Der Landratsbezirk Bensheim war ein Landratsbezirk im Großherzogtum Hessen mit Sitz in Bensheim und bestand von 1821 bis 1832. Er ging 1832 in dem Kreis Bensheim auf.

Umfang des Landratsbezirks Der Landratsbezirk Bensheim setzte sich aus den folgenden vorherigen Verwaltungseinheiten zusammen: dem Amt Bensheim dem Amt Seeheim dem Amt Zwingenberg mit Ausnahme von Jägersburg nebst dem Forsthaus Großrohrheim und Großhausen dem Amt Gernsheim mit Ausnahme von Wattenheim den Orten Pfungstadt, Eberstadt, Hahn, Eschollbrücken, Eich, Niederbeerbach und Frankenstein aus dem Amt Pfungstadt. Im Oktober 1824 wurden noch die Orte Beedenkirchen und Wurzelbach aus dem Landratsbezirk Reinheim zugeteilt.Zutheilung der Gemeinden Beedenkirchen und Wurzelbach zu dem Landrathsbezirke Bensheim und dem Landgerichte Zwingenberg betreffend vom 11. Oktober 1824. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, Nr. 57, 30. Oktober 1824, S. 413 f. Der Bezirk enthielt 26 althessische und 5 vormals mainzische Orte, die alle zu den Dominiallanden gehörten, in denen also keine Hoheitsrechte Dritter bestanden, etwa Patrimonialgerichte.

Einteilung Die Administrative Einteilung legte die Bürgermeistereien fest, die dem Landrat unterstanden. Dabei wurden mehrere kleinere Ortschaften häufig durch eine Bürgermeisterei verwaltet. Seit 1822 konnten die Hessischen Gemeinden ihre Bürgermeister selbst wählen und es wurden keine Schultheiße mehr eingesetzt. Die folgenden 19 Bürgermeistereien bestanden im Landratsbezirk: Alsbach Auerbach mit Hochstädten Balkhausen mit Quatelbach (Weiler in der Gemarkung von Balkhausen), Staffel und Felsberg (Siedlung in der Gemarkung Beedenkirchen) Beedenkirchen mit Wurzelbach Bensheim mit Fehlheim Bickenbach mit Hartenau (Hof in der Gemarkung Bickenbach) Eberstadt Eschollbrücken mit Eich Gernsheim mit Kleinrohrheim Hähnlein Hahn Jugenheim Langwaden mit Rodau Niederbeerbach mit dem Frankenstein Oberbeerbach mit Schmalbeerbach und Stettbach Pfungstadt Schwanheim Seeheim mit Malchen Zwingenberg

Landrat Einziger Landrat war von 1821 bis 1832 Peter Joseph von Rüding.

Auflösung Durch Edikt vom 6. Juni 1832 wurden die Landratsbezirke aufgehoben und räumlich umfangreichere Kreise gebildet.Art. 1 Edict, die Organisation der dem Ministerium des Innern und der Justiz untergeordneten Regierungsbehörden betreffend vom 6. Juni 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, Nr. 55 vom 4. Juli 1832, S. 365–376 (365). Deren Zuschnitt wurde kurz darauf mit einer weiteren Verordnung festgelegt, wobei die Landratsbezirke Bensheim und Heppenheim zum Kreis Bensheim vereinigt wurden.Verordnung, die Bildung von Kreisen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend vom 20. August 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 74 vom 5. September 1832, S. 561–563 (562).

Justiz Gleichzeitig mit der Bildung der Landratsbezirke 1821 wurden Landgerichte installiert, die jetzt unabhängig von der Verwaltung waren. Mit der Bildung des Landratsbezirks Bensheim wurde parallel das Landgericht Zwingenberg mit Sitz in Zwingenberg geschaffen, dessen Zuständigkeitsbereich sich mit dem Landratsbezirk deckte.Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Oktober 1829, S. 12 ff. ()

Weitere Verwaltungen Finanzverwaltung Für die Einnahmen aus Staatseigentum (den sogenannten Domanialen) gab es die Rentämter. Für den gesamten Landratsbezirk war das Rentamt Zwingenberg zuständig.

