mini|Flixbus am ZOB in Berlin mini|Flixtrain in Hamburg-Altona (April 2018) mini|FlixBus-Fahrplan in Konin (Polen)

Die Flix SE (vormals Flixmobility GmbH) mit Sitz in München ist ein 2012 gegründetes Verkehrsunternehmen. Es tritt unter den Marken FlixBus, Greyhound Lines (in den USA) und Kâmil Koç (in der Türkei) im Fernbusverkehr auf. Neben Busreisen werden seit März 2018 durch die Tochter FlixTrain auch Bahnreisen angeboten.

Geschichte Gründung und Markteintritt Mit den Liberalisierungsplänen des Fernbusverkehrs in Deutschland planten Daniel Krauss, Jochen Engert und André Schwämmlein ab 2009 ein Start-up-Unternehmen für den Fernbusmarkt. 2012 wurde das Unternehmen unter dem Namen Gobus (Eigenschreibweise: GoBus) gegründetÖffentliche Bekanntmachung zu Amtsgericht München HRB 197620 In: Justizportal des Bundes und der Länder. 21. Januar 2012, abgerufen am 13. Februar 2020. und Anfang 2013 in Flixbus umbenannt.Öffentliche Bekanntmachung zu Amtsgericht München HRB 197620 In: Justizportal des Bundes und der Länder. 4. Februar 2013, abgerufen am 13. Februar 2020. Flixbus begann im Februar 2013 im Rahmen der Fernbusmarktliberalisierung und einer Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes mit vier täglichen Linien durch Süddeutschland.

Fusion, Übernahmen, Konsolidierung und Marktbeherrschung Im Januar 2015 kündigten Flixbus und MeinFernbus an, zu fusionieren, ihre Liniennetze zusammenzufügen und zusätzliche Linien ins Ausland anzubieten. MeinFernbus hatte 2014 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, Flixbus 3,5 Millionen. 2015 sind 20 Millionen Passagiere europaweit mit MeinFernbus Flixbus gereist. MeinFernbus Flixbus war mit einem Marktanteil von 71 % (gemessen an den gefahrenen Kilometern) der Marktführer auf dem deutschen Fernbusmarkt. Im März 2016 firmierte das Unternehmen Flixbus in Flixmobility um, wenig später wurde der überwiegend im deutschen Raum verwendete Markenname „MeinFernbus FlixBus“ eingestellt.

Im Juni 2016 kaufte das Unternehmen das Geschäft von Megabus in Kontinentaleuropa auf; im November desselben Jahres übernahm Flixbus das Konkurrenzunternehmen Postbus. Damit kam Flixbus im Jahr 2016 auf über 80 Prozent Marktanteil in Deutschland. Ein Jahr später stieg dieser auf über 90 % an. Übernommene Unternehmen und Unternehmensteile: 2015: Liinita, ein deutsches Start-up mit Technologie für Group-Mobility und Routenoptimierung 2016: Megabus von der Stagecoach Group in Kontinentaleuropa 2016: Postbus von der Deutschen Post 2017: Hellö von den Österreichischen Bundesbahnen 2018: Swebus von Swebus Express AB (Schweden) 2018: Polskibus.com 2019: Eurolines von der Transdev Group 2019: Kâmil Koç (Busreise-Marktführer in der Türkei) von der Actera Group. 2021: Greyhound Lines (Fernbusmarktführer in den USA) von FirstGroup 2026: Flibco (Flughafenzubringer in Europa) Mehrheitsbeteiligung von der Sales-Lentz Group

Umfirmierung Im Februar 2022 gab Flixmobility eine Umfirmierung und Neuaufstellung der Geschäftsführung bekannt. FlixMobility GmbH wurde in eine SE umgewandelt. Im März 2022 wurde die Flixmobility GmbH aus dem Handelsregister gelöscht und die Flixmobility AG eingetragen. Am 7. April 2022 wurde die Flixmobility AG in die Flixmobility SE umfirmiert. Mit Zustimmung der Hauptversammlung wurde die Gesellschaft am 13. April 2022 in Flix SE umbenannt. Weiter wurde die Dachmarke Flixmobility in Flix geändert. Der Vorstand besteht aus André Schwämmlein, Daniel Krauss und Jean Christoph Debus. Aufsichtsratsvorsitzender ist Achim Berg, der Mitgründer Jochen Engert wechselte in den Aufsichtsrat.

