mini|hochkant=1.5|Satellitenbild Asiens
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Geographie Asiens.
Asien ist der größte Kontinent der Erde. Mit ca. 44,614 Millionen Quadratkilometer Fläche (ohne Russland 31,7 Millionen Quadratkilometer) umfasst er rund ein Drittel der gesamten Landmasse. Gemeinsam mit Europa wird Asien auch als Teil des Großkontinents Eurasien betrachtet.
Die kontinentale Landmasse liegt ganz in der östlichen Hemisphäre und nördlich des Äquators mit Ausnahme der Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien, die östlich der Datumsgrenze liegt.
Ausdehnung Asien wird im Norden vom Arktischen Ozean, im Osten vom Pazifischen Ozean und im Süden vom Indischen Ozean begrenzt.
Asien hat im Westen gegenüber Europa keine eindeutige geographische oder geologische Grenze. Die häufigste Definition der Grenze zu Europa von Nord nach Süd: Ural-Gebirge, Ural-Fluss, Kaspisches Meer bzw. Manytschniederung, Kaukasus, Südküste des Schwarzen Meeres sowie Bosporus, Marmarameer und Dardanellen. Von der Barentssee im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden ist diese Grenze rund 2700 km lang.
Mit Afrika ist Asien nördlich des Roten Meeres über die Halbinsel Sinai (Landenge von Sues, 145 km breit) verbunden.
Im Nordosten liegen die Festlandmassen von Asien und Nordamerika an der Beringstraße etwas mehr als 80 km voneinander entfernt.
Im Südosten bildet der Malaiische Archipel die Verbindung zu Australien.
Die Küstenlänge Asiens beträgt etwa 82.300 km, davon entfallen auf den Arktischen Ozean 15.900 km, auf den Pazifischen Ozean 27.300 km, auf den Indischen Ozean 33.600 km und auf das Mittelmeer und das Schwarze Meer zusammen rund 5500 km.
mini|Der geographische „Mittelpunkt Asiens“ in Kysyl, Russland Der geografische Mittelpunkt Asiens liegt nach Berechnung des britischen Geografen Douglas CarruthersUnknown Mongolia: A Record of Travel and Exploration in North-West Mongolia and Dzungaria; Douglas Carruthers; Hutchinson & Co., 1914, ISBN 81-206-0857-7 aus dem frühen 20. Jahrhundert bei Kysyl in der autonomen russischen Republik Tuwa in Südsibirien am Zusammenfluss von großem und kleinem Jenissei. Nördlichster Punkt der Landmasse ist das Kap Tscheljuskin (77° 40′ nördliche Breite) auf der Taimyrhalbinsel in Sibirien. Südlichster Punkt der Landmasse ist der Bundesstaat Johor an der Spitze der Malaiischen Halbinsel, die südöstlichsten Inseln im Malaiischen Archipel befinden sich sogar auf der Südhalbkugel der Erde. Westlichster Punkt ist das Kap Baba in Kleinasien (26° 4′ östliche Länge). Östlichster Punkt ist auf Kap Deschnjow (169° 44′ westliche Länge) auf der Tschuktschen-Halbinsel in Ostsibirien.
Der riesigen Landmasse sind zahlreiche größere Inseln und Halbinseln vorgelagert. Im westlichen Teil: Kleinasien (Anatolien) ist der Teil der Eurasischen Platte. Im Südwesten die Arabische Halbinsel zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf zählt geologisch zur Arabischen Platte. Indien zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Bengalen, mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka, zählt geologisch zur Indisch-Australischen Platte. Im Südosten: Hinterindien mit Indochina, Malaysia und Indonesien zwischen dem Golf von Bengalen und dem Chinesischen Meer. An der Ostküste Asiens befinden sich mehrere südwärts gerichtete Halbinseln mit vorgelagerten Inselreihen: die Koreanische Halbinsel, Kamtschatka mit den Kurilen, Sachalin und die Inseln Japans (Hokkaidō, Honshū, Shikoku und Kyūshū) sowie die Philippinen. Im Norden ist die sibirische Küste, neben der Taimyr- und der Jamal-Halbinsel, durch die Mündungen mächtiger Ströme geprägt.
mini|Regionen Asiens:
Gliederung Die folgende Unterteilung Asiens in Regionensiehe auch Regionale Gliederungen wird neben anderen von der UN-Statistikbehörde UNSD verwendet: Nordasien, von der UN nicht kategorisiert Zentralasien, UN-Regionalcode 143 Vorderasien (Westasien), UN-Regionalcode 145 Südasien, UN-Regionalcode 034 Ostasien, UN-Regionalcode 030 Südostasien, UN-Regionalcode 035 In mancher Veröffentlichung werden diese Grenzen variiert, je nach Ziel, Thema und Hintergrund, für die eine Aufteilung verwendet wird. Früher war Afghanistan Zentralasien zugeordnet, jetzt zu Südasien. Darüber hinaus gibt es auch alternative bzw. zusätzliche Unterteilungen, beispielsweise für Nordostasien.
