Schipkau () ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg.

Geografie mini|hochkant=1.2|Luftaufnahme von Schipkau Die Gemeinde Schipkau liegt im südlichen Teil des Bundeslandes Brandenburg. Die Stadtgrenze Dresdens ist etwa 50 Kilometer entfernt, bis zum Schönefelder Kreuz an der Südgrenze Berlins sind es etwa 100 Kilometer. Die Gemeinde liegt im Lausitzer Braunkohlerevier.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Schipkau gliedert sich in folgende Ortsteile mit den zugehörigen Wohnplätzen:Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Schipkau.

Annahütte (Ždźark) mit den Wohnplätzen Herrnmühle und Karl-Marx-Siedlung Drochow (Drochow) Hörlitz (Wórlica) Klettwitz (Klěśišća) mit den Wohnplätzen Barranmühle (teilw. zu Meuro), Staudemühle, Treuhandsiedlung und Wilhelminensglück/Am Krankenhaus Meuro (Murjow) mit dem Wohnplatz Barranmühle (teilw. zu Klettwitz) Schipkau (Šejkow) mit dem Wohnplatz Krügers Mühle

Zum Ortsteil Schipkau gehören zudem die ehemaligen Arbeitersiedlungen Galgenbergsiedlung und Rosa-Luxemburg-Siedlung, die ehemalige Kolonie Vogelberg und Reste des alten Dorfkerns aus der germanischen Neuzeit.Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und archäologisches Landesmuseum, Juni 2022, S. 6 (PDF; 563 kB). Abgerufen am 28. Januar 2023.

Geschichte Ausgangslage Am 31. Dezember 2001 schlossen sich die sechs bis dahin selbstständige Gemeinden Annahütte, Drochow, Hörlitz, Klettwitz, Meuro und Schipkau zu der neuen Gemeinde Schipkau zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001 Die Gemeinden hatten sich bereits 1992 im Amt Schipkau zu einem Verwaltungsverbund zusammengeschlossen.

Verwaltungszugehörigkeit 1815–1945 Landkreis Calau (Provinz Brandenburg, Preußen) 1945–1952 Landkreis Calau (Land Brandenburg) 1952–1990 Kreis Senftenberg (Bezirk Cottbus) 1990–1993 Landkreis Senftenberg (Brandenburg) seit 1993 Landkreis Oberspreewald-Lausitz (Brandenburg)

Bevölkerungsentwicklung Statistik ab 1875 Jahr Einwohner 1875 527 1890 889 1910 1 752 1925 2 015 1933 2 129 1939 2 274 Jahr Einwohner 1946 3 430 1950 3 326 1964 3 469 1971 4 598 1981 4 042 1985 3 857 Jahr Einwohner 1990 5 330 1995 4 996 2000 3 907 2005 7 605 2010 7 357 2015 6 813 Jahr Einwohner 2020 6 638 2021 6 576 2022 6 845 2023 6 775 2024 6 726 2025 6 704 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberspreewald-Lausitz. S. 26–29Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), von 2011 bis 2021 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von sechs Gemeinden zur neuen Gemeinde Schipkau im Jahr 2001 zurückzuführen.

Sprache In den Ortslagen Schipkaus wird traditionell die niederlausitzische Mundart sowie der sorbische Koschener Dialekt (Košynska narěc) gesprochen, wobei auch der um 1885 in den Ortslagen Annahütte und Drochow nahezu verdrängte Schliebener Dialekt (Złowinska narěc) des Niedersorbischen auf Grund des Zuzugs aus den neuen Braunkohlerevieren um Cottbus, durch Jänschwalder-Lehder (Janšojce-Lědjanska narěc) und Schleifer Dialekt (Slěpjanska narěc) heute teilweise ersetzt wurde.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Schipkau besteht regulär aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Ergebnis2024 Sitze2024 Ergebnis2019 Sitze2019 Ergebnis2014 Sitze2014 CDU 29,2 % 5 32,4 % 6 38,1 % 7 AfD 27,7 % 3 19,1 % 3 – – Gemeinsam für die Gemeinde Schipkau 14,4 % 3 – – – – Einzelbewerber Thomas Nützsche 10,4 % 1 – – – – Meuroer Bürgerbündnis 7,0 % 1 9,1 % 2 9,2 % 2 Unabhängige Bürgervereinigung 4,3 % 1 5,8 % 1 15,3 % 3 Die Linke 2,6 % 1 15,4 % 3 18,9 % 3 Bündnis 90/Die Grünen 2,6 % – – – – – FDP 1,0 % – – – – – Einzelbewerber Andreas Schürer 0,8 % – – – – – SPD – – 15,3 % 3 18,5 % 3 Wahlbeteiligung 66,7 % 59,5 % 49,6 %

