mini|Beispiel eines chilenischen Kennzeichens der neusten Serie mini|Auswahl aktueller chilenischer Kfz-Kennzeichen Die aktuellen chilenischen Kfz-Kennzeichen (seit landesweiter Zentralisierung 1985 Placa Patente Única, kurz PPU) tragen stets drei Zeichenpaare. Serienkennzeichen tragen entweder zwei Paar Buchstaben und ein Paar Ziffern am Ende oder jeweils ein Paar Buchstaben und Ziffern sowie ein Paar Ziffern am Ende. Am unteren Rand findet sich der Schriftzug „Chile“. Zwei der drei Zeichenpaare werden durch ein Staatswappen getrennt. Hologramme, Klebeplaketten oder Ähnliches tragen sie nicht, ebenso erlauben sie keine Rückschlüsse auf die Herkunft des Fahrzeugs.

Die Farbgebung der Kennzeichen gibt Aufschluss über die Fahrzeugart. So lassen sich private und kommerzielle Fahrzeuge, Taxis usw. unterscheiden. Fahrzeuge des Personentransports (Taxis, Busse) tragen die Nummer des Kennzeichens stets auch auf die Karosserie lackiert.

Es gibt keine Regelung für Wunschkennzeichen wie in Deutschland. Lediglich die letzte Ziffer kann bedingt gewählt werden. Diese dient dazu, im Falle von zu hoher Luftbelastung durch Abgase, bestimmten Fahrzeugen ein Fahrverbot zu verhängen. Aktuell werden solche Fahrverbote an Tagen mit hoher Umweltbelastung an Kennzeichen nach Schlussziffer verhängt.Richard A. Crooker: "Chile" (1. Januar 2009), S. 103 Dies betrifft gegebenenfalls Kennzeichen eines (Kfz mit Katalysator) oder zweier (nur Kfz ohne Katalysator) der Zahlenpaare 1/2, 3/4, 5/6, 7/8 oder 9/0. So können z. B. die Kennzeichen YB·34-67 und BG-XZ·18 bei einem Fahrverbot des Zahlenpaares 7/8 wegen ihrer Schlussziffern betroffen sein.S. Roraff, L. Camacho: "CultureShock! Chile" (15. Februar 2011), S. 95

Serienkennzeichen werden normalerweise der Reihe nach vergeben. Ein höherer Buchstabe am Beginn des Kennzeichens lässt so bedingt auch auf ein jüngeres Baujahr schließen. Ältere Fahrzeuge mit späterer Erstzulassung oder importierte Fahrzeuge bekommen eine laufende Nummer, die nicht immer dem augenscheinlichen Alter entspricht. Heutzutage wird das Kennzeichen auch auf einige Fahrzeugteile aufgebracht (Karosserie, Scheiben, Spiegel usw.).

Heute existieren 15 Typen von Kennzeichen. Ein jedes Kennzeichen „lebt und stirbt mit dem Auto“. Jährlich werden dafür etwa 800.000 Schilder produziert.

Formate Format 1: Altes Format (bis zum 31. Dezember 1984) mini|Beispiel eines Kennzeichens im alten Format In diesem ersten System waren die Fahrzeuge bei der Gemeinde eingetragen, hier war ein Rückschluss auf die Herkunft möglich. Die Kennzeichen zeigten neben den Ziffern und Buchstaben auch den Namen der ausstellenden Stadt oder Gemeinde. Sie wurden in verschiedenen Farben, abhängig von Typ und Verwendung des Fahrzeugs ausgegeben. Zuweilen trug das Kennzeichen auch das Jahr, in dem es ausgegeben wurde. In verschiedenen Epochen trug das Kennzeichen auch einen Buchstaben, der über Fahrzeugtyp oder -verwendung Auskunft gab. Hier stand P für particular (Privatfahrzeug), C für comercial (geschäftliches Fahrzeug), SW für station wagon (Kombi/Caravan), BUS für Busse usw.

Bis 1940 Die Kennzeichen wurden individuell und unabhängig von den jeweiligen Städten und Gemeinden ausgegeben, die auch jegliches Aussehen und Format selbst festlegten. So gab es bereits 1919 Kennzeichen, die Buchstaben und Zahlen enthielten.

1940er und 1950er Jahre Für die Gemeinde Santiago wurden Kennzeichen nach dem Format AA·10 ausgegeben, Buchstaben und Ziffern waren dabei durch einen Stern getrennt. AB·23 / 53 Santiago P

1960er Jahre mini|Beispiel eines Kennzeichens aus den 1960er Jahren Für die Gemeinde Santiago wurden Kennzeichen nach dem Format AA·10 ausgegeben. Santiago P / DE 68 45

Für den Rest des Landes gab es Kennzeichen mit zwei Buchstaben und drei Ziffern, jeweils getrennt durch das Symbol der Casa de Moneda de Chile (S̊) und dem Jahr der Ausgabe. Die ausgebende Gemeinde stand über oder unter dem Kennzeichen. ES 64 430 / Valparaiso PBild auf commons.org Valparaiso P / ES 62 740Bild auf commons.org HF 69 598 / Quilicura P

Bereits zu dieser Zeit wurden Ersatzkennzeichen aus Papier ausgegeben, um den Zeitraum bis zur Ausfertigung eines Blechschildes zu überbrücken.

