mini|Friedrich von Ziegler
Friedrich Ziegler (* 10. März 1839 in München; † 8. Juni 1897 ebenda) war ein bayerischer Verwaltungsjurist und hoher Staatsbeamter. Er war Kabinettssekretär von König Ludwigs II., Regierungspräsident der Oberpfalz und von Regensburg (1888–1894) sowie anschließend Regierungspräsident von Oberbayern (1894–1897).
Leben Friedrich von Ziegler wurde als Sohn eines Offiziers der bayerischen Armee geboren, der 1819 in den Adelsstand erhoben worden war. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität München und trat nach bestandenem Staatskonkurs in den bayerischen Justiz- und Verwaltungsdienst ein.
Besondere Bedeutung erlangte Ziegler als Kabinettssekretär König Ludwigs II. Dieses Amt bekleidete er von 1877 bis 1879 sowie erneut von 1880 bis 1883. In dieser Funktion vermittelte er zwischen dem Monarchen, der Staatsregierung und dem Landtag. Zeitgenössische und spätere Darstellungen heben hervor, dass Ziegler aufgrund seiner ausgleichenden Arbeitsweise erheblichen Einfluss auf die Kommunikation zwischen König und Regierung ausübte. Die zunehmende Isolation und Unberechenbarkeit Ludwigs II. erschwerten jedoch seine Tätigkeit erheblich. Auf eigenen Wunsch schied er 1879 zunächst aus dem Amt aus, kehrte 1880 nochmals in das Kabinettssekretariat zurück und ließ sich 1883 endgültig in das Innenministerium versetzen.
Anschließend war Ziegler Ministerialrat im Staatsministerium des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten. 1886 erhielt er als Vertreter des Ministers den Rang eines Staatsrats im ordentlichen Dienst.
Regierungspräsident Am 1. November 1888 wurde Friedrich von Ziegler zum Regierungspräsidenten der Oberpfalz und von Regensburg berufen. Während seiner Amtszeit leitete er die staatliche Mittelbehörde des Regierungsbezirks bis 1894. Nach dem Tod des oberbayerischen Regierungspräsidenten Sigmund von Pfeufer bewarb sich Ziegler erfolgreich um dessen Nachfolge und wurde am 1. November 1894 zum Regierungspräsidenten von Oberbayern ernannt. Dieses Amt übte er zum 1. Juni 1897 aus.
Tod Ziegler litt über längere Zeit an einem Nierenleiden. Nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hatte, wurde er zum 1. Juni 1897 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt. Friedrich von Ziegler starb wenige Tage später im Alter von 58 Jahren in München.
Grabstätte mini|Grab von Friedrich von Ziegler auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Friedrich Ziegler befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 21 – Reihe 13 – Platz 8/9, ).Reiner Kaltenegger, Gräber des Alten Südfriedhofs München - Inschriften - Biographien , 1. Auflage 2019, PDF-Ausgabe, S. 4091Schiermeier/Scheungraber, Alter Südlicher Friedhof in München, Übersichtsplan, 2008, ISBN 978-3-9811425-6-3 Titel auf Verlagsseite
Ehrungen Zu den bedeutendsten Ehrungen Friedrich von Zieglers zählen:
Komturkreuz des Österreichischen Franz-Joseph-Ordens (1884) Großkomturkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone (1897) Ehrenbürgerwürde der Stadt Regensburg (1894)
Mitgliedschaft Seit dem Studium war er Mitglied der Studentenverbindung Akademischer Gesangverein München im Sondershäuser Verband.Ottmar Müller: Kartell-Adress-Buch. Verzeichnis sämtlicher Philister der sämtlicher K.-V. D. St.-G.-V. Würzburg 1894, S. 67.
Literatur
Stephan Deutinger: Die Regierungspräsidenten von Oberbayern im 19. und 20. Jahrhundert. München 2005. Regierung der Oberpfalz: Regierungspräsidenten der Oberpfalz – Friedrich von Ziegler (1888–1894)
Weblinks
Einzelnachweise
Friedrich Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Regierungspräsident der Oberpfalz Kategorie:Regierungspräsident von Oberbayern Kategorie:Ehrenbürger von Regensburg Kategorie:Korporierter im SV Kategorie:Bayer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann