Die Wirtschaft des Staates Israel ist eine technologisch sehr fortgeschrittene Volkswirtschaft mit einem Staatsanteil von 40 %.Heritage.org, abgerufen am 19. Juni 2018. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt nahm sie im Jahre 2023 den 27. Rang weltweit ein.

Allgemeines Israel ist ein hoch entwickelter Industriestaat und Mitglied der OECD. Es hat den höchsten Lebensstandard im Nahen Osten und den fünfthöchsten in Asien.Human Development Report 2016, abgerufen am 19. September 2017.

Der bedeutendste Arbeitgeber ist der öffentliche Dienst, in dem 33 % der israelischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In der Industrie arbeiten 17 %, in Tourismus, Handel und Finanzen 20 %; 28 % sind in anderen Bereichen (Dienstleistungen usw.) tätig.

2023 nahm Israel beim Index der menschlichen Entwicklung den 27. Platz der 193 der untersuchten Länder ein und zählt zur Kategorie der „sehr hoch entwickelten Staaten“.

In einigen Wirtschaftszweigen (vor allem Militär, Finanzen und Technik) gehört Israel zu den weltweiten Marktführern.

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Israel Platz 16 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).WEF: Global Competitiveness Index2017-2018, abgerufen am 29. November 2017

Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt Israel 2018 Platz 31 von 180 Ländern.

Wirtschaftsdaten BIP: $ 390,7 Milliarden (Total, 2019) (34.)wirtschaftsdaten kompakt, GTAI, Israel. Abgerufen am 7. Juli 2019. $ 291 Milliarden (KKP) (55.) $ 43.199 (BIP/Einw. (nominal, 2019)) (26.) $ 35.658 (BIP/Einw. (KKP)) (24.) Index der menschlichen Entwicklung: 0,899 (19.) (2015) Währung: 1 Neuer Israelischer Schekel (ILS) = 100 Agorot Arbeitslosigkeit: 4,2 % (2019)Central Bureau of Statistics Staatshaushalt: 117 Milliarden US-Dollar (Ausgaben), (2019).Regierung billigt Staatshaushalt, Israel Nachrichten. Abgerufen am 7. Juli 2019. Staatsverschuldung: 151,3 Milliarden US-Dollar (78,0 % des BIP) (2009). Staatsausgaben: Gesundheit:Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten. Fischer, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-596-72910-4. 8,0 % Bildung: 5,9 % (2009) Militär: 7,4 % (2012) Inflation: 0,5 % (2018) Gini-Koeffizient: 42.8 (2013; geschätzt) Zahlungsbilanz: + 4,2 Milliarden US-Dollar

Wirtschaftsgeschichte Vor der Staatsgründung Die Geschichte der israelischen Wirtschaft beginnt bereits vor der ersten Einwanderungswelle in den 1880er Jahren.

Im Jahre 1857 ließ der in London lebende Jude Sir Moses Montefiore eine 18 Meter hohe Windmühle mit einer kleinen Siedlung aus 20 Häusern außerhalb der Stadtmauer Jerusalems errichten und schuf damit eine wichtige Lebensgrundlage der jüdischen Bevölkerung. Diese Ansiedlung liegt im heutigen Jerusalemer Stadtviertel Mishkenot Sha’ananim. Die Mühle gab den Bewohnern der Siedlung Arbeit und machte die jüdischen Einwohner Jerusalems unabhängiger.juedische-allgemeine.de

1870 wurde auf Initiative von Charles Netters die Mikwe Israel, die älteste jüdische Landwirtschaftsschule in Palästina gegründet.

Wesentlichen Auftrieb erhielt die wirtschaftliche Entwicklung vor und zwischen den Weltkriegen. In dieser Zeit entstanden erste vorstaatliche Wirtschafts- und Sozialstrukturen. Kollektive, kooperative und gemeinschaftliche Unternehmen und Einrichtungen spielten entsprechend der sozialistisch-zionistischen Ideologie eine große Rolle. Sie bestanden vor allem in den landwirtschaftlichen und industriellen Unternehmen der Kibbuzim, den landwirtschaftlichen Moschawim sowie den Transportkooperativen.Deutsch-Israelische Auslandshandelskammer, abgerufen am 20. Juni 2018. Damals wurden die Weichen für eine stark interventionistische Wirtschaftsstruktur gestellt.

1930 begann die von Mose Nowomeisky gegründete Gesellschaft Palestine Potash Company mit der Gewinnung von Kalisalz aus dem nördlichen Toten Meer. 1931 wurde von der Palestine Cooperation von dem aus einer englisch-jüdischen Familie stammenden Sir Robert Waley Cohen das King David Hotel in Jerusalem eröffnet. 1935 wurde das staatlich nicht legitimierte Exchange Bureau for Securities von der Anglo-Palestine Bank gemeinsam mit anderen Banken und Brokern gegründet, aus dem 1953 die Tel Aviv Stock Exchange, die Börse Israels wurde.

