Enzesfeld-Lindabrunn ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Niederösterreich im Bezirk Baden. Den Namen trägt sie seit der Gemeindezusammenlegung im Jahre 1970.

Geografie mini|Enzesfeld und Lindabrunn (oben rechts) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Die Gemeinde liegt an der Triesting in den östlichen Ausläufern der Niederösterreichischen Kalkalpen am Rand des Wiener Beckens.

Die Seehöhe von Enzesfeld beträgt und die von Lindabrunn 331 m. Die Gemeinde hat eine Fläche von 15,77 km², der Anteil der Waldfläche beträgt 60,71 %.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus der wesentlich größeren Ortschaft Enzesfeld mit ca. 3.400 Einwohnern und dem kleineren Lindabrunn, die vor der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung mit 1. Jänner 1970 freiwillig zusammengelegt wurden.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortsteile (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Enzesfeld () Lindabrunn (), zu Lindabrunn gehört die Häusergruppe Sportschule LindabrunnSportschule Lindabrunn ist gemäß Österreichischem Amtskalender online ein „Sonstiger Gebäudename“, Julienhof ein „Einzelgebäude und Gehöft“, Blindes Kreuz ein „Sonstiger Objektname“, Schloss Enzersfeld (sic!) ein „Siedlungsname (nicht im KM50)“. Enzesfeld-Lindabrunn ist ein „Gemeindename (nicht in ÖK50)“.

Das Gemeindegebiet umfasst die beiden Katastralgemeinden (Fläche Stand ) Enzesfeld () Lindabrunn ()

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind: Berndorf, Hernstein, Hirtenberg, Leobersdorf und Matzendorf-Hölles.

Geschichte mini|Enzesfeld, 1911 von Osten gesehenoben rechts: Schloss Enzesfeld am Fuße des Pfarrkogels (470 m); links unter Mitte: Volksschule, 1900 gestiftet von Nathaniel Meyer von Rothschild, Schlosseigner 1880–1905.Zur Zeit der Darstellung war Schloss Enzesfeld Eigentum von Albert von Rothschild. Beide Orte wurden erstmals im 12. bzw. im 13. Jahrhundert erwähnt. Bereits im 18. Jahrhundert gab es hier einen Pechereibetrieb, der bis 1965 arbeitete. Von 1833 bis 1883 (sowie 1919/20) wurdeso wie zwischen 1838 und 1959 in dem ca. 3,5 km westlich davon gelegenen Grillenberger Becken – In: Erwin Schilder: Berndorf – Vergangenheit und Gegenwart. Stadtgemeinde, Berndorf 1975, OBV, S. 164. in dem an St. Veit an der Triesting sowie Kleinfeld grenzenden Waldgebiet Jauling (heute: Bereich Golfclub Enzesfeld, Club in der Jauling) Braunkohle abgebaut.1854 wurde in den Kohle bildenden Lignitstämmen fossiles Harz entdeckt, das den wissenschaftlichen Namen Jaulingit erhielt. – In: Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn. S. 6.

Enzesfeld und Lindabrunn waren bereits einmal, 1850Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn. S. 20. –1866, vereint.

1905 entstand in Enzesfeld die „Anton Keller Metallwerk und Munitionsfabrik“. In diesem Unternehmen ereignete sich in der Nacht vom 23. auf den 24. März 1944 eine schwere Explosion, durch welche Fensterscheiben bis in das Gebiet von Wiener Neustadt zu Bruch gingen und das Werk zerstört wurde. Beim Hantieren mit Granaten hatte sich Trinitrotoluolstaub entzündet, was zur Explosion von ca. 20 Tonnen TNT führte.Norbert Schausberger: Rüstung in Österreich 1938–1945: eine Studie über die Wechselwirkung von Wirtschaft, Politik und Kriegsführung. In: Publikationen des österreichischen Instituts für Zeitgeschichte. Band 8. Hollinek, Wien 1970, S. 147.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Enzesfeld mini|Blick von der Grenzböschung des Skulpturenparks in den östlichen Teil des Steinbruchs Lindabrunn (August 2010)