Flüsse Flüsse, die in das Polarmeer münden mini|Schiffshebewerk am Jenissei bei Diwnogorsk
Die wichtigsten Flüsse in Sibirien verlaufen von Süden nach Norden in den Arktischen Ozean. Dies erschwerte die Erschließung von Sibirien, da keine West-Ost-Verbindung auf dem Wasser möglich ist und die Flüsse nur im Sommer schiffbar sind. Trotzdem besitzen die Flüsse eine große wirtschaftliche Bedeutung zur Versorgung der nördlich der Transsibirischen Eisenbahn gelegenen Gebiete. Von West nach Ost sind die wichtigsten Flüsse Sibiriens: Ob, Jenissei, Lena und Kolyma.
Der Ob entsteht durch die Vereinigung der beiden Flüsse Bija und Katun im südsibirischen Gebirge nahe der Stadt Bijsk. Der 3650 km lange Strom fließt im Westsibirischen Tiefland entlang des Urals. Sein Mündungsbereich, der Obbusen, ist ein 1000 km langes und bis zu 60 km breites Ästuar.
Die Quellen des Jenissei liegen im Sajangebirge in Tuwa. Der Große Jenissei (605 km lang) und der Kleine Jenissei (680 km lang) vereinigen sich am Ostrand der Stadt Kysyl zum Jenissei. Dann fließt der Jenissei an den Großstädten Abakan, Krasnojarsk vorbei, vereinigt sich mit dem Abfluss des Baikalsees, der Angara und fließt am wichtigen Hafen Dudinka vorbei in die Karasee. Der Fluss besitzt eine Länge von 4092 km, ein Einzugsgebiet von 2.554.482 km² und führt etwa 19.600 m³ Wasser pro Sekunde an der Mündung und gilt damit als der wasserreichste Fluss Sibiriens.
Die Lena gehört mit einer Länge von über 4400 km zu den längsten Flüssen der Erde. Die Flussquelle liegt nur wenige Kilometer vom Baikalsee entfernt, trotzdem mündet der Fluss tausende Kilometer vom Jenissei entfernt in die Laptewsee. Das Einzugsgebiet der Lena beträgt 2.460.000 km² und führt zu einer Wassermenge von etwa 16.440 m³ Wasser pro Sekunde (Jahresdurchschnitt 1994) an der Mündung.
Der letzte der vier großen Flüsse ist die Kolyma mit einer Länge von 2513 km und einem Einzugsgebiet von 526.000 km² und führt zu einer Wassermenge etwa 2728 m³ Wasser pro Sekunde (Jahresdurchschnitt 1994) an der Mündung. Im Kolymagebirge und dem dort befindlichen Ufer der Kolyma wurde bis ins Jahr 1987 nach Gold geschürft. Die Arbeiter waren zumeist Verbrecher sowie Strafgefangene des Zweiten Weltkriegs.
Flüsse, die in den Pazifik münden mini|Gelber Fluss in Lanzhou mini|Drei Schluchten mini|Mekonglandschaft
Der Amur ist ein 2824 km langer Strom in China und Russland, der in den nördlichen Pazifik mündet. Der Fluss entsteht rund 65 km westlich von Mohe durch den Zusammenfluss des Argun und der Schilka. Der Amur ist der Grenzfluss von Russland und China.
Der Gelbe Fluss, auf Chinesisch Huang He (alte deutsche Schreibung Hoangho) bezeichnet, ist ein Fluss im Norden der Volksrepublik China und besitzt eine Länge von 5464 km. Somit ist er Chinas zweitlängster Fluss. Sein Einzugsgebiet beträgt 945.065 km². Die Quelle des Gelben Flusses liegt im Hochland von Tibet, etwa 200 km nördlich der halben Luftlinie zwischen Lhasa und Xining.
Der Jangtsekiang ist mit einer Länge von 6380 km der längste Fluss Asiens und nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Strom der Welt. 2800 km können mit Schiffen befahren werden. Der Jangtsekiang besitzt ein Einzugsgebiet von 1.722.155 km² und führt an der Mündung etwa 31.900 m³ Wasser pro Sekunde. Die Quelle des Flusses liegt auf 5405 m Höhe im tibetischen Tangula Shan und sein Mündungsgebiet in der Nähe der Stadt Shanghai. Auf seinem Weg passiert er zahlreiche Schluchten und Großstädte. Die „Drei Schluchten“ mit dem lange Zeit umstrittenen Drei-Schluchten-Talsperre sind davon die berühmtesten. Die wichtigsten Großstädte sind Panzhihua, Yibin, Luzhou, Chongqing, Yichang, Jiangling, Shishou, Yueyang, Xianning, Wuhan, Ezhou, Huangshi, Jiujiang, Anqing, Tongling, Wuhu, Ma’anshan, Nanjing, Yangzhou, Zhenjiang und Nantong.