Unternehmen mini|Flix-SE-Hauptverwaltung in München

Anteilseigner und Investoren Im September 2013 gaben der Automobilhersteller Daimler über Daimler Mobility Services, das Zentrum für Gründung und Innovation der Technischen Universität München UnternehmerTUM und HV Capital (ehemals Holtzbrinck Ventures) ihren Einstieg als Investoren bei dem Unternehmen bekannt. Die Mehrheitsanteile von Flixbus verblieben bei den drei Unternehmensgründern Daniel Krauss, André Schwämmlein und Jochen Engert. Im Januar 2015 unterstützte die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft General Atlantic den Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus durch ein Investment. Im Dezember 2016 investierte zusätzlich die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft Silver Lake in das Unternehmen, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Flixbus und Silver Lake, Pressemitteilung vom 16. Dezember 2016. Mit dieser Finanzierungsrunde soll Flixbus zum Unicorn aufgestiegen sein, also zu einem Start-up mit einer Bewertung über 1 Milliarde Dollar.

Im Juli 2019 wurde eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von rund 500 Millionen Euro bekannt. Demnach beteiligte sich Holtzbrinck Ventures erneut an Flixmobility. Als neue Investoren kamen Permira und TCV dazu.Flixmobility holt sich 500 Millionen für mehr Freiheit. Cleanthinking.de, abgerufen am 19. Juli 2019. Im Juni 2021 wurde bekannt, dass das Unternehmen in einer weiteren Finanzierungsrunde 650 Millionen Dollar einsammeln konnte, wodurch sich der Unternehmenswert auf mehr als 3 Milliarden Dollar erhöhte. Neben den bestehenden Investoren General Atlantic, Silver Lake, Blackrock und Permira kam Canyon Partners hinzu.

Anfang Juli 2024 gab Flix bekannt, dass die in der Schweiz ansässige Kühne Holding AG des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne und der schwedische Finanzinvestor EQT Future zusammen 35 Prozent der Anteile an Flix SE übernehmen. Am Investment von EQT Future bei Flix sind mehrere Co-Investoren beteiligt, darunter mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag auch die Porsche SE. Die übernommenen Anteile stammen aus einer Kapitalerhöhung und von bestehenden Investoren. Die Transaktion soll bis zum Jahresende 2024 abgeschlossen sein. Damit ist ein geplanter Börsengang von Flix nicht mehr aktuell.

Logos Flixmobility überarbeitete über die Jahre das Corporate Design und Logos der eigenen Marken. Durch die Fusionierung mit MeinFernbus wurde die Unternehmensfarbe Blau in Grün umgewandelt. In der Türkei arbeitet FlixBus weiterhin als Kâmil Koç.

Elektroantrieb und Ökologie mini|Inzwischen ausgemusterter E-Bus (BYD C9) und Ladestation der Verbindung Mannheim-Frankfurt

Die weltweit erste rein elektrisch betriebene Fernbus-Linie wurde im April 2018 auf der 150 Kilometer langen Strecke Paris–Amiens gestartet. Dazu wurden vom Betreiber der Verbindung B.E. Green, Tochtergesellschaft des Buskonzerns Dominique, zwei Elektrobusse ICe12 des chinesischen Herstellers Yutong beschafft. Die Fahrzeuge sind mit je rund 400.000 Euro etwa 30 % teurer als herkömmliche Busse. Der Bus ist 12 Meter lang, fasst 49 Passagiere, erreicht bis zu 100 km/h und hat keine Bordtoilette. Die zehn eingebauten Lithium-Ionen-Batteriepakete haben eine Gesamtkapazität von rund 250 kWh und ermöglichen 200 Kilometer Reichweite; ihre Ladezeit beträgt knapp vier Stunden. In Amiens wurde eine Ladestation errichtet, in Paris wird eine bestehende Station mitgenutzt.

Im Oktober 2018 wurde in Deutschland ein vollelektrischer Fernbus BYD C9 mit zwölf Meter Länge und 90 km/h Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Mannheim–Frankfurt (90 km) in Betrieb genommen. Der Betrieb wurde im Dezember 2019 wieder eingestellt, weil die Lithium-Eisenphosphat-Batterie häufig Ausfälle verursachte. Flixmobility plante Versuche mit anderen alternativen Antriebstechniken spätestens 2021. Geladen wurde je Fahrzeug ein- bis zweimal täglich und über Nacht am ZOB Mannheim und in Frankfurt an einer temporären Ladestation mit zwei Steckern mit je 40 kW, also insgesamt 80 kW.

Von 2019 bis 2023 wurden auch die Flixtrain-Züge mit Strom-Zertifikaten von Green Planet Energy (vormals Greenpeace Energy) betrieben.

