mini|hochkant|Cottbus bekannteste Parkanlage, der Branitzer Park mit Blick auf die Landpyramide In dem folgenden Artikel werden die verschiedenen Parkanlagen der Stadt Cottbus aufgelistet.

Geschichte Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren die Stadtväter mithilfe des Verschönerungsvereins darum bemüht, Cottbus durch das Anlegen von Plätzen und Parks aufzulockern und zu begrünen. Eine erste gestaltete Platzanlage entstand im Jahr 1813 auf dem westlichen Ende des Luckauer Walls. Sie wurde 1886 erweitert und entwickelte sich im Laufe des folgenden Jahrhunderts zur heutigen Puschkinpromenade. Im Jahr 1895 entstand auf der Mühleninsel der heutige Goethepark. Der Eliaspark wurde durch eine Stiftung des Kommerzienrates Elias im Jahr 1902 angelegt. Der erste Spatenstich zum Volkspark, damals „Kaiser-Wilhelm-Auguste-Viktoria-Hain“, erfolgte im Jahr 1909. Der Park sollte als stadtnahes Walderholungsgebiet den Bürgern zur Entspannung dienen. Der Carl-Blechen-Park, am östlichen Ufer der Spree, direkt neben dem Goethepark, wurde im Jahr 1930 zu Ehren des Landschaftsmalers gestaltet. Durch Eingemeindung gehört der Branitzer Park seit 1934 ebenfalls zu Cottbus. Es folgten 1954 die Errichtung des Frühlingsgartens, 1956 die Gestaltung der Platzanlage Schillerplatz, die Gestaltung des Brunschwigparks und des Käthe-Kollwitz-Parks im Jahr 1970 sowie 1995 der Spreeauenpark zur Bundesgartenschau. Die meisten Parks sind durch Wanderwege entlang der Spree miteinander verbunden und bilden einen grünen Erholungsbereich, der die ganze Stadt durchzieht.

Branitzer Park

mini|Die Seepyramide im Branitzer Park, davor auf der Grabsteininsel das Grabkreuz, das auf dem alten Branitzer Dorffriedhof die Gruft der Gräfin Lucie von Pückler-Muskau krönte Der Branitzer Park gilt als bedeutendste Cottbuser Parkanlage. Hermann Fürst von Pückler ließ seit 1819 Bäume und Sträucher aus dem Branitzer Park für seinen Park in Bad Muskau entnehmen. Erst als er dieses Anwesen wegen hoher Schulden verkaufen musste, zog er widerwillig nach Branitz. Ab 1846 begann er mit der Gestaltung des Branitzer Parks. Nach seinem Tod 1871 führte sein Nachfolger Heinrich Graf von Pückler die Arbeiten bis 1888 weiter. Hermann Fürst von Pückler schuf hier einen Landschaftsgarten mit gestalterisch differenzierten Parkbereichen. Der Park ist in drei Zonen unterteilt, dem Pleasureground, in dessen Zentrum sich das Schloss befindet, dem Innenpark und dem Außenpark. Im Bereich des Außenparks befinden sich heute der Tierpark und der Spreeauenpark. Der Außenpark erstreckt sich über eine Fläche von ca. 600 Hektar und besteht aus Wald-, Wiesen- und Ackerflächen.http://www.pueckler-museum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1&Itemid=10&lang=de Der Innenpark ist ca. 100 Hektar groß und wurde von Hermann Fürst von Pückler durch umfangreiche Erdbewegungen in eine Komposition aus verschlungenen Wegen, Teichen, Hügeln und Wasserläufen mit vielen Brücken verwandelt. Er gestaltete den Park wirkungsvoll mit Baum- und Gehölzpflanzungen, die immer wieder Sichtachsen auf das Schloss freigeben. Während im Parkbereich nur mit einheimischen Pflanzen gearbeitet wurde, setzte er im Pleasureground auch fremdländische Gehölze ein. Zwischen 1855 und 1857 ließ Pückler den Pyramidensee ausheben und mit dem Erdreich den Grabhügel, auf dem die Seepyramide entstand, aufschütten. Die Landpyramide entstand zwischen 1860 und 1863. mini|links|Branitzer Park – EingangHermann Fürst von Pückler fand 1871 im Grabhügel, dem Tumulus, seine letzte Ruhestätte. Im Jahr 1884 wurden dann die sterblichen Überreste seiner Frau und Lebensgefährtin Lucie von Pückler-Muskau vom alten Branitzer Friedhof in die Seepyramide umgebettet. Das Zentrum des Parks bildet das 1772 im spätbarocken Stil errichtete Schloss Branitz, das Pückler nach eigenen Ideen und Anregungen von Gottfried Semper umbauen ließ. Dem Schloss gegenüber stehen der Marstall und das Kavalierhaus. Beide Gebäude sind durch eine Pergola mit Reliefs des dänischen Bildhauers Berthel Thorwaldsen verbunden. Im Pleasureground finden sich außerdem antike Zinkgusskopien und der Bronzeabguss der Venus Italica von Canova. Weitere sehenswerte Gebäude im Innenpark sind die neogotische Parkschmiede, das klassizistische Cottbuser Torhaus und die historische Schlossgärtnerei. Drei orientalische Räume erinnern im Schloss an Pücklers Reisen in den Orient. Das Schloss beherbergt auch eine Bibliothek und zum Teil original eingerichtete Räume aus der Zeit des Fürsten. Neben einer Ausstellung mit den Werken des in Cottbus geborenen Malers Carl Blechen werden verschiedene Sonderausstellungen durchgeführt. Im Besucherzentrum wird in einer modernen Ausstellung mit multimedialen Effekten vom Leben des Fürsten erzählt.