Bis Mitte der dreißiger Jahre waren jüdische und arabische Wirtschaftsstrukturen miteinander verknüpft. Erst der arabische Aufruf zum Boykott der jüdischen Wirtschaft von 1936 zwang den Jischuw, die jüdischen Einwohner des britischen Mandatgebietes in Palästina, eigenständige Strukturen zu entwickeln.

Nach der Staatsgründung Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit befand sich das Land in einer wirtschaftlich schwierigen Lage; die Volkswirtschaft stand einer außergewöhnlich großen Zahl an Hinderlichkeiten gegenüber:Harvey H. Smith: Area Handbook for Israel. U. S. Government Printing Office, Washington, D.C. 1970, S. 273. Ein perforiertes, von Frontlinien begrenztes Staatsgebiet, weit entfernt von den weltweiten Wirtschaftszentren, ein ausgeprägter Mangel an fruchtbarem Ackerland, Wasser, Bodenschätzen und fossilen Energieträgern, eine kleine Bevölkerung, die dem Aufbau einer auf Massenproduktion ausgelegten Industrie entgegenstand, die Wirtschaftsblockade der arabischen Nachbarstaaten, die Handelsbeziehungen in der Region unterband, eine Verkehrsinfrastruktur, die nicht der Bevölkerungsverteilung des neuen Staates entsprach, ein traditionell hohes Handelsbilanzdefizit, folglich eine hohe Abhängigkeit von ausländischem Kapital, ein anhaltend hoher Kapitalbedarf für den Aufbau einer eigenen Industrie, aber auch für Unterbringung, Versorgung und Umschulung der Neueinwanderer, der ungelöste Konflikt mit den Nachbarstaaten und die Belastung der Volkswirtschaft durch hohe Verteidigungsausgaben.

Mit der Staatsgründung sahen die Führungen der zionistischen Parteien die Chance, einen lebensfähigen jüdischen Staat mit den Kenntnissen und Vorstellungen der jüdischen Einwanderer aus der Diaspora zu etablieren. Es waren nicht nur Theodor Herzls Ideen aus seinen Büchern „Der Judenstaat“ und „Altneuland“, die den Charakter der Wirtschaft des jüdischen Staates prägen sollten, sondern vielmehr die Vorstellungen der zu jener Zeit stärksten politischen Strömung, die sich in der sozialistischen Partei Mapai unter David Ben-Gurion sammelte. Diese vertrat das Konzept des Mamlachtijut (hebräisch für Staatlichkeit). Im Konsens mit den anderen politischen Strömungen verfolgten sie das Ziel, ein modernes Wirtschaftssystem mit regulierendem Staatsinterventionismus und kooperativen Strukturen, aber auch mit geschütztem Privateigentum und Unternehmertum zu errichten.

Nach der Unabhängigkeitserklärung befand sich Israel in sehr schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen. Das Land verfügte über keine nennenswerten Rohstoffvorkommen und war ein Agrarstaat ohne nennenswerte bzw. unterbrochener Infrastruktur. Nach dem gewonnenen Unabhängigkeitskrieg gegen die Staaten Ägypten, Syrien, Transjordanien, Saudi-Arabien und den Libanon war Israel von feindlichen Ländern umgeben. Der Boykott Israels durch die Arabische Liga erstreckte sich nicht nur auf den neugegründeten Staat, sondern wurde auch auf nicht-israelische Unternehmen angewendet, welche in Israel Handel treiben wollten.

Die wirtschaftliche Entwicklung nach der Staatsgründung hatte hauptsächlich mit den vier großen Problemkreisen zu tun, um den Anforderungen eines modernen Staatswesens gerecht werden: Die Aufrechterhaltung der nationalen Sicherheit, die bis zu 25 % des Bruttoinlandsprodukts kostete, die Eingliederung einer großen Zahl von Einwanderern, die Schaffung einer modernen Infrastruktur und der Aufbau einer öffentlichen Verwaltung.

Israels wirtschaftliche Entwicklung lässt sich bis heute in vier große Perioden einteilen: 1948 bis 1967 war gekennzeichnet von der Gründung, Konsolidierung und einem rapiden Wachstum der Wirtschaft. In der zweiten Phase von 1967 bis 1989 waren eine Ausdehnung und Verlagerung israelischer Wirtschaftsstrukturen sowie eine massive Inflation bestimmend. In der dritten Periode von 1989 bis 2005 erfolgte ein auf die Globalisierung orientierter Struktur- und Systemwandel mit einem auf dem Technologiesektor basierendem Wirtschaftswachstum, aber auch einer tiefen Wirtschaftskrise. Die vierte Phase seit 2006 ist von einer Etablierung als High-Tech-Nation gekennzeichnet, aber auch von sozialen Spannungen.

Von der Rationierung zur Entwicklungsökonomie (1948–1967) Bis 1952 hatte die israelische Wirtschaft zwei Hauptaufgaben zu erfüllen: Einerseits die Versorgung der Bevölkerung mit den Gütern des Grundbedarfs und die Institutionalisierung eines eigenen Wirtