Certeju de Sus (veraltet Cierteș; ) ist eine Gemeinde im Kreis Hunedoara in der Region Siebenbürgen in Rumänien.
Der Ort ist auch unter den ungarischen Bezeichnungen Csertés und Csertésköz bekannt.
Geographische Lage mini|links|Lage der Gemeinde Certeju de Sus im Kreis Hunedoara Die Gemeinde Certeju de Sus liegt in den Südausläufern des Siebenbürgischen Erzgebirges (Munții Metaliferi) westlich vom Siebenbürgischen Becken (Podișul Transilvaniei). Am Oberlauf des Certej – ein rechter Nebenfluss des Mureș – und der Kreisstraße (drum județean) DJ 761 gelegen, befindet sich der Ort etwa 14 Kilometer nordöstlich von der Kreishauptstadt Deva (Diemrich) entfernt. Die rumänische A1 soll (wenn fertig) etwa neun Kilometer (Luftlinie) südlich von Certeju de Sus verlaufen.
Geschichte Certeju de Sus wurde erstmals 1727 urkundlich erwähnt.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2. Die Geschichte der Besiedlung der Region reicht jedoch weit mehr zurück. Auf dem Gebiet des Ortes wurden Funde einer Siedlung, welche (nach unterschiedlichen Angaben) in die Jungsteinzeit (M. Roska) oder in die Frühbronzezeit (H. Schroller) deuten, gemacht.Institutul Național al Patrimoniului, abgerufen am 17. Oktober 2022 (rumänisch).
Auf dem Gebiet des eingemeindeten Dorfes Săcărâmb (Groß-Astdorf) werden Anfang des 19. Jahrhunderts ein Goldbergwerk, ein Silber-, ein Arsenik- und ein Antimoniumwerk vermerkt.Österreichische National-Enchkolpädie des österreichischen Kaiserthumes, Wien, 1835, S. 428.
Nachdem die Dorfbevölkerung von Voia der Gemeinde Balșa sich dem Bau der Aufbereitungsanlage des Goldförderungsunternehmens Deva Gold widersetzten (2008), abgerufen am 25. Februar 2013 (rumänisch). befürworteten der Bürgermeister und die Dorfbewohner von Certeju de Sus den Bau der Aufbereitungsanlage. abgerufen am 26. Februar 2013 (rumänisch).
Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich mehrere Silber- und Goldbergwerke. Die kanadische Firma Eldorado Gold, welche 80 % der Aktienanteile von Deva Gold besitzt (Stand 2012), will in Certej 270 Millionen US-Dollar investieren und ab 2015 durchschnittlich über vier Tonnen Gold und 20,5 Tonnen Silber pro Jahr, fördern. (englisch; PDF; 55,6 kB). Nachdem der Investor verlangt hatte, dass 56 Hektar Wald gerodet werden solle, gelang es 2019 den Umweltschützern das Projekt zu stoppen.
1971 starben beim Certej-Dammbruch 89 Menschen.
Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 1 MB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 7.066 5.109 223 1512 222 1900 5.782 4.850 520 354 58 1941 4.802 4.510 64 195 33 1992 3.902 3.808 52 15 27 2011 3.126 2.990 18 5 113 2021 2.870 2.636 12
222 Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl – und gleichzeitig die der Rumänen, der Siebenbürger Sachsen (1276 davon in Săcărâmb [Groß-Astdorf]) und die der Roma (219) – 1850 ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Magyaren wurde 1900 registriert. Des Weiteren wurden Slowaken (höchste Einwohnerzahl 50 im Jahr 1910), Serben (je einer 1910 und 1992; zwei im Jahr 1966) und 1956 wurde ein Ukrainer registriert. 2002 wurden in der Gemeinde Certeju de Sus 3.456 Menschen registriert. 3.396 davon waren Rumänen, 34 waren Magyaren, 15 waren Roma, zehn Rumäniendeutsche und einer bekannte sich als Kroate. Bei der Volkszählung 2011, wurden in 1.598 Haushalten der Gemeinde, 3.126 Menschen gezählt.Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB).
Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung ist die Forstwirtschaft und der Bergbau.
Sehenswürdigkeiten Auf dem Gebiet der Gemeinde sind keine nennenswerte Sehenswürdigkeiten zu erwähnen.
Weblinks
Certeju de Sus bei ghidulprimariilor.ro
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1727