Brunschwigpark Der Brunschwigpark wurde in den siebziger Jahren als Wohngebietspark angelegt. Er liegt zwischen der Hallenser Straße und der Erfurter Straße, bzw. der Berliner Straße. In Ost-West-Richtung erstreckt sich der Park zwischen der Schweriner Straße und der Lessingstraße bzw. der Lieberoser Straße. Nachdem der Park 2006 durch Neuanpflanzungen verschönert wurde, erfolgte 2008 eine Vergrößerung des Parks durch Gestaltung und Begrünung von Brachflächen. Der Park liegt am Gurken-Radweg und gehört zum mittleren Grünring der Stadt. Auf dem Gelände des Parks befindet sich eine 1984 aufgestellte, heute sanierungsbedürftige Reiterskulptur von Heinz Mamat („Reitende Knaben“, 1979), für deren Reparatur sich die AfD-Politikerin Marianne Spring-Räumschüssel im Landtagswahlkampf 2019 einsetzte und diese durch eine Großspende an die Stadt im Jahr 2020 ermöglichte.Personen. In: Der Märkische Bote, 4. April 2020, abgerufen am 8. Oktober 2020. In: Lausitzer Rundschau, 2. Juli 2020, abgerufen am 8. Oktober 2020.

Carl-Blechen-Park mini|Skulptur im Carl-Blechen-Parkmini|links|Eingang zum Carl-Blechen-Park Der Carl-Blechen-Park entstand nach 1930 und ist dem im Jahre 1798 in Cottbus geborenen Landschaftsmaler Carl Blechen gewidmet. Der Park zeigt sich mit seltenen Bäumen und Blütenstauden an der Ostseite der Spree. In den fünfziger Jahren wurde der Park durch eine Brücke mit dem Goethepark verbunden, heute heißt die Brücke Blechensteg. Zu Ehren Carl Blechens wurde im Jahre 1957 ein Denkmal aus Bronze aufgestellt, das allerdings im Februar 2008 von Metalldieben gestohlen wurde. Die Kastanienallee findet ihre Fortsetzung in dem 1934/35 geschaffenen Rosenufer, heute Ludwig-Leichhardt-Allee, einer Uferpromenade südlich des Parks, von ihm durch die Franz-Mehring-Straße getrennt.http://www.cottbus.de/gaeste/wissenswertes/Parke_Cottbus/blechenpark,40000050.html Vom Kleinen Spreewehr führt wiederum eine Kastanienallee zum Lindenplatz mit dem Raumflugplanetarium „Juri Gagarin“. In den 70er/80er Jahren stand im Park ein reetgedeckter Pavillon, der als Imbiss genutzt wurde. Auch eine Freilichtbühne, die 1995 abgerissen wurde, war Teil des Parks.http://der-lausitzer.de/2010/06/26/cottbus-der-blechenpark-mit-dem-reetgedeckten-kiosk-und-der-freilichtbhne-war-an-sonntagen-beliebter-treffpunkt/

Frühlingsgarten Entlang des Mühlengrabens befand sich ursprünglich nur eine Kastanienallee. Zur ersten Bezirksgartenschau wurde im Jahre 1954 der Frühlingsgarten angelegt. Seine Gestaltung erfolgte mit Frühjahrsblühern und exotischen Baumarten wie Stechpalme, Ginkgo, Esskastanie, Tulpenbaum, Japanischer Zierquitte und dem ersten Cottbuser Urwald-Mammutbaum.http://www.stadtspaziergaenge.de/2004/gruen/druckversionen/cottbus.html Der Frühlingsgarten gilt aufgrund der schönen Natursteinverwendung, der Gräser- und Staudenpflanzungen, Skulpturen, Pergolen, den seltenen exotischen Bäumen und der optischen Einbeziehung der Spree als besonderes Gartendenkmal. Im und am Mühlengraben sind auch Nutrias heimisch geworden.http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=6c22bf7b-2b31-4a3c-82f1-39f2a500f1ae