Der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Thomas Nützsche entspricht zwei Sitzen; der Stimmenanteil der AfD entspricht fünf Sitzen, die Partei war aber nur mit drei Kandidaten angetreten. Daher waren zunächst drei Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt. Seit dem Amtsantritt von Thomas Nützsche als neuem Bürgermeister im Juni 2026 sind vier Sitze in der Gemeindevertretung nicht besetzt.

Bürgermeister 1998–2002: Jürgen Trabandt (SPD) 2002–2010: Siegurd Heinze (parteilos)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Potsdam 2004, S. 28. Abgerufen am 24. Juni 2024. 2010–2026: Klaus Prietzel (CDU) seit 2026: Thomas Nützsche (parteilos)

Prietzel wurde in der Bürgermeisterwahl am 30. Mai 2010 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt. In der Wahl am 22. April 2018 wurde er mit 58,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 22. April 2018 Zur Wahl 2026 trat er nicht mehr an.

Bei der Bürgermeisterwahl am 11. Januar 2026 wurde Thomas Nützsche mit 68,4 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 61,8 % für eine Amtszeit von acht JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 zum neuen Bürgermeister gewählt.Bürgermeisterwahl 2026. Wahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 11. Januar 2026. Er ist seit dem 10. Juni 2026 im Amt.

Wappen

Das Wappen hat der Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge Die Flagge der Gemeinde Schipkau ist zweistreifig Rot – Weiß mit dem Gemeindewappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten (Auswahl) mini|hochkant|Henriettenkirche Annahütte mini|Evangelische Kirche in Klettwitz Lausitzring Henrietten-Kirche Annahütte Herz-Jesu-Kirche Klettwitz Evangelische Kirche Klettwitz Aussichtsturm Hörlitz Schachtanlage Klettwitz

In der Liste der Baudenkmale in Schipkau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale, in der Liste der Naturdenkmale in Schipkau sind die Naturdenkmale gelistet.

Wirtschaft und Infrastruktur Überblick Nach dem Auslaufen des Braunkohlenbergbaus (Tagebau Klettwitz, Tagebau Klettwitz-Nord, Tagebau Meuro) hat sich die Gemeinde Schipkau zu einer Motorsportgemeinde entwickelt. Der EuroSpeedway Lausitz und das DEKRA Technology Center tragen dabei zum technologischen Wandel und zur Modernisierung der Infrastruktur der Gemeinde bei.

Energiepark Lausitz Kennzeichnend für die Gemeinde sind unter anderem die Energieparks in Schipkau. Im Laufe der Zeit wurden über 50 Windkraftanlagen errichtet. Die Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 72 MWp ist Teil des 2011 eröffneten Solarkomplexes Senftenberg.

Auf der Klettwitzer Hochkippe wurde 2021 das Projekt Energiepark Lausitz, vom 30. März 2021. der Gemeinde SchipkauPlanungsunterlagen zum „Energiepark“ liegen zur Einsichtnahme bereit. Gemeinde Schipkau, 17. September 2020, abgerufen am 17. Juni 2021. von GP JouleDer Energiepark Lausitz. GP Joule, abgerufen am 17. Juni 2021 – Firmenname angelehnt an die Maßeinheit für Energie Joule. mit den Partnern TerraventTerravent Lehnwort aus terra, lat. Erde und ventus, Wind. und Steinbock EE realisiert.Lausitzer Netzwerk treibt Wasserstoffzukunft dank Bundesförderung voran. PT-Magazin, 31. Januar 2021, abgerufen am 17. Juni 2021. Dort werden die Freiflächen zwischen den bestehenden Windenergieanlagen für den Bau und den Betrieb von Photovoltaikanlagen genutzt.

