe, sechs Schafe, zwei Schweine und leistete 43 fl Abgaben. Ein Bewohner mit Haus und Hof sowie etliche Stück Acker besaß drei Kühe, zwei jährige Kälber, eine Range, fünf Ferkel und zahlte 50 fl. Ein weiterer Einwohner besaß Haus und Hof, etliche Stück Acker, zwei Zugpferde, einen Ochsen, eine Kuh, drei Schafe und zahlte 33 fl. Von einem weiteren Bewohner mit Haus und Hof sowie etlichen Stück Acker in der Heide ist bekannt, dass er vier Zugochsen, drei Kühe, ein jähriges Kalb, neun Schafe, zwei Schweine besaß und 35 fl bezahlte. Ein weiterer Bewohner besaß Haus und Hof und zahlte 8 fl. Der letzte bekannte Bewohner hatte Haus und Hof, etlichen Acker in der Heide, zwei Kühe, zwei jährige Kälber, sechs Schweine und zahlte 47 fl.
Im Jahr 1551 gab es im Dorf 19 „Veranlagte“. Der Krüger zahlte 108 Schock, ein Bewohner 16 Schock, einer 16 Schock, zwei Einwohner 15 Schock, einer 14 Schock, einer 13 Schock, der Richter 12 Schock sowie zwei Personen je zwölf Schock. Ein Bewohner leistete elf Schock an Abgaben, zwei je zehn Schock, einer acht Schock, drei Personen drei Schock und einmal zwei Schock. Vier Jahre später verzeichnete die Statistik lediglich 16 Hufner und sechs Gärtner. Der Pfarrer besaß nach wie vor 1 Hufen, bekam 55 Scheffel Korn, acht Fuder Wiesenwachs und durfte ca. neun Rinder, vier Schweine und 20 Schafe halten. Der Küster bekam 22 Scheffel Korn, 30 Brote, 51 Eier und 46 Kuchen. Aus dem Jahr 1575 waren Abgaben in Höhe von 32 Scheffel Korn bekannt, darunter 12 Scheffel von sechs durch die von Schlieben ausgekauften Gütern. Er bekam weiterhin drei Scheffel Korn sowie drei Scheffel Hafer vom Pfarrer aus Merzdorf. Ihm standen weiterhin 1 Hufen zur Verfügung; außerdem ein als „Ackerstück“ nicht näher bezeichnetes Grundstück in Paplitz, auf denen er insgesamt acht Fuder Wiese ernten konnte. Der Küster bekam 1 Scheffel 6 Metzen Korn von drei Hufnern, 4 Scheffel vom Junker sowie weitere Einkünfte aus den Dörfern in Lynow und Schöbendorf: Zu Gründonnerstag bekam er von jedem Hufner vier Eier und von jedem Gärtner zwei Eier. Der Windmüller aus Klein Ziescht musste ihm drei Scheffel Korn abgeben.
Die Bevölkerung von Paplitz und der umliegenden Orte hatte unter dem Ausbruch der Pest etwa in den Jahren 1582 und 1631 zu leiden. Zudem wurde Paplitz vielfach Opfer von Plünderungen und Verwüstungen durch Soldaten unterschiedlicher durchziehender Armeen oder deren Überbleibseln.Siegl. und Gerh. Schulze in Die Paplitzer Dorfchronik, 1997, Seiten 16–17. In den Jahren 1593/1594 gab es auch nur noch 13 Veranlagte. Acht von ihnen zahlten 1 fl 20 gr, zwei 1 fl 15 gr und die drei Gärtner zweimal 6 gr und einmal 5 gr. Im Folgejahr erschien erstmals ein Vorwerk mit „33 Haupt Rindvieh“, 12 Häuptern Schweine und 250 Häuptern Schafe.
17. Jahrhundert Bereits im Mittelalter gab es im Dorf eine aus Feldsteinen errichtete Dorfkirche mit dem abseits stehenden Glockenturm, die mutmaßlich auf den Trümmern einer alten Wehranlage errichtet wurde.Sieglinde und Gerhard Schulze in Kalender 2000 für die Gemeinden im Amt Baruth/Mark, Herausgeber: Amt Baruth/Mark. Der Pfarrer erhielt im Jahr 1617 von jedem der sieben Hufner zwei Scheffel Korn, zwei Hufner zahlten je ein Scheffel Korn, ein Hufner gab vier Scheffel. Hinzu kamen Einkünfte aus dem Vorwerk in Höhe von 12 Scheffel Korn. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche zerstört. Zu Pfingsten 1636 fielen schwedische Soldaten in Paplitz ein. Die Bevölkerung konnte sich mit ihrem Hausrat und dem Vieh auf der Düne Langer Horst im nahe gelegenen Moor verstecken. Der Pfarrer Johannes Hanisius, der sich in der Dorfkirche verschanzt hatte, kam dabei unter der Folter durch die plündernden Soldaten ums Leben, da er sich standhaft weigerte, das Versteck der Paplitzer preiszugeben.Märkische Allgemeine vom 29. März 2012: Außen profan, innen überraschend – In Paplitz rangiert die lebendige Gemeinde vor der Kirchensanierung; DerTeltow.de: Vorstellung von Paplitz; Jan Feustel: Vom Schwedentrunk zu Paplitz, in: Die Mark Brandenburg. Zeitschrift für die Mark und das Land Brandenburg. Heft 30 – III/1998: Es ist ein Schnitter, heißt der Tod. 30 Jahre Krieg 1618–1648, Marika Großer Verlag Berlin, 1998. An diese Begebenheit erinnert ein Holzkreuz mit entsprechender Inschrift, welches sich heute hinter dem Altar in der Paplitzer Dorfkirche befindet. Paplitz erholte sich nur langsam von den Kriegswirren. Im Jahr 1672 gab es insgesamt zehn Bauernhöfe, von denen zwei besetzt, zwei angenommen, aber noch sechs wüst lagen. Von den zehn Gärten war einer besetzt, einer neu angenommen und noch acht wüst.
18. Jahrhundert