Marlis Albrecht (* 23. Oktober 1956 in Ludwigsburg, Baden-Württemberg) ist eine deutsche Malerin.
Leben Marlis Albrecht wurde in Ludwigsburg geboren. Sie studierte an der Freien Kunstschule StuttgartDer Traum von Freiheit ist wahr geworden Artikel in der Stuttgarter Zeitung zu Marlis Albrecht. Abgerufen am 20. November 2016. und begann danach autonom, ihre eigene Bildsprache zu entwickeln. Seit 1989 ist sie freischaffend, stellt in internationalen Galerien, Institutionen und Museen aus und ist auf europäischen Kunstmessen vertreten. Sie ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler. Der Schlagzeuger Paul Albrecht ist ihr Sohn.
Werk Nach Jahren des Experimentierens, in denen große Werkgruppen, wie z. B. Betonmischmaschinen oder Dörfer, Städte, Stätten entstanden, entdeckte sie im Bienenwachs das Material, das ihr heutiges Schaffen bestimmt.
Charakteristisch für das Werk Marlis Albrechts ist ihr spezieller Werkstoff Bienenwachs, mit dem sie seit 1994 arbeitet und experimentiert. Das Wachs färbt sie mit Pigmenten und trägt es mit Pinsel oder Spachtel auf Holzplatten auf. Durch Abschaben und Einritzen sowie durch Einbringen von Kaltwachstempera und Übereinanderlegen verschiedener Schichten entstehen komplexe Bildwerke mit teils reliefartiger Oberfläche. Diese Technik ermöglicht eine besondere Art der Farbigkeit, deren Intensität durch Zusammensetzung und Dichte des Pigments im flüssigen Wachs bestimmt wird.Marlis Albrecht: Menschen wachsen – People grow in wax – De la cire et des gents, Horb am Neckar, 2012 Das Wachs liege bei Albrecht „als ‚lebendiges Material’ auf dem Bildträger, ohne eingebrannt zu sein“, daher greife der Begriff Enkaustik bei ihr zu kurz. Es sei „vielmehr ein Malen aus dem Wachs heraus“.Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Hermann Mildenberger: Atmos, Tübingen, 2016, S. 13
Der gestalterische Umgang mit dem Material Wachs eröffnet ihr künstlerische Möglichkeiten im Wechselspiel mit dem „Drinnen und Draußen des menschlichen Antlitzes, von Oberfläche und Innerem, das zugleich auch ein Spiel mit dem Mehrdeutigen oder aber dem Ambivalenten ist. Marlis Albrecht gelingt dieses Doppelspiel des Paradoxen zwischen Sichtbarmachung des Gedachten und Empfundenen hinter der Fassade des Antlitzes.“Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Irmgard Sedler: Atmos, Tübingen, 2016, S. 6
Bis 2011 war ihr alleiniges Thema der Mensch. Seit 2011 konzentriert sich Albrecht, neben den Figurendarstellungen, motivisch auch auf ein zweites großes Thema, den Wald. Ihre Reihe Walden rufe „kontemplative oder aber vital vibrierende Landschaften“ auf. „Ähnlich wie bei den Romantikern und Neoromantikern, ist die Topografie immer mit Seelenlandschaft überblendet. […] Die Idee von der Zeichenhaftigkeit des Waldes, die über dem Stimmungsbild zu stehen hat, verleiht der Positionsbetrachtung des Waldmotivs das Zeitgemäße.“Marlis Albrecht, Hrsg. Irmgard Sedler, Text von Irmgard Sedler: Atmos, Tübingen, 2016, S. 7
Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen. Öffentliche Sammlungen Kunststiftung der Sparkasse Pforzheim Calw Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Museum für Bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen Stadt Ostfildern Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen 1989: Haus der Abgeordneten Stuttgart 1995: „Von der Mündung zur Quelle“, Schloss Dätzingen, Grafenau 1996: „MALBRECHT – Werkschau 1996“, Galerie im Dreigiebelhaus, Besigheim 1997: Bodman-Ludwigshafen 1998: „WACHS AM SEIN“, Bienenmuseum Illertissen 1999: Sozialministerium Stuttgart 2000: „Menschen“, Städtische Galerie, Ostfildern 2002: „Ich Du Er Sie Es“, Galerie Hell, München 2003: „Mit Holz und Haaren“, Galerie CasArte, Aschaffenburg 2004: „In bester Gesellschaft“, mit Rosa Baum, Stadttheater Fürth 2006: Galerie kunstück, Oldenburg 2007: „Haltungsfragen“, Galerie Schortgen, Luxemburg 2007: „Helle Tiefe dunkles Licht“, Amthof Feldkirchen, Österreich 2008: Galerie CasArte, Aschaffenburg 2010: „wachsweich und beinhart“, Galerie am Dom, Wetzlar 2011: Galerie De Cuyper, Brüssel, Belgien 2013: „Poesieren“, Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm 2014: Galerie Christine Colon, Liège 2014: Galerie Schortgen, LuxemburgMarlis Albrecht – Galerie Schortgen. Marlis Albrecht in der Künstlerdatei der Galerie Schortgen. Abgerufen am 20. November 2016. 2015: Galerie Anagama, VersaillesMarlis Albrecht – Galerie Anagama. Marlis Albrecht im Verzeichnis der Galerie Anagama mit Verweis auf Ausstellungen. Abgerufen am 20. November 2016. 2015: Galerie Kunstbezirk im Gustav Siegle Haus, Stuttgart 2016: Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim 2019: Galerie Lauth, Ludwigshafen
Ausstellungsbeteiligungen 1991–1996: Jahresausstellung des Kunstvereins Ludwigsburg 1996: Frauenkunstmesse, Frauenmuseum Bonn 1997: „Das kleine Glück - die große Sehnsucht“, HEAG-Halle, Darmstadt 1999: Galerie Courant d’Art, Mulhouse 2000: Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen (2. Preis) 2000: „Kunst Form Mensch“, Alpirsbacher Galerie 2001: „blauäugig“, Galerie Eva-Maria Hill, Remseck 2002: „ZÄHNE ZEIGEN“, Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm 2004: Kunstmesse „Start“, Straßburg 2005: Galerie von Knobelsdorf, Hamburg 2008: Kunstverein Villa Streccius, Landau 2009: „art bodensee“, Dornbirn 2011: Galerie Moeejen Daag, Tegelen, Niederlande mit Sjaak Smetsers 2011: Lucas-Cranach-Preis, Festung Rosenberg, Kronach 2011: Galerie Frederiek van der Vliest, Leiden, Niederlande, mit Sjaak Smetsers 2011: Kunstverein Kirchheim/Teck 2012: Kunstmesse „art Karlsruhe“ 2018: Museum la Boverie, Liège, Belgien 2019: Kunstdorf Unterjesingen 2019: Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm
Literatur In: Petra Seibert Logos . Auge . Leib, ihleo verlag Husum, 2020, ISBN 978-3-96666-003-7 In: Heinz Plischka Das Transzendentale Gehirn, Pro BUSINESS Berlin, 2019, ISBN 978-3-96409-121-5 In: Sinnliche Welten, Ausstellungskatalog Kunstdorf Unterjesingen, 2019 Atmos, Wasmuth Verlag, Tübingen, 2016, ISBN 978-3-8030-3386-4 „Menschen wachsen“. Hackenberg, Horb am Neckar, 2012, ISBN 978-3-937280-28-8 In: Ausstellungskatalog Internationaler Lucas-Cranach-Preis, Neue Cranach Presse Kronach, 2011 In: Betty Mellaerts Vriendinnen, Uitgeverij Van Halewyck, Leuven, 2008, ISBN 978-90-5617-836-9 etwas über uns, Luxemburg: Galerie Schortgen 2004 Ich Du Er Sie Es, München: Galerie Hell 2002 In: Ralf Preusker Ein Leib erinnert sich, Verlag Valentin Ludwigsburg, 2000, ISBN 978-3-932290-10-7 Marlis Albrecht, Werkschau 2000 Marlis Albrecht, Werkschau 1996
Weblinks Persönliche Website Literatur über Marlis Albrecht im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Literatur über Marlis Albrecht in der Kunst- & Museumsbibliothek Köln
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Frau