Total War: Rome II ist der achte Teil der Computer-Strategiespielserie Total War, der vom britischen Studio Creative Assembly entwickelt und vom japanischen Mutterkonzern Sega am 3. September 2013 für Windows veröffentlicht wurde.

Rome II ist eine Neuauflage des 2004 erschienenen Rome: Total War. Wieder aufgegriffen wurden Schlachten bei und innerhalb befestigter Städte. Weiterhin wurde die Zahl der enthaltenen Fraktionen von 20 auf 117 in der Grundfassung deutlich erhöht. Für Rome II erschienen zahlreiche herunterladbare Erweiterungspakete, die neue Kampagnen, Fraktionen, Einheiten und anderes ins Spiel integrierten.

Das Spiel erhielt von der Fachpresse gute Kritiken, auch wenn die Wertungen im Vergleich mit dem Vorgänger schwächer ausfielen. Tester kritisierten, dass das Spiel noch nicht fertig sei und an größeren Mängeln, etwa einer schwachen künstlichen Intelligenz und sehr hohen Systemanforderungen, leide. Dennoch entwickelte sich der Titel zu dem bislang meistverkauften Total-War-Titel. Sega konnte bislang rund 1,1 Millionen Exemplare absetzen.

Spielprinzip

Allgemein Total War: Rome II behandelt thematisch die Expansionszeit des Römischen Reichs vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum Ende der Republik. Der Spieler übernimmt die Kontrolle über ein historisches Reich und versucht, dieses zu einer Großmacht zu entwickeln. Das Spiel behandelt dabei militärische, wirtschaftliche und politische Aspekte. Dies spielt sich in erster Linie in der Großen Kampagne, dem Hauptteil des Spiels ab. Die Kampagne kombiniert echtzeitbasierte Feldschlachten mit rundenbasierten Armeezügen.

Daneben beinhaltet das Spiel einige einzeln anwählbare historische Schlachten zum Nachspielen, etwa die Schlacht am Nil, die Belagerung von Karthago oder die Schlacht im Teutoburger Wald.

Rundenbasiertes Spiel Das rundenbasierte Spiel findet auf einer Karte statt, die Europa, Nordafrika und Westasien abbildet. Die Karte ist unterteilt in Provinzen, welche wiederum aus mehreren Städten bestehen. Diese Unterteilung in Provinzen ist eine Neuerung von Rome II, die dem Spieler die Verwaltung seiner Gebiete vereinfacht.

Die Städte befinden sich im Besitz von Fraktionen. Diese repräsentieren historische Staaten. Insgesamt 117 Fraktionen waren in der Grundversion des Spiels enthalten, weitere folgten in diversen Erweiterungen.

In jeder Runde stehen dem Spieler verschiedene Aktionen zur Verfügung, die sich in erster Linie auf militärische, aber auch auf außenpolitische, innenpolitische und wirtschaftliche Bereiche erstrecken. So kann der Spieler Truppen ausheben oder bewegen, Gebäude errichten oder in diplomatischen Kontakt mit anderen Fraktionen treten. In vom Spieler vollständig kontrollierten Provinzen kann der Spieler außerdem Erlasse ausgeben, die der Provinz einen Bonus, etwa besonders hohe Steuereinkünfte, verleihen.

Ein Faktor bei der Verwaltung des eigenen Reichs ist die Stimmung der Bevölkerung. Bleibt diese über einen längeren Zeitraum hinweg negativ, so droht ein Aufstand, bei dem sich die Stadt für unabhängig erklärt. Faktoren, die die Stimmung der Bevölkerung positiv wie negativ beeinflussen, sind beispielsweise die Stärke der örtlichen Garnison, das Vorhandensein bestimmter Gebäude oder die Bedrohung durch feindliche Truppen.

Den Kernaspekt des Spiels stellt das Führen der Truppen dar. Anders als in früheren Teilen werden Truppen nicht mehr einzeln ausgehoben und gesteuert, sondern direkt einer Armee zugeordnet. Armeen sind nur in einer beschränkten Anzahl aufstellbar. Damit ist es stärker als in früheren Teilen erforderlich, seine Armeen an geeigneten Stellen einzusetzen. Für die Bewegung steht jedem Truppenverband ein Kontingent an Bewegungspunkten zur Verfügung, welches am Anfang einer jeden Runde wieder aufgefüllt wird. Pro Runde kann sich eine Armee so weit bewegen, wie es ihre Bewegungspunkte zulassen. Einfluss auf die Bewegungspunkte hat neben den mitgeführten Truppen (reine Kavalleriearmeen besitzen eine größere Reichweite als solche mit Belagerungsgerät) die gewählte Stellung. Heere können sich in mehreren Stellungen organisieren, die auch Einfluss auf die Kampffähigkeiten der Armee haben.

