Fred (Alfred) Hildenbrandt (Pseudonym Hermann Thimmermann; * 27. April 1892 in Stuttgart; † 4. März 1963 in Koblenz) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben Zunächst Volksschullehrer, nahm er am Ersten Weltkrieg teil, wurde 1914 in Langemarck verwundet, und begann seine Karriere als Feuilletonredakteur bei den Frankfurter Nachrichten. Er wurde von Theodor Wolff zum Berliner Tageblatt geholt und war dort von 1922 bis 1932 Feuilletonchef. Zu dieser Zeit war er ein weit beachteter Kritiker, bekannt für seinen ironischen Schreibstil, signierend mit dem Kürzel Hi.

In seinem posthum erschienenen Buch … ich soll dich grüßen von Berlin beschreibt er die Szene der im Berliner Westend am Sachsenplatz (dem heutigen Brixplatz) lebenden Prominenten und Künstler (Veit Harlan, Paul Hindemith, Hilde Körber, Joachim Ringelnatz, Max Schmeling, Henny Porten) während der Weimarer Republik.

Ab 1933 verfasste er heroische „Erlebnisberichte“ aus dem Ersten Weltkrieg, schrieb für die Wehrmacht und möglicherweiseDie Quelle hierfür (Süskind/NDB) spricht von einem Gerücht und nennt ein Gegenargument. Bekannt wurde bisher nur der Irrtum von Alfred Kerr, der annahm, (die reale Person) Wilfrid Bade sei ein Pseudonym von Hildenbrandt. auch für die NSDAP-Parteipresse.

Neben zahlreichen Büchern verfasste Hildenbrandt von den 1920er bis 1940er Jahren auch etliche Drehbücher, wie beispielsweise 1938 für den Spielfilm Pour le Mérite. An dem Drehbuch für den Film Unternehmen Michael war er Mitautor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Frankfurt am Main.

Werk Bücher Briefe an eine Tänzerin. Stuttgart 1922 Judas Ischarioth, 1924 Tage-Blätter. Berlin 1925 Hochstapler, R. Mosse, Berlin 1926 Kleine Chronik. Potsdam 1926 Die Tänzerin Valeska Gert. Stuttgart, Hädecke, 1928 Kinder, Stuffer, Berlin 1928 Im Irrgarten läuft Bellarmin. Berlin, Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1929 Annee u. ihre Leichtathleten, Roman, 1929 Der Sand läuft falsch im Stundenglas. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1930 Tänzerinnen der Gegenwart (= Schaubücher 18). 65 Bilder erläutert von Fred Hildenbrandt. Orell Füssli, Zürich 1931. Gwendolin stürzt sich ins Leben, Roman, Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1931 Erschossen in Braunau – Das tragische Schicksal des ritterlichen Verlagsbuchhändlers Johann Philipp Palm aus Nürnberg, München, Knorr & Hirth, 1933 Fritz Freemann wird Reporter. Edited with Introduction and Vocabulary by Dora Kreykenbohm Willner. New York: Prentice-Hall Inc. 1937, 194 Seiten [Jugendbuch mit Schauplatz Berlin. In deutscher Sprache mit Vokabular deutsch-englisch] Olymp. Siege, 1935 An die Herren Europäer!, Japan arbeitet u. lächelt, Franckh, Stuttgart 1936 Verdun! Souville!, Ein Tatsachenbericht ...., Knorr und Hirth, München 1937 Nobile, Verlag der Sternbücher, 1955 (über den Flug zum Nordpol von Roald Amundsen, Umberto Nobile und Lincoln Ellsworth) … ich soll dich grüssen von Berlin. 1922-1932. Berliner Erinnerungen ganz und gar unpolitisch, Ehrenwirth, 1966

Pseudonym Hermann Thimmermann: Der Sturm auf Langemarck, 1933

Drehbücher 1927: Die große Pause 1928: Lotte 1930: Nur am Rhein 1931: Luise, Königin von Preußen 1932: Melodie der Liebe 1937: Unternehmen Michael 1937: Signal in der Nacht 1938: Pour le Mérite 1939: Drei Unteroffiziere 1943: Besatzung Dora

Literatur

Hildenbrandt, Fred. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 246. Bodo-Michael Baumunk: Der Feuilletonchef. Fred Hildenbrandt (1892–1963) und das Berliner Tageblatt. transcript, Bielefeld 2024 (Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, 2023), ISBN 978-3-8376-7590-0.

Weblinks

Einzelnachweise

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