1970er Jahre mini|Beispiel eines Kennzeichens aus den 1970er Jahren Für die Gemeinde Santiago wurden Kennzeichen nach dem Format AA·10 und AA·1 ausgegeben. Santiago P / AE 78 92 (siehe Bild) Santiago C / VY 78 2 WD 75 17 / Santiago C

mini|Beispiel eines Kennzeichens aus den 1970er Jahren Für den Rest des Landes gab es Kennzeichen mit 4 oder 5 Zeichen, nach Buchstaben und Zahlen gruppiert. EZK 73 79 / Valparaiso P (siehe Bild) Valparaiso P / EZK 74 79Bild auf commons.org Providencia P / JX 74 308Bild auf commons.org DIH 77 1 / Coquimbo C

1980er Jahre mini|Beispiel eines Kennzeichens aus den 1980er Jahren mini|Beispiel eines Anhängerkennzeichens im alten Format Im ganzen Land wurden die Kennzeichen nach dem Format AAA·100 ausgegeben. Dabei gab die Farbe abhängig vom Jahr Auskunft über den Fahrzeugtyp. In zwei Zeilen fand sich das Kennzeichen sowie Gemeinde (und Jahr) der Ausgabe. Je nach Gemeinde stand das Kennzeichen entweder oben oder unten. YEA·361 / Mafil 83 (siehe Bild) Villa Alemana / DYV·624

Zwischen 1981 und 1984 verteilten sich die Anfangsbuchstaben wie folgt auf die Regionen: Regiones de Arica y Parinacota, und Tarapacá: A Región de Antofagasta: B Regiones de Atacama und Coquimbo: C Región de Valparaíso: D, E, F Región Metropolitana de Santiago: G, H, I, J, K, L, N, O, P, R Región del Libertador General Bernardo O’Higgins: S Región del Maule: T Región del Bio Bio und Ñuble: U, V Región de la Araucanía: X Regiones de Los Ríos und Los Lagos: Y Regiones de Aysén del General Carlos Ibáñez del Campo und de Magallanes: Z

Format 2: AA·10-00 (1. Januar 1985 bis 31. August 2007) mini|Beispiel eines Kennzeichens im Format 2 mini|Beispiel eines Schildes aus Karton: Hier ging das Schild verloren und wird bis zur Ausfertigung auf Aluminium als Kennzeichen auf Karton benutzt. Dieses Format ist grundlegend verschieden von seinem Vorgänger. Es wurde ab dem 1. Januar 1985 mit fließendem Übergang eingeführt, d. h. alte Kennzeichen vom Format 1 wurden nur bei Besitzerwechsel oder Ummeldungen gegen neue Kennzeichen getauscht. Neuzulassungen jedoch erhielten von diesem Tag an ein Kennzeichen im neuen Format.

Dieses Format besteht aus zwei Buchstaben, gefolgt von einem vereinfachten Staatswappen. Dem folgen zwei Paare von Ziffern, durch einen Punkt getrennt. Die Schilder messen 37,5 cm × 17 cm.

Dabei kann der erste Buchstabe einer der folgenden sein: A, B, C, E, F, G, H, D, K, L, N, P, R, S, T, U, V, X, Y, Z, W und M. M und W wurden zunächst auch nicht an zweiter Stelle verwendet, um in der Breite Platz zu sparen. Erst als die bisherigen Kombinationen von AA bis ZZ aus den vorher genannten Buchstaben vergeben waren, ergänzte man die Serie um die Kombinationen WA bis WZ, ZW bis KW (ohne VW) und schließlich bis zur Einführung von Format 3 MZ bis MX.

Das I wurde aufgrund der Ähnlichkeit zum J nur mit einem vorangehenden D verwendet, ebenso entfielen das Ñ und das Q wegen ihrer Ähnlichkeiten zum N bzw. zum O (außer Diplomatenkennzeichen). Dabei wird das J für Frachtanhänger vergeben.

Alle Kennzeichen tragen das Wort CHILE am unteren Rand, außer den Bussen des Transantiago.

Format 3: BB-BB·10 (aktuell seit 1. September 2007) mini|Beispiel eines Kennzeichens im Format 3 mini|Kein sehr alltägliches Kennzeichen: Zum Zeitpunkt der Aufnahme zirkulierten nur maximal 45 Kennzeichen mit vier gleichen Buchstaben und zwei gleichen Ziffern. Im September 2007 wurde damit begonnen, ein neues Format zu benutzen. Es besteht aus vier Buchstaben, gefolgt vom bisher benutzen vereinfachten Staatswappen und zwei Ziffern. Dieses System verwendet 18 Buchstaben: B, C, D, F, G, H, J, K, L, P, R, S, T, V, W, X, Y, Z. Wie bisher sind die Buchstaben Ñ und Q ausgeschlossen, aktuell werden auch N und M nicht verwendet, um unbequeme Kombinationen zu vermeiden. Ebenso werden keine Vokale vergeben, um die Bildung von ganzen Worten zu vermeiden. Die Zeichen sind in Helvetica gesetzt.

