mini|Lageplan von Hammerschrott in der Bayerischen Uraufnahme mini|hochkant|Ortskapelle
Hammerschrott (oberfränkisch: HommaschroutJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „håmmɒschróut“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern). Hammerschrott liegt in der Gemarkung Höfen.
Lage Das Dorf liegt im Pegnitztal, etwa 800 m nordöstlich von Neuhaus und unmittelbar angrenzend. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2162 bei Neuhaus (0,1 km südöstlich) bzw. nach Mosenberg (1,6 km nördlich).
Geschichte 1326 wurde der Ort im bayerischen Salbuch als „Hammer Schrotonis“, also als Hammer eines Scrōto erwähnt.J. Pfanner: Pegnitz, S. 18. 1407 wurde er als Bamberger Lehen genannt. Der Eisenhammer war 1387 Mitglied in der Oberpfälzer Hammereinigung („Hans Hegnein ... auch mit zwai herden vnd mit dem hamer zu dem Newenhaws“).Johannes Laschinger: Transkription der Großen Hammereinung. In: Hirschmann, Norbert, Fleißer, Hannelore, Mahler, Fred: Die Oberpfalz, ein europäisches Eisenzentrum - 600 Jahre Große Hammereinung, Band 12/1 der Schriftenreihe des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern, Theuern 1987, S. 141.
Hammerschrott lag im Fraischbezirk des nürnbergischen Pflegamtes Velden.G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 529. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es drei Anwesen. In der Grundherrschaft unterstanden die Untertanen mittelbar dem brandenburg-bayreuthischen Verwalteramt Plech, unmittelbar waren sie Bamberger Zensiten.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 778f. Von 1791/92 bis 1810 unterstand der Ort dem preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Hammerschrott dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Höfen und der wenig später gebildeten Ruralgemeinde Höfen zugewiesen. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Hammerschrott am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.
Baudenkmäler In Hammerschrott gibt es zwei Baudenkmäler: Katholische Ortskapelle. Der barockisierende Neubau von 1928 ist mit einem Dachreiter versehen. Das ursprüngliche Gebäude, aus dem die Ausstattung stammt, wurde 1774 errichtet. Eisenbahnbrücke über die Pegnitz
Bodendenkmäler Herrensitz Hammerschrott
Einwohnerentwicklung Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2024Einwohner 23 53 65 58 96 67 81 103 78 78 59 28HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 3 10 11 11 10 12 10 Quelle
Religion Hammerschrott ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten sind nach St. Maria (Velden) gepfarrt.
Wirtschaft Der Hammer Schrott war einst ein größeres Industrieunternehmen. Dazu gehörte im Mittelalter auch ein Herrensitz. Zu den ständig Beschäftigten gehörten ein Schmelzmeister, ein Schmiedemeister, ein Hauer und ein Kohlmesser sowie Eisenarbeiter und Fuhrknechte. Aus dem Hammer wurde eine Bronzefabrik und später eine Holzwollefabrik. Der Besitzer Eberhard Weith ließ ein Kraftwerk einrichten. Aufgrund dieser Neuerung gab es in Neuhaus bereits 1911 elektrisches Licht. Das Elektrizitätswerk versorgte die Orte Neuhaus, Krottensee und Hammerschrott mit elektrischem Strom. 1983 wurde das E-Werk an das Überlandwerk Oberfranken verkauft.
Literatur
Andreas Dimler: Marktgemeinde Neuhaus – Gestern und Heute. Animus Kunstverlag, 1998, ISBN 3980650715
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz Kategorie:Ort im Landkreis Nürnberger Land Kategorie:Ort an der Pegnitz Kategorie:Ersterwähnung 1326