Im Januar 2023 wurde bekannt, dass Flix zusammen mit Daimler Truck und deren Geschäftsbereich Daimler Buses, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Mannheim und die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau eine Projektbeteiligung eingegangen ist zur Entwicklung eines vollelektrischen Antriebs für Fernbusse. Unterstützt wird das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Ziel ist die Fertigstellung bis zum Jahr 2026.

Aktivitäten alt=Destinationen von Flixbus|mini|Destinationen von Flixbus

Flixbus mini|Doppeldeckerbus von Flixbus (2014)

Beschreibung

Durch eine Reform des bundesdeutschen Personenbeförderungsgesetzes und den damit einhergehenden Wegfall des Wettbewerbsschutzes für das Personenfernverkehrsangebot der Eisenbahn haben Unternehmen seit dem 1. Januar 2013 die Möglichkeit, Linienverkehr mit Fernbussen anzubieten. Flixbus bildet ein Markendach sowohl für Linien anderer Busunternehmen als auch für eigene Fernbuslinien.

Flixbus verbindet dabei Groß- und Mittelstädte über täglichen Linienverkehr mit einem flächendeckenden Liniennetz. Flixmobility wirbt für die Marke mit komfortablen Bussen inklusive Bord-WC, dem Verkauf von Snacks und Getränken und kostenlosem WLAN. Flixbus-Tickets werden primär über die eigene Onlineplattform sowie über Reisebüros vertrieben und in einzelnen Städten auch in eigenen Flixbus-Stores, bevorzugt an Busbahnhöfen. 2013 brachte Flixbus als erster Anbieter am deutschen Markt eine eigene Mobile App heraus. Diese ermöglicht die Buchung über mobile Endgeräte und informiert über Verspätungen, die Lage der Haltestellen und die nächsten Abfahrtszeiten. Die Fahrtabwicklung erfolgt dabei durch lokale mittelständische Busunternehmen. Einige Strecken werden über ein dem Codesharing vergleichbares Verfahren von anderen Anbietern ins eigene Buchungssystem übernommen. Flixmobility betreibt unter den Marken Flixbus und Kâmil Koç (in der Türkei) rund 1000 Busse; diese sind Eigentum von rund 250 mittelständischen Partnerbetrieben, davon 150 in Deutschland. Flixmobility selbst entwickelt das Netz, organisiert den Betrieb und wickelt die Buchungen ab. Im Juli 2014 schnitt Flixbus bei der Stiftung Warentest von neun Fernbus-Anbietern mit der Note 1,8 am besten ab.Fernbus-Test der Stiftung Warentest In: test 7/2014, S. 78–83 und test.de vom 11. Juli 2014.

Entwicklung des Linienverkehrs

Der Linienbetrieb begann am 13. Februar 2013 mit täglich mehreren Direktverbindungen zwischen München, Nürnberg und Erlangen. Im Laufe des Jahres 2013 wurde das Liniennetz auf ganz Deutschland und das angrenzende Ausland erweitert. Seit Sommer 2014 führen mehrere Linien u. a. nach Wien und Basel. 2016 bietet Flixbus rund 60 eigene Fernbuslinien und tägliche Direktverbindungen in 110 deutsche Städte und rund 30 Ziele im europäischen Ausland an. Bis zum Geschäftsjahr 2019 stiegen die Verbindungen auf 2500 Ziele in 30 Ländern und es wurden 62 Millionen Kunden in Fernbussen, Zugverbindungen und Mitfahrdiensten transportiert.

In Kooperation mit dem österreichischen Unternehmen Westbahn von Salzburg nach Wien sind seit 2013 neun Ziele in Ober- und Niederösterreich per Zug erreichbar. Mit der Fährreederei TT-Line bietet Flixbus seit April 2014 auch verkehrsmittelübergreifende Verbindungen nach Malmö und Trelleborg. Seit Oktober 2014 verbindet Flixbus täglich sowohl Zürich als auch Groningen, Enschede und Amsterdam mit deutschen Zielen. Seit Oktober 2014 werden die Flixbus-Linien auch im Routenplaner von Google Maps angezeigt.

Im Mai 2015 kündigte Flixbus den Markteintritt in Frankreich an. Nach der Marktliberalisierung im Rahmen der Gesetzesreform Loi Macron – benannt nach dem damaligen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron – verbindet Flixmobility die 30 größten Städte Frankreichs seit 2016. Im Juli 2015 gab die neu gegründete Ländergesellschaft Flixbus Italia am zusätzlichen Standort Mailand die Pläne für ein nationales Netz in Italien bekannt.