Trifft eine Armee des Spielers auf der Kampagnenkarte auf eine verfeindete Armee, so kann er wählen, ob es zu einer Schlacht kommt, oder ob er sich zurückzieht. Entscheidet er sich für die Schlacht, so kann er wählen, ob der Computer das Schlachtergebnis auf Basis der mitgeführten Truppen und des Terrains errechnen soll, oder ob der Spieler die Schlacht selbst bestreitet. Ist letzteres der Fall, wechselt das Spiel in den Echtzeit-Modus.

Echtzeit-Spiel Das Echtzeitspiel findet auf einer dreidimensionalen Geländekarte statt. Auf dieser stehen sich mindestens zwei verfeindete Armeen gegenüber. Jede Armee führt bis zu zwanzig, mit Unterstützungen bis zu 40, Einheiten ins Feld. Ihr Ziel ist, die gegnerischen Verbände aufzureiben oder zur Flucht zu drängen.

Eine Schlacht ist in drei Phasen gegliedert. Zu Beginn positionieren sich die Armeen. Hat sich eine Armee eingegraben, kann sie ihre Stellung befestigen. Anschließend beginnt die Kampfphase, in der der Großteil der Kampfhandlungen stattfindet. Die Schlachtfelder sind meist sehr weitläufig gestaltet, sodass den Parteien eine Vielzahl an Taktiken offen stehen. Der Spieler kann seinen Einheiten Angriffs-, Bewegungs- und Formationsanweisungen erteilen. Diese beeinflussen sowohl die Kampfstärke als auch die Moral der Einheiten. Die Moral der Soldaten bezeichnet deren Kampfwillen. Truppen mit niedriger Moral tendieren dazu, vom Schlachtfeld zu fliehen. Faktoren, die die Moral in negativer Weise beeinflussen, sind etwa Fernbeschuss, numerische Unterlegenheit oder eine gefährdete Positionierung auf dem Schlachtfeld.

Den verschiedenen Völkern stehen zahlreiche Einheiten zur Verfügung, die sich weitgehend an historischen Vorbildern orientieren. Die Entwickler bezifferten die Zahl der verschiedenen Einheiten auf rund 500, was dem fünffachen Umfang des Vorgängers Rome entspricht.

Fraktionen Total War: Rome II beinhaltet insgesamt 117 Fraktionen. Bei Veröffentlichung waren acht von ihnen spielbar. Weitere Völker wurden durch mehrere kostenlose wie kostenpflichtige Erweiterungen freigeschaltet.

Die Fraktionen unterscheiden sich im Hinblick auf Truppen- und Gebäudeauswahl. Sie sind in verschiedene Kulturen, etwa Kelten, Iberer oder Hellenen gegliedert.

Die römische Republik ist die mächtigste Fraktion in Italien. Sie verfügt über gut organisierte und vielseitige Armeen. Deren Stärke sind die Legionäre, die zu den stärksten Nahkämpfern zählen. Die Fraktion unterteilt sich in drei einflussreiche und mächtige Familien, die Julier, die Cornelier und die Junier. Diese Familien üben über den Senat Einfluss auf die Politik aus.

Das im heutigen Tunesien gelegene Karthago ist ein Stadtstaat phönikischen Ursprungs und zu Beginn einer Partie der zentrale Widersacher Roms. Karthago verfügt über eine starke Flotte und über großes Einkommen. Die Fraktion verfügt aufgrund ihrer demokratischen Strukturen über eine große innenpolitische Stabilität sowie eine vielfältige Truppenauswahl.

Das Königreich Makedonien ist eine hellenische Fraktion, die im Norden des modernen Griechenlands gelegen ist. Sie geht zurück auf Alexander den Großen und Philipp von Makedonien. Makedonien verfügt über zahlreiche Phalanx-Soldaten sowie über eine schlagkräftige Kavallerie.

Das Königreich der Seleukiden liegt im heutigen Syrien und beginnt mit einer Reihe von Satrapien. Ihre Truppengattungen sind sehr vielfältig und vereinen makedonische und östliche Elemente.

Baktrien ist ein hellenistisches Königreich am östlichen Rand der Karte und ist eine Fraktion mit makedonischen und östlichen Elementen.

Die Icener sind ein kämpferischer Stamm aus Britannien. Ihre Krieger, starke Nahkämpfer, tragen Kriegsbemalung. Ihre Eisenverarbeitung ist besonders weit entwickelt.