Der Mekong ist ein Fluss in Südostasien. Weder seine Quelle noch seine Länge wurden bisher genau bestimmt. Die Angaben zu seiner Länge variieren von 4350 km bis zu 4909 km. Ein einzigartiges Naturphänomen kann beim See Tonle Sap jedes Jahr im Juni beobachtet werden. Der Mekong führt im Juni auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu viermal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Dadurch drängt das Wasser des Mekong in den Tonle-Sap-Fluss, und dieser wechselt die Fließrichtung. Die Wassermassen drängen zurück in das Becken des Tonle Sap und füllen den See. Der See Tonle Sap bildet gemeinsam mit den Flüssen Tonle Sap, Mekong und Bassac ein einzigartiges Ökosystem das nicht nur den Artenreichtum (rund 300 Fischarten, Vögel, …) im Wasser und im Umland ermöglichte, sondern auch entscheidend für die Entwicklung der in diesem Gebiet ansässigen Menschen und ihrer Khmer-Kultur war mit der bekannten Tempelanlage von Angkor.
Flüsse, die in den Indischen Ozean münden mini|Irrawaddy bei Minguin-Tempel in Myanmar mini|Flussbett des Indus bei Skardu
Der 2092 km lange Ayeyarwady (Irawadi) ist ein Fluss bzw. Strom in Südostasien. Er entspringt im äußersten Südosten Tibets und mündet 150 bis 180 km südwestlich von Rangun, einer Stadt in Myanmar, in einem etwa 40.000 km² großen Mündungsdelta, das vor allem als Reisanbaugebiet genutzt und durch die Sedimentablagerungen pro Jahr bis zu 60 m in die Andamanensee hinausgeschoben wird.
Der Fluss Ganges hat eine Länge von 2511 km. Er fließt durch Indien und Bangladesch. Nach Durchfließen eines gewaltigen Mündungsdeltas mündet er wie auch der 2998 km lange Brahmaputra in den Golf von Bengalen und damit in den Indischen Ozean. Er entspringt im Südwesten des Himalayagebirges und wird von den Hindus als heiliger Fluss verehrt.
Der Indus ist mit 3180 km der längste Fluss auf dem indischen Subkontinent und wichtigster Strom Pakistans. Er entsteht in Tibet und mündet in das Arabische Meer. Die Bezeichnung für das Land Indien wurde von dem Namen dieses Flusses abgeleitet.
Das Gebiet um die Flüsse Euphrat und Tigris in Südost-Anatolien (Türkei), Syrien und im Irak wird als Zweistromland oder auch Mesopotamien bezeichnet. Der Euphrat entspringt im armenischen Hochland im Osten der Türkei, durchfließt Syrien und den Irak in südöstlicher Richtung und vereinigt sich dort mit dem Tigris zum Schatt al-Arab, der in den Persischen Golf mündet. Der Euphrat ist der größte Strom Vorderasiens und besitzt eine Länge von 2736 km, der Tigris hat eine Länge von 1899 km.
Seen Abflusslose Seen mini|Veränderung der Uferlinie des Aralsees von 1973 bis 2000
Der Aralsee ist ein abflussloser Salzsee, der je zur Hälfte in Kasachstan und in Usbekistan liegt. Er liegt in Zentralasien inmitten von großen Wüsten und Steppen. Der Aralsee war einst mit etwa 66.900 km² der viertgrößte See der Welt. Seit einigen Jahrzehnten erreicht aber nur noch wenig Wasser vom Dach der Welt über die Flüsse Amudarja (usbekisch: Amudaryo) und Syr-Darja den See, da es abgezweigt wird, um aus den Wüsten Äcker zu machen.
Der Balchaschsee, was zu Deutsch „Sumpf-See“ heißt, ist ein abflussloser See, der in der wüstenhaften Steppe des östlichen Kasachstans (Asien) liegt. Der bis zu 18.428 km² große See liegt in einem Becken zwischen der Kasachischen Schwelle und dem Siebenstromland.
Das Tote Meer bildet einen rund 600 km² großen, abflusslosen Salzsee, der in einer Depression liegt. Diese ist Teil des Jordangrabens, der die nördliche Fortsetzung des so genannten Großen Afrikanischen Grabenbruchs darstellt.
Der Yssykköl in Kirgisistan (Zentralasien) ist nach dem südamerikanischen Titicaca-See mit 6236 km² Fläche der zweitgrößte Gebirgssee der Erde.