Goethepark mini|links|Zugang zum Goethepark von der Franz-Mehring-Straßemini|Kinderspielplatz im Goethepark Der Goethepark befindet sich im Stadtteil Sandow an der Franz-Mehring-Straße. Von drei Seiten wird er von der Spree eingefasst und durch den Blechensteg mit dem Carl-Blechen-Park verbunden. Die Anlage wurde 1895 als Stadtpark vom Verschönerungsverein auf dem sumpfigen Gelände der Mühleninsel angelegt, damit ist es die älteste Parkanlage von Cottbus. Mit dem Bau des Elektrizitätswerkes 1926/27 wurden zwei neue Zugangsmöglichkeiten zum Park geschaffen, die Brücke am Elektrizitätswerk und die Brücke zur Straße „Am Spreeufer“.http://www.cottbus.de/gaeste/wissenswertes/Parke_Cottbus/blechenpark,40000050.html

Erst im Jahr 1949 wurde der Stadtpark in Goethepark umbenannt. In dem weitläufigen Park befindet sich der Amtsteich, der um 1600 für die Karpfenzucht genutzt wurde und in dem heute eine Fontäne sprudelt.http://www.cottbus.de/gaeste/wissenswertes/Parke_Cottbus/goethepark,40000054.html

Im Winter ist der zugefrorene See ein beliebter Platz für Schlittschuhläufer. Ein Kinderspielplatz und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk sowie das Museum für Natur und Umwelt machen den Park in jeder Jahreszeit zu einem Anziehungspunkt. Das Restaurant „Freizeitoase“ bietet die Möglichkeit zum Bowlen und Kegeln. Die Uferbereiche sind geschmackvoll bepflanzt, der Park ist bis heute in seiner um 1900 entstandenen Form erhalten.http://tourismus.meinestadt.de/cottbus/parks-und-gaerten/parks-und-gaerten-cottbus?id=311195 Für viele Besucher sind die hier lebenden Nutrias eine kleine Attraktion.

Käthe-Kollwitz-Park Der nach Käthe Kollwitz benannte Park befindet sich im Stadtteil Sandow zwischen dem Nordring, der Spree und der Kleingartenanlage „Fleißige Hand“. Nachdem im Jahr 1969 die Sandower Mülldeponie zugeschüttet und in einen Rodelberg verwandelt wurde, schuf man im darauffolgenden Jahr den zwanzig Hektar großen Käthe-Kollwitz-Park, indem ein Netz aus Wanderwegen rings um den achtundachtzig Meter hohen Rodelberg angelegt wurde. Nach 1980 ging die Parkpflege immer weiter zurück, bis er nach 1990 sich selbst überlassen wurde und völlig verwilderte. Seit 2009 sind Mitarbeiter des Naturschutzbundes Kolkwitz bemüht, den als Naherholungsgebiet geltenden Park wieder für Spaziergänger und Jogger nutzbar zu machen. Der Rodelberg soll wieder als solcher genutzt werden können und auch Mountainbiker sollen hier auf ihre Kosten kommen.http://www.rodelberge.de/index.php?content=show&id=188http://www.stadtspaziergaenge.de/2007/cott_mehl.php

Puschkinpromenade mini|Parkanlage Puschkinpromenade Die Puschkinpromenade verläuft entlang der gesamten Nordseite der Altstadt. Die Parkanlage ist nach dem russischen Dichter Alexander Sergejewitsch Puschkin benannt und befindet sich auf dem ehemaligen Luckauer Wall.

Im Jahr 1744 wurden am Stadtgraben zweitausend Maulbeerbäume herangezogen. Sie waren für die Bepflanzung der öffentlichen Plätze, Straßen und Wälle vorgesehen. Eine erste kleine Platzanlage wurde im Jahr 1813 am westlichen Ende des Luckauer Walls gestaltet. Die Bezeichnungen „Wallpromenade“ und „Promenadenallee“ tauchen zum ersten Mal im Jahr 1829 auf, als der Magistrat der Stadt die noch vorhandenen Maulbeerbäume verpachtete.

Nach 1830 wurden zwischen der Stadtmauer und dem inneren Stadtgraben Gärten angelegt. Im Bereich des 1964 beseitigten Denkmals für die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 ließ der 1872 gegründete Verschönerungsverein eine erste bescheidene Schmuckanlage errichten. Im Jahr 1886 erfolgte die Umgestaltung des Luckauer Walls in eine typisch gründerzeitliche Anlage mit Wegen, Rondellen und Schmuckbepflanzungen, die von niedrigen Hecken eingefasst wurden. Die Schmuckanlage mit dem „Japanischen Pavillon“ wurde im Jahr 1905 am westlichen Ende hinzugefügt.