Davon getrennt war die Steuerverwaltung. Für den Landratsbezirk war der Steuerbezirk Bensheim zuständig der alle Orte umfasste und zur Obereinnehmerei Bensheim gehörte. Der Steuerbezirk Bensheim war wiederum in vier Distrikteinnehmereien gegliedert die aus, 1. Bensheim mit Fehlheim und Schwanheim; 2. Eberstadt mit Eich, Eschollbrücken, Niederbeerbach und Pfungstadt; 3. Gernsheim mit Hähnlein, Hahn, Kleinrohrheim, Langwaden und Rodau; 4. Zwingenberg mit Alsbach, Auerbach, Balkhausen, Bickenbach, Hartenau, Hochstädten, Jugenheim, Malchen, Oberbeerbach, Seeheim, Staffel und Stetlbach, bestanden.

Der Bezirk gehörte zum Hauptzollamt Heppenheim und hatte eine Nebenzollamt in Bickenbach.

Forst Die Forstverwaltung des Landratsbezirks Dieburg wurde vom Forst Jugenheim wahrgenommen. Dieser hatte die vier Forstreviere: 1. Bensheim mit Fehlheim und Schwanheim; 2. Eberstadt mit Eich, Eschollbrücken, Niederbeerbach und Pfungstadt; 3. Gernsheim mit Hähnlein, Hahn, Kleinrohrheim, Langwaden und Rodau; 4. Zwingenberg mit Aisbach, Auerbach, Balkhausen, Bickenbach, Hartenau, Hochstädten, Jugenheim, Malchen, Oberbeerbach, Seeheim, Staffel und Stetlbach. Der Ort Auerbach gehört zum Revier Lorsch des Forsts Heppenheim.

Kirche Die Kirchverwaltung im Bezirk bestand aus dem lutherischen Inspektorat Bensheim, das aus den folgenden 15 Pfarreien mit ihren Filialen: 1. Alsbach; 2. Auerbach mit Hochstädten; 3. Beedenkirchen mit Wurzelbach und Staffel; 4. Bickenbach; 5. Eberstadt; 6. Eschollbrücken; 7. Hähnlein; 8. Hahn mit Eich; 9. Jugenheim mit Balkhausen und Qualelbach; 10. Niederbeerbach mit Malchen, Oberbeerbach mit Schmalbeerbach; 11. Stettbach und dem Neutscher Hof (aus dem Landratsbezirk Reinheim); 12. Pfungstadt; 13. Schwanheim mit Langwaden, Rodau und Großhausen (aus dem Landratsbezirk Heppenheim); 14. Seeheim; 15. Zwingenberg. Die katholischen Orte hatten zwei Pfarreien: Bensheim mit Fehlheim, Gernsheim mit Kleinrohrheim. Diese Pfarreien gehörten zum Bergsträßer Landkapitel.

Historische Beschreibung Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über den Landratsbezirk Bensheim:

Die Lage und Grenzen wird beschrieben als:

Die Natürliche Beschaffenheit als:

Die Bevölkerung als:

Die Naturprodukte als:

Gewerbe und Handel als:

Literatur Willi Görich: Verwaltungs-Einteilung 1821 [Karte] = Taf. 25a. In: Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Marburg 1960–1978. [de/subjects/idrec/sn/ga/id/45 Digitalisat] Ulrich Reuling: Verwaltungs-Einteilung 1821–1955. Mit einem Anhang über die Verwaltungsgebietsreform in Hessen 1968–1981. In: Fred Schwind (Hrsg.): Geschichtlicher Atlas von Hessen. Text- und Erläuterungsband. Thorbecke, Sigmaringen 1984, ISBN 3-921254-95-7 [downloads/ga/24-26b.pdf#zoom=50 Digitalisat] (PDF)

Einzelnachweise

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