Auch wenn neue Fahrzeuge das aktuelle Format tragen, wurden die alten Formate nicht erneuert. Somit sind aktuell beide Formate im Umlauf. Die Abmaße der Schilder wurden beibehalten.

Die Nummern laufen von 10 bis 99 für alle Buchstabenserien. Das Typendesign ist dabei das gleiche wie schon bei alten Format. Ebenso gleich zu den alten Formaten ist, dass alle Kennzeichen das Wort CHILE am unteren Rand tragen, außer den Bussen des Transantiago.

Dieses Format erlangte am 3. September 2007 Gültigkeit, die Kennzeichen kosteten 15,570 Chilenische Pesos. Bei durchschnittlich 250.000 Neuzulassungen sollten die so neu verfügbaren 9.447.840 Kombinationen etwa 38 Jahre reichen. Die Sicherheitsmerkmale sind verbessert worden. Vergeben wurden sie beginnend mit BB-BB·10 bis BB-BB·99, dann weiter mit BB-BC·10 bis BB-BC·99 usw. Allerdings wurden allein für den Zeitraum zwischen Februar und Juli 2013 bereits fast 270.000 Kennzeichenpaare in Auftrag gegeben. Am 5. März 2019 wurde bekannt, dass bereits über die Hälfte der in diesem System verfügbaren Kennzeichen-Kombinationen vergeben worden sind. Das Registro Civil rechnete daraufhin damit, dass die verbleibenden Kombinationen weitere etwa 12 Jahre ausreichen werden.

Die Schilder für die Kennzeichen werden durch die Casa de Moneda de Chile hergestellt. Im April 2011 kam es durch die unerwartet hohe Anzahl an Neuzulassungen von monatlich 15.000 Neuanmeldungen zu Engpässen bei der Aluminiumrohlingen für die Kennzeichenschilder, so dass etwa 5.000 Fahrzeuge nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassen werden konnten. Obwohl weitere Rohlinge aus dem Ausland aufgekauft wurden (250.000 aus Deutschland und 60.000 aus Argentinien), konnte nicht verhindert werden, dass ab dem 3. Oktober 2011 Kennzeichenschilder aus Karton ausgegeben werden mussten. Daraufhin wurde die Herstellung der Kennzeichenschilder im September 2012 auch international an private Firmen ausgeschrieben.

Neues Design mit fälschungserschwerender Type mini|Kennzeichen des Formats 2 mit neuem Schriftsatzmini|Kennzeichen des aktuellen Formats mit neuem Schriftsatz mini|Ausschnitt des neuen Sicher­heits­merk­mals zur Unter­scheidung vorderer und hinterer Schilder Mit Beginn des Jahres 2014 soll den Kennzeichen ein neues Gesicht gegeben werden. Damit reagieren die Behörden auf eine wachsende Zahl von Straftaten in Verbindung mit gefälschten Kennzeichen. So sollen in Zukunft Front- und Heckkennzeichen auch unterscheidbar sein und die Typografie wird so geändert, dass das Fälschen und Manipulieren von Kennzeichen erschwert wird. Dabei wird nicht das Format der Kennzeichen geändert werden, sondern lediglich deren Aussehen. Auf dem Schild soll direkt vermerkt werden, ob es vorne oder hinten am Fahrzeug angebracht werden soll. Offenbar wird dabei auch die Verwendung der FE-Schrift für das neue Layout erwogen. Dies wurde mit Ausgabe der Kennzeichen ab den Buchstaben GK im ersten Drittel des Jahres 2014 umgesetzt. Man erkennt links unten die Einprägung delantera zur Kenntlichmachung des vorderen Kennzeichens.

Die Maße der Kennzeichen mit der neuen Type für Autos sind gleich geblieben (360 × 130 mm), für Motorräder sind sie jetzt 40 mm höher (145 × 120 mm).

Die Casa de Moneda gab bekannt, davon zunächst 1.115.240 Stück hergestellt zu haben.

Nicht nur die Kennzeichen für Neuwagen, auch verlorene und gestohlene Schilder werden durch solche mit der neuen Type ersetzt. Die bestehenden Buchstabenserien werden dabei weitergeführt.

Zusammengefasst haben die neuen Kennzeichen folgende Eigenschaften:Erklärung des juristischen Rahmens für Kennzeichen an Kraftfahrzeugen auf www.bcn.cl (PDF-Dokument im Web-Archiv) Ausgegeben im Registro Civil ab März 2014 Gesetzt in der Type FE-Schrift