Das 6. Infanterie-Regiment war ein Regiment der Reichswehr.

Geschichte Das Regiment wurde am 1. Januar 1921 aus den Reichswehr-Infanterie-Regimentern 17 und 18 des Übergangsheeres gebildet. Da es sich um einen landsmannschaftlich gemischten Verband handelte, erhielten lediglich die jeweiligen Bataillone am 29. Mai 1922 zusätzlich zu ihrem Namen die landsmannschaftliche Bezeichnung „Hanseatisches“, „Mecklenburgisches“ bzw. „Preußisches“.Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-1000-9, S. 188.

Im Zuge der Vergrößerung der Reichswehr wurde das Regiment 1934 in der ersten Aufstellungswelle geteilt und daraus das Infanterie-Regiment Lübeck, das Infanterie-Regiment Flensburg und das Infanterie-Regiment Neumünster gebildet.

Garnisonen Lübeck: Regimentsstab, II. (Hanseatisches) Bataillon mit Stab, 5. und 8. Kompanie Schwerin: I. (Mecklenburgisches) Bataillon mit Stab Eutin: 6. und 7. Kompanie Flensburg: III. (Preußisches) Bataillon Ratzeburg: (Preußisches) Ausbildungs-Bataillon und 13. (MW)-Kompanie

Regimentschef Nach seiner Verabschiedung Ende 1922 wurde Walter von Bergmann am 31. Oktober 1925 zum Chef des 6. Infanterie-Regiments in Lübeck ernannt.

Kommandeure Nr. Name Beginn der Berufung Ende der Berufung 1. Oberst Paul Helfritz1. Januar 19211921 2. Oberst Ernst Stoltz19221923 3. Oberst Heinrich von dem Hagen 1. November 192331. Dezember 1924 4. Oberst Hartwig von Bülow1. Januar 192530. November 1926 5. Oberst Walter von Unruh1. Dezember 192628. Februar 1927 6. Oberst Curt Ludwig von Gienanth1. März 192728. Februar 1928 7. Oberst Bodo von Witzendorff1. März 192831. Januar 1931 8. Oberst Hubert Gercke1. Februar 193131. Januar 1934 9. Oberst Kuno-Hans von Both1. Februar 193430. September 1934

Organisation Verbandszugehörigkeit Das Regiment unterstand dem Infanterieführer II der 2. Division in Schwerin.

Gliederung Das Regiment bestand neben dem Regimentsstab mit Nachrichtenstaffel aus I. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 17, II. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 18, III. Bataillon mit Stab und Nachrichtenstaffel, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 18, Ergänzungs-Bataillon, ab 23. März 1921 Ausbildungs-Bataillon, hervorgegangen aus dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 17.

Jedes Feld-Bataillon gliederte sich zu drei Kompanien zu je drei Offizieren und 161 Unteroffizieren und Mannschaften (3/161) sowie einer MG-Kompanie (4/126). Insgesamt bestand ein Bataillon aus 18 Offizieren und Beamten (einschließlich Sanitätsoffizieren) und 658 Mann.

Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung Die Schützen waren mit dem Karabiner K98a ausgerüstet. Jeder Zug besaß ein leichtes Maschinengewehr MG 08/15.

In den MG-Kompanien bestanden jeweils der 1. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, vierspännig gezogen, der 2. bis 4. Zug aus drei Gruppen mit drei schweren Maschinengewehren MG 08 auf Lafette, zweispännig gezogen.

Die schwersten Waffen des Regiments waren die Minenwerfer in der 13. Kompanie. Der 1. Zug war mit zwei mittleren Werfern 17 cm, vierspännig gezogen, ausgerüstet, der 2. und 3. Zug mit drei leichten Werfern 7,6 cm, zweispännig gefahren.

Sonstiges Traditionsübernahme Das Regiment übernahm 1921Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921. die Tradition der alten Regimenter: 1. Kompanie: Großherzoglich Mecklenburgisches Grenadier-Regiment Nr. 89 2. Kompanie: Großherzoglich Mecklenburgisches Füsilier-Regiment „Kaiser Wilhelm“ Nr. 90 3. Kompanie: Schutztruppe für Kamerun 4. Kompanie: Infanterie-Regiment „Graf Bose“ (1. Thüringisches) Nr. 31 5. Kompanie: Infanterie-Regiment „von der Marwitz“ (8. Pommersches) Nr. 61 6. Kompanie: Schleswig-Holsteinisches Infanterie-Regiment Nr. 163 7. Kompanie: Infanterie-Regiment „von Manstein“ (Schleswigsches) Nr. 84 8. Kompanie: Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 9. Kompanie: Infanterie-Regiment „Hamburg“ (2. Hanseatisches) Nr. 76 10. Kompanie: Infanterie-Regiment „Herzog von Holstein“ (Holsteinisches) Nr. 85 11. Kompanie: Infanterie-Regiment „von Borcke“ (4. Pommersches) Nr. 21 12. Kompanie: Füsilier-Regiment „Königin“ (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 86 13. Kompanie: Preußische Minenwerfer-Truppe 14. Kompanie: Großherzoglich Mecklenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 14 15. Kompanie: Lauenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 9 16. Kompanie: Kulmer Infanterie-Regiment Nr. 141

Literatur Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1974, ISBN 3-7648-1000-9, S. 187ff. Edgar Graf von Matuschka: Organisation des Reichsheeres. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt Freiburg (Breisgau) (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648–1939. Teil VI: Reichswehr und Republik (1918–1933), Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt am Main 1970, S. 320–322.

Einzelnachweise

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