Maman ist kurz beim Friseur (Originaltitel: Maman est chez le coiffeur, Alternativtitel: Mama ist beim Friseur) ist ein kanadischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2008, der Elemente des Dramas und einer Komödie vereint. Léa Pool führte Regie und Isabelle Hébert schrieb das Drehbuch. Der Film zeigt auf, wie die Aufdeckung der Homosexualität eines dreifachen Familienvaters das Familienleben auf tragische Weise verändert. Die Drehbuchautorin Isabelle Hébert verarbeitet in der Geschichte ihre eigenen Kindheitserfahrungen.ici.radio-canada.ca

Handlung Québec im Jahr 1966: Die Geschwister Élise, Coco und Benoît verbringen die Sommerferien zuhause. Die Mutter eröffnet Élise, der ältesten der drei, dass sie im Herbst auf ein Internat gehen soll, was Élise sehr missfällt. Élise fällt schließlich das seltsame Verhalten ihres Vaters gegenüber seinem Golfpartner auf. Als sie ihn bei einem Telefongespräch überrascht, schickt er sie weg. Sie gibt ihrer Mutter den Hörer eines zweiten Apparates, woraufhin diese die Liebschaft erkennt und Élise eine Ohrfeige gibt.

Die Mutter ist entsetzt und nicht länger bereit, das Familienleben wie gewohnt aufrechtzuerhalten. Sie bittet ihren Vorgesetzten um eine Versetzung nach London, um dem untreuen Ehemann zu entfliehen und um dort als Journalistin zu arbeiten. Sie verlässt die Familie schließlich ohne weiteren Kommentar. Dabei übersieht sie, wie sehr der jüngste Sohn Benoît, aber auch die anderen Kinder, sie brauchen. In Benoîts heile Welt wird ein jähes Loch gerissen, er zeigt ein Verhalten, das auf eine psychische Störung schließen lässt. Er nässt ein, zerstört sein Spielzeug und setzt die Garage in Brand.

Élise versucht die Betreuung Benoîts etwas aufzufangen, in dem sie die Beschützerrolle einnimmt, die bisher ihre Mutter ausfüllte. Sie gibt zunächst sich die Schuld, dass ihre Mutter weg ist. Beim Treffen mit anderen Kindern merkt sie, dass auch diese mit schweren Problemen zu kämpfen haben. Im taubstummen Mouche, der ihr das Angeln zeigt, findet sie jemanden mit Herzenswärme, wo sie ihrer Welt entfliehen kann.

Wenn andere Nachbarn nach ihrer Mutter fragen, antworten die Kinder, dass sie kurz beim Friseur sei. Der Vater will sich nach einem Kindermädchen umsehen, was Élise nicht gefällt. Außerdem bringt er Benoît zu einem Spezialisten, um ihn untersuchen zu lassen. Das Ergebnis besagt, dass Benoît verhaltensauffällig und hochbegabt sei. Am Ende soll nun Benoît in ein Internat. Élise holt ihn jedoch bei der Abfahrt aus dem Auto und sie laufen in ein angrenzendes Maisfeld.

Hintergrund Der Film wurde in der kanadischen Stadt Belœil gedreht.Drehorte. IMDb.

Kritiken

Auszeichnungen 2009: Publikumspreis auf den Solothurner Filmtagen 2009: Publikumspreis auf dem Göteborg International Film FestivalMama ist beim Friseur. identities.at 2009: Prix Jutra für den Film mit dem größten Erfolg außerhalb Québecs 2009: Prix Jutra für das beste Hairstyling 2009: Vancouver Film Critics Circle Award für Marianne Fortier als beste Darstellerin in einem kanadischen Film

Weblinks

Bilder zum Film. cineclub.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2008 Kategorie:Kanadischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Homosexualität im Film