Die Arverner sind ein keltischer Stamm in Gallien. Sie gehören zu den technologisch und kulturell fortgeschrittensten barbarischen Stämmen in Europa. Sie messen ihren Druiden eine wichtige Rolle in der Kriegsführung bei.

Die germanischen Sueben sind eine Kultur im Norden von Germanien. Ihre Krieger sind nicht gepanzert und setzen Wurfspeere ein, da sie selbst kaum über Schwerter verfügen.

Die im Nahen und Mittleren Osten ansässigen Parther greifen im Kampf auf berittene Bogenschützen und schwere Kavallerie, Kataphrakte genannt, zurück. Die Pferde werden durch Schuppenpanzer aus Eisen und Bronze geschützt. Die eher schwächere Infanterie setzt sich aus persischen und iranischen Bergbewohnern, Speer- und Plänklereinheiten sowie einigen Söldnereinheiten zusammen. Durch die Nähe zur Seidenstraße verfügt Parthien über große Einnahmequellen.

Die Ägypter verfügen über eine starke Flotte, reiche Handelshäfen und moderne Akademien. Ihre vielfältige Armee ähnelt der der Makedonen.

Übersicht über die Fraktionen Fraktion Kultur spielbar Fraktion Kultur spielbar Fraktion Kultur spielbar Römische Republik Lateinisch Arverner keltisch Parthien östlich Karthago punisch Icener keltisch Aria östlich Ägypten hellenisch Boier keltisch Persien östlich Makedonien hellenisch Liguren keltisch Drangiana östlich Seleukidenreich hellenisch Insubrer keltisch Arachosien östlich Pontos hellenisch Räter keltisch Armenien östlich Sparta hellenisch Noriker keltisch Kappadokien östlich Epirus hellenisch Dumnonier keltisch Kolchis Hellenistisch Athen hellenisch Triballer keltisch Kartlier östlich Knossos hellenisch Veneter keltisch Choresmier Nomadisch Kyrenaika hellenisch Galater keltisch Medien östlich Pergamon hellenisch Haeduer keltisch Atropatene östlich Massilia hellenisch Helvetier keltisch Sagartien östlich Syrakus hellenisch Nervier keltisch Parthava östlich Trapezunt hellenisch Piktonen keltisch Ardahan östlich Sardes hellenisch Namneten keltisch Dahae Nomadisch Rhodos hellenisch Atrebaten keltisch Aestii Nomadisch Kimmerer hellenisch Karnuten keltisch Budini Nomadisch Aksum afrikanisch Sequaner keltisch Anarten Keltisch Getuler afrikanisch Treverer keltisch Kimbern germanisch Massasylier afrikanisch Volcae keltisch Cherusker germanisch Garamanten afrikanisch Vivisker keltisch Lugier germanisch Libyern afrikanisch Eravisker keltisch Markomannen germanisch Meroe afrikanisch Kaledonier keltisch Sueben germanisch Nabatäer afrikanisch Briganten keltisch Rugier germanisch Nasamonen afrikanisch Eblani keltisch Friesen germanisch Kusch afrikanisch Demetae keltisch Goten germanisch Odrysen balkanisch Lusitanier iberisch Gerrha arabisch Geten balkanisch Turdetani iberisch Himyar arabisch Ardianer balkanisch Gallaeker iberisch Maskat arabisch Tylis balkanisch Cessetanier iberisch Saba arabisch Apulier balkanisch Arevaker iberisch Qidri arabisch Bastarner balkanisch Kantabrer iberisch Ma'in arabisch Breuci balkanisch Edetanier iberisch Etrusker Lateinisch Daorsi balkanisch Massageten nomadisch Celtici keltisch Skordisker Keltisch Thyssageten nomadisch Siraken nomadisch Biephi balkanisch Roxolanen nomadisch Skythen nomadisch Dalmatae balkanisch

Verkaufsversionen

Vorbestellern des Spiels wurde die erste Downloaderweiterung, das Kulturpack der Griechischen Staaten mit drei zusätzlichen Fraktionen, als kostenloser Bonus zugesagt. Zudem wurde eine auf 22.000 Exemplare limitierte, durchnummerierte Collector’s Edition mit mehreren Begleitmaterialien im geprägten Steelbook angeboten. Als Extras in der Verkaufsbox kündigte Sega an:

Tabula-Spiel, ein Backgammon-artiges Brettspiel Tessera-Würfel, drei Replikate römischer Knochenwürfel Total War Cards: Punic Wars, ein Kartenspiel Kampagnenkarte aus Leinen Römischer Onager als Holzminiatur

Erweiterungen