Der gewonnene Strom wird ins Netz eingespeist; andererseits soll damit grüner Wasserstoff erzeugt werden. Die Hochkippe wurde im Zuge des Braunkohleabbaus mit teils wenig fruchtbaren Boden künstlich aufgeschüttet und kann daher nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Der Solarpark mit zunächst 90 MW elektrischer Leistung wurde im Jahr 2022 auf 300 MW erweitert.

Am 19. September 2024 erfolgte die Grundsteinlegung für das GICON-Höhenwindrad Schipkau als die höchste Windkraftanlage der Welt. Mit Rotorblatt in 12-Uhr-Position erreicht es eine Gesamthöhe von 365 m, drei Meter weniger als der Berliner Fernsehturm.

Verkehr Schipkau liegt an der Landesstraße L 60 zwischen Lauchhammer und Senftenberg. Durch die Ortsumfahrung Senftenberg erhielt der Ortsteil Hörlitz einen direkten Anschluss an die Bundesstraße 169. Die Autobahn A 13 Berlin–Dresden durchquert das Gemeindegebiet, die Anschlussstelle Klettwitz liegt auf dem Territorium der Gemeinde.

Auf den Bahnstrecken Finsterwalde–Schipkau und Schipkau–Senftenberg mit den Bahnhöfen Schipkau, Klettwitz, Klettwitz Krankenhaus und Annahütte wurde der Personenverkehr 1966 eingestellt.

mini|Flugplatz Schwarzheide-Schipkau In der Gemarkung Schipkau liegt der Flugplatz Schwarzheide-Schipkau.

Am 27. Oktober 1975 kam es zwischen Hörlitz und Schipkau an einem unbeschrankten Bahnübergang zu einem folgenschweren Unfall. Beim Zusammenstoß zwischen einem Linienbus und einer Lokomotive der Werkbahn des Braunkohlenreviers kamen sieben Personen ums Leben, 30 wurden verletzt, davon erlitten acht Personen schwere Verletzungen.Neues Deutschland vom 28. Oktober 1975, abrufbar über das ZEFYS-Projekt der Staatsbibliothek Berlin.

Sport mini|Lausitzring Auf dem Lausitzring finden jährlich Rennen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) statt.

Fußballvereine der Gemeinde sind Askania Schipkau, Grün-Weiß Annahütte, VfB Klettwitz, FSV Empor Hörlitz und Meuroer Sportverein.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Annahütte Walter Nowojski (1931–2012), Germanist Daniela Döring (* 1966), Professorin für System- und Regelungstechnik Gerd Audehm (* 1968), Radsportler Solveig August (* 1969), Schauspielerin

Klettwitz Gottlob Schumann (1860–1929), Bergbaudirektor Robert Harnau (1908–1977), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Gerd König (1930–2009), DDR-Diplomat Herbert Richter (1933–2018), Chemiker Fritz Stavenhagen (* 1945), Schauspieler

Meuro Rudolf Zernick (1929–1997), Chemieingenieur

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Rudolf Heuson (1884–1955), Förster in Schipkau, Pionier der Bergbaurekultivierung im Lausitzer Braunkohlenrevier, verstarb in Hörlitz Golo Mann (1909–1994), Schriftsteller, arbeitete 1928 zeitweise im Braunkohlebergwerk SchipkauGolo Mann: Erinnerungen und Gedanken, S. 265–278 Siegurd Heinze (* 1961), Landrat und Bürgermeister, in Meuro aufgewachsen

Weblinks

Website der Gemeinde Schipkau Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Niederlausitz