Der Hufnagelerlass ist eine Denkschrift des damaligen Chefs der Heeresleitung, des Generals der Infanterie Hans von Seeckt, vom 5. Dezember 1925 über die zunehmende Bürokratisierung des Geschäftsganges innerhalb der Heeresleitung.

Inhalt In dem MemorandumBArch, RH 1/85; Digitalisat online verfügbar beschrieb von Seeckt ironisch überspitzt den bürokratischen Aufwand zur Einführung eines neuen Hufnagels in der Reichswehr. Abschließend rief er die verantwortlichen Kommandeure dazu auf, beim Abbau der Bürokratie mitzuarbeiten.Eichler, a: Kommunikatives Verhalten der Reichswehr 1926 bis 1933. 1976, S. 136Damerau, H.: Deutsches Soldatenjahrbuch Band 28, Shild, 1980, S. 160von Raven, W.: Armee gegen den Krieg: Wert und Wirkung der Bundeswehr, Seewald, 1966 S. 122

Aktualität Auch in der Bundesrepublik diente der Hufnagelerlass als Beispiel für eine überbordende, den Dienstbetrieb hemmende Bürokratie. Die Information für die Truppe, eine vom Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verantwortete Zeitschrift für die politische Bildung in der Bundeswehr, druckte den Erlass 1982 mit dem Vermerk ab, er sei „[i]mmer noch aktuell“.

Ob den Beteiligten die Ironie bewusst war, die in einer Bürokratiekritik lag, die ausgerechnet in einer Zeitschrift des Verteidigungsministeriums geäußert wurde, wird sich kaum ermitteln lassen. Jedenfalls stand das Ministerium selbst in den Augen zahlreicher Truppenoffiziere der Bundeswehr für jenen Ort, an dem ständig neue Regelungen ersonnen wurden, die den Dienstbetrieb hemmten.

Einzelnachweise Christoph Nübel: Zur historischen Analyse einer Herrschaftskonstellation im neuzeitlichen Staat (Aufsatz veröffentlicht am 6. Juli 2020)

Kategorie:Historisches Dokument Kategorie:Reichswehr Kategorie:1925