Forstleithen (oberfränkisch: Dea FoaschdE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 199. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „deʳ foʳschd“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Forstleithen liegt in der Gemarkung Limmersdorf III.

Geographie Der Weiler liegt am Rande eines Hochplateaus, das gegen Osten abfällt. Im Westen ist Forstleithen von Acker- und Grünland umgeben, im Osten grenzt der Limmersdorfer Forst an. Dort entspringen die drei Quellbäche des Markgrafenbrunnenbaches, eines linken Zuflusses des Reuthbaches. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Limmersdorf zur Kreisstraße KU 17 (0,7 km westlich).

Geschichte 1572 wurde „Forstleithen“ erstmals urkundlich erwähnt, schon damals in gleicher Schreibweise. Das Grundwort ist līte (mhd. für Abhang), das Bestimmungswort ist Forst. Der ursprüngliche Flurname entspricht den geographischen Verhältnissen. 1713 wurde ein kleiner Teil des Limmersdorfer Forstes urbar gemacht und die so entstandenen Flurstücke an 5 Söldengüter vergeben.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 40f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Forstleithen aus 7 Anwesen. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthische Vogteiamt Kasendorf. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (1 Wirtshaus,= Neuwirthshaus (Thurnau) 5 SöldenDie Sölde, die später die Haus Nr. 6 erhielt, war Buchhaus (Limmersdorf).) und die Oberforstmeisterei Kulmbach-Oberpreuschwitz (1 Forsthaus).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 593.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Sanspareil. Mit dem Gemeindeedikt wurde Forstleithen 1812 dem Steuerdistrikt Limmersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die provisorische Ruralgemeinde Forstleithen, zu der Buchhaus und Neuwirthshaus gehörten. 1819 wurde diese in die Ruralgemeinde Kasendorf eingegliedert, 1856 in die Ruralgemeinde Limmersdorf.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 762. Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.

Baudenkmal Haus Nr. 1: Ehemaliges Jagdschloss, das Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde Haus Nr. 5: Zweigeschossiger Hausteinbau, von zwei zu sechs Achsen, um Mitte des 18. Jahrhunderts. Mit Gurtgesims, Ecklisenen im Erdgeschoss, Walmdach. Im Hof hübscher Ziehbrunnen, wohl des 18. Jahrhunderts.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Kulmbach, S. 52. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006Einwohner 45 34 42 46 26 24 49 38 31 16 28HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 7 6 7 6 7 7 6 Quelle

Religion Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes der Täufer (Limmersdorf) gepfarrt.

Literatur

Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Weiler im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1572