Schloss Enzesfeld, abgerufen am 22. Februar 2011. Katholische Pfarrkirche Enzesfeld hl. Margareta Bürgerspital Enzesfeld, erbaut 1396,Am 1. Oktober 1396 stiftete Ulrich IV. von Wallsee ein Versorgungshaus (Spital), dem eine Kapelle angeschlossen gewesen sein soll. – In: Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn. S. 113. die Kirche ist seit 1942 evangelisch. Filialkirche Lindabrunn hl. Katharina Bildhauersymposion Lindabrunn mit Lindabrunner Konglomerat

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Wieland Austria GmbH. (vormals Enzesfeld-Caro): Ein Unternehmen, das sich mit der Herstellung und Verarbeitung von Buntmetallen beschäftigt. Ardagh Group: Stellt am Standort Enzesfeld-Lindabrunn im Jahr 1,5 Milliarden Getränkedosen her und hat circa 160 Mitarbeiter.Die Getränkedosen erzeugende Produktionsstätte geht auf eine Gründung der Metallwerke Ranshofen-Berndorf (VMW) aus dem Jahre 1981 zurück. – Siehe: Ared-Park: Ein Gewerbepark, der bis in das Gemeindegebiet von Leobersdorf reicht. Enzfelder GmbH: Ein Unternehmen das auf Antriebs- und Hebetechnik spezialisiert ist.

Altlasten Die Metallwarenfabrik Kromag betreibt seit 1863 in Enzesfeld einen Standort, auf dem fast flächendeckend Verunreinigungen durch Schwermetalle, Mineralöl- und Teerölkohlenwasserstoffe vorhanden sind. Die Verunreinigungen sind teils von hoher Intensität, aber meist nur auf geringmächtige Untergrundbereiche beschränkt. Außer im Verfüllungsbereich einer ehemaligen Schottergrube im Südwesten des Standorts, wo der Untergrund im Ausmaß von ca. 5.000-7.000 m³ mit Teerölkohlenwasserstoffen erheblich kontaminiert ist und eine erhebliche Gefahr für die Umwelt darstellt, sind sonst die Auswirkungen der Verunreinigungen auf die Grundwasserqualität sehr gering.Altlast N86: Teerablagerungen Kromag auf altlasten.gv.at

Verkehr Bus 312: (Gainfarn) – Leobersdorf – Enzesfeld – Lindabrunn – Hernstein 313: Bad Vöslau – Leobersdorf – Enzesfeld – Berndorf – Pottenstein 325: Enzesfeld – Matzendorf – Felixdorf – Wiener Neustadt

Bahn Triestingtalbahn (auch Leobersdorferbahn oder früher Süd-West-Bahn) von Leobersdorf (Südbahnanschluss) nach Weissenbach-Neuhaus

Sport In Lindabrunn befindet sich die Sportschule Lindabrunn des NÖFV., Website des NÖFV, abgerufen am 7. Februar 2015.

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hatte bis 2004 23 Mitglieder und ab dem Jahr 2005 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1990: 15 SPÖ, 4 BGL, 3 ÖVP und 1 FPÖ. 1995: 15 SPÖ, 4 BGL, 3 ÖVP und 1 FPÖ. 2000: 16 SPÖ, 5 ÖVP, 1 BGL und 1 FPÖ. 2005: 19 SPÖ, 5 ÖVP und 1 FPÖ. 2010: 11 SPÖ, 7 Liste Schneider, 5 ÖVP und 2 FPÖ. Im September 2012 wurde der Gemeinderat aufgelöst und die notwendige Neuwahl des Gemeinderates wurde am 2. Dezember 2012 durchgeführt. Die neue Verteilung ergab 14 Liste Schneider, 7 SPÖ, 3 ÖVP und 1 FPÖ. 2015: 14 Liste Schneider, 6 SPÖ, 4 ÖVP und 1 FPÖ. 2020: 12 Liste Schneider, 10 SPÖ und 3 ÖVP. 2025: 12 Liste Schneider, 8 SPÖ, 3 ÖVP und 2 FPÖ.

Bürgermeister

1970–1985 Erich Nebel (SPÖ) 1985–2010 Erich Fangl (SPÖ) 2010–2023 Franz Schneider (LS) seit 2023 Stefan Rabl (LS)

Bürgermeister vor der Gemeindezusammenlegung Bürgermeister von Enzesfeld

Bürgermeister von Lindabrunn

Wappen rechts|150px Blasonierung: Im blauen Schild ein schräg rechter weißer Balken, belegt mit drei Lilien; beiderseits des Balkens im Schild je eine gegen den Rand gerichtete goldene Lilie. Dieses 1953 verliehene Wappen ist vom Wappen der Engelschalksvelder abgeleitet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Joseph Hilarius Eckhel (1737–1798), Jesuit, Abt, Direktor des k.k. Münzkabinetts Wien, Begründer der wissenschaftlichen antiken Numismatik Georg Thomschitz (1916–1985), Politiker (SPÖ) und Volksschuldirektor

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Curd Jürgens (1915–1982), Schauspieler Dragana Mirkovic (* 1968), serbische Sängerin, wohnhaft in Enzesfeld-Lindabrunn Karin Scheele (* 1968), Politikerin (SPÖ)

Literatur Verordnung der Bundesregierung über die Änderung der Grenzen zwischen den Ortsgemeinden Leobersdorf, Gerichtsbezirk Baden, einerseits und Enzesfeld, Gerichtsbezirk Pottenstein, anderseits. Werkzeitung Betriebsgemeinschaft Metallwerke. Werkzeitung (Jg. 2, Nr 9ff: der Betriebsgemeinschaft) der Enzesfelder Metallwerke Aktien Gesellschaft (Jg.  1.) – 5. Böhler, Wien 1938–1942, ÖNB. Erich Oberdorfer: Die Ortserweiterung von Enzesfeld, Niederdonau, herangezogen als Beispiel zur Besprechung von Ortsplanungen kleinerer und mittlerer Gemeinden. Text. Pläne. Dissertation, Technische Hochschule Wien, Wien 1943, ÖNB, OBV. Eva Wald: Die Anfänge der Industrie des Wiener Beckens und ihre geographischen Grundlagen. Dissertation. Universität Wien, Wien 1954, ÖNB, OBV. (Insbesondere Kapitel Flachsspinnerei in Hirtenberg). Walter Rieck: Kulturgeographie des Triestingtales. Dissertation. Universität Wien, Wien 1960, ÖNB, OBV. Karl Schiehsl: Die Kirchen von Enzesfeld und Lindabrunn. Römisch-katholisches Pfarramt (Hrsg.), Enzesfeld-Lindabrunn 1980, OBV. Alois Schabes: Enzesfeld-Lindabrunn – von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. Marktgemeinde Enzesfeld-Lindabrunn, Enzesfeld-Lindabrunn 1981, ÖNB, OBV. Klaus-Dieter Mulley (Hrsg.): Geschoße – Skandale – Stacheldraht. Arbeiterschaft und Rüstungsindustrie in Wöllersdorf, Enzesfeld und Hirtenberg. Eigenverlag der Gewerkschaft der Eisenbahner, Ortsgruppe Ebenfurth Pottendorfer Linie, Ebenfurth 1999, , OBV. Karl Schiehsl: Enzesfeld und Lindabrunn in alten Ansichten. Die Damals-Reihe. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 2001, ISBN 90-288-6647-7. Gabriele Handl, Christian Handl: Unser Triestingtal. Band 1: Altenmarkt, Berndorf, Enzesfeld-Lindabrunn, Furth, Hernstein, Hirtenberg, Kaumberg, Leobersdorf, Pottenstein, Weissenbach. Dritte Auflage. Kral, Berndorf 2008, ISBN 978-3-902447-46-3.

Weblinks

Website von Enzesfeld-Lindabrunn

Einzelnachweise

Anmerkungen