Christoph Luger (* 16. April 1957 in Bregenz) ist ein österreichischer Maler und Grafiker.

Leben und Werk Christoph Luger studierte von 1976 bis 1981 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Maximilian Melcher und Josef Mikl. Er lebt und arbeitet in Wien.

Die künstlerischen Essenzen, die sich im Werk des Malers Christoph Luger finden, beziehen sich sowohl auf prähistorische, antike und mittelalterliche Wandmalerei als auch auf die Bildkonzepte der amerikanischen Colorfield Painter. Luger hat aus diesem künstlerischen Erbe seit etwa Mitte der 80er Jahre ein eigenständiges, unverwechselbares und vielfältiges Œuvre entwickelt. Der Künstler verwendet ausschließlich Papier und Leimfarben. Die beidseitig kreidegrundierten Papierbahnen werden mit einem Tucker an den Atelierwänden fixiert. Seit 1998 folgt Luger einem strikten Arbeitsritual, das jeweils am Freitagabend mit der Fertigstellung des Wochenbildes – nach tagelangen intensiven Vorbereitungsarbeiten – endet.

Seit 2006 arbeitet er stets 12 Wochen hindurch an Wochenbildern mit durchgehend festgelegten Parametern. Mit lasierenden Farbbalken, manchmal auch geometrischen Farbflächen und älteren Werkfragmenten segmentiert er die oftmals meterlangen Papierbahnen, die sich allmählich in eine pastellig-sphärische Anmutung verwandeln. Die zahlreichen Verletzungen, die das Trägermaterial Papier durch die intensiven Bearbeitungsprozesse erleidet – Abschürfungen an der Oberfläche, Risse und Perforationen – wirken wiederum der illusionistischen Räumlichkeit entgegen, indem sie den Objektcharakter des Kunstwerks hervorheben. Christoph Lugers Arbeitsweise ist die eines zeitgenössischen Freskenmalers, der sein Werk nach dessen Vollendung vom Entstehungsort ablöst und in eine neue Bildwirklichkeit, ja Bildkategorie, transformiert.

Auszeichnungen 1985: Preisträger Geist und Form 1990: Otto-Mauer-Preis 1981: Romstipendium 2001: Krumaustipendium 2009: Chinastipendium 2024: Pfann-Ohmann-PreisPfann-Ohmann-Preise: Architektin Andrea Graser und Künstler Christoph Luger. kuenstlerhaus.at, 18. Oktober 2024.

Einzelausstellungen (Auswahl) 1983 Theseustempel im Volksgarten, Wien 1992 Galerie allerArt, Bludenz 1998 Investkredit, Wien 1999 Atelier Westbahnstraße, Wien 2001 Semperdepot, Wien 2002 Jesuitenkirche Wien: „Position: Gegenwart“ 2003 Galerie Sauruck, Wien 2004 Galerie Sauruck, Graz 2004 gugler forum melk, Pielach 2005 Kulturhaus Bruckmühle, Pregarten 2006 Galerie Arthouse, Bregenz, 2008 Galeria Krypta u Pijarów, Krakau 2009 Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 2010 Galerie ars videndi, Pfaffenhofen / Deutschland 2011 Künstlerhaus, Wien (Projekt Serendipity) 2012 Künstlerhaus, Wien, Hausgalerie 2012 St. Peter an der Sperr, Wr. Neustadt 2013 Buchhandlung Ortner2 2013 Icon Galerie, Linz 2014 Bildraum 07, Wien 2018 Galerie Maximilian Hutz, Lustenau / Hard 2019 Johanniterkirche, Feldkirch

Gruppenausstellungen (Auswahl) 1990 Projektraum des WUK, Wien 1991 Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 1992 Kunsthalle Exnergasse, Wien 1993 Schloss Wolkersdorf 1994 De Markten, Brüssel 1994 Castello di San Giusto, Triest 1997 Galerie im Amerlinghaus, Wien 1998 Akademie der bildenden Künste, Wien (Otto Mauer Preis 1981–1998) 1999 Heizhaus Stammersdorf, Wien 2001 Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, Bregenz 2001 NÖ Dokumentationszentrum für moderne Kunst, St. Pölten 2001 Egon Schiele Art Centrum, Krumau 2002 Museum auf Abruf, Wien 2003 Centrum Sztuki Solvay, Krakau 2003 Parlament, Säulenhalle, Wien (Positionsbestimmung zeitgenössischer Vorarlberger Kunst) 2004 St.-Anna-Kapelle, Passau (Sammlung Riedl: Seitenwechsel) 2005 Sammlung Essl, Klosterneuburg (Emerging Artists) 2006 Kunstforum Bank Austria, Tresorraum, Wien (Abstract Papers) 2007 Kulturhaus Bruckmühle, Pregarten 2008 Guangzhou und Beijing (Künstler aus Österreich in China) 2009 Ningbo Museum of Art, Ningbo / China 2011 Museum Liaunig, Neuhaus / Suha 2013 Galerie Lindner, Wien 2013 Künstlerhaus Wien, Neuhaus / Suha

Publikationen Wände. Ausstellungskatalog, 1990. Christoph Luger im Semperdepot. Ausstellungskatalog, Wien 2001. Christoph Luger. Malerei. Anlässlich der Ausstellung im Gugler-Forum Melk, 11. Februar – 13. August 2004. Texte von Eva Maria Bechter, Gustav Schörghofer SJ und Florian Steininger. Melk 2004. Arbeiten 2006–2008. Text von Gerhard Zeillinger. Wien 2008.

Literatur Kurzbiografie und Quellen, S. 200–201. In: Susanne Fink, Cornelia Rothmund: Bildende Kunst in Vorarlberg. 1945–2005. Biografisches Lexikon. Vorarlberger Landesmuseum, Kunsthaus Bregenz, Bucher-Verlag, Hohenems 2006, ISBN 978-3-902525-36-9. Christine Janicek (Hrsg.): Christoph Luger. Arbeiten auf Papier. Anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Künstlerhaus Wien, 18. November – 4. Dezember 2011 im Rahmen des Projekts Serendipity. Mit Texten von Hermann Fetz, Christine Janicek und Julian Schutting. Edition Serendipity, Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2011.

Filme Alles ist Wand. Ein Film von Martin Kaltner über den Künstler Christoph Luger, 2008.

Weblinks Webpräsenz von Christoph Luger „Alles ist Wand“ auf youtube „Alles ist Wand“ auf vimeo Christoph Luger, Künstlerhaus Wien, 2011 – Eine Ausstellung des Projekts Serendipity – Video-Dokumentation Gerhard Zeillinger: Abstrakte, meisterliche Wandgemälde. Christoph Lugers großflächige Bilderwelten im Künstlerhaus (Projekt Serendipity 2011)

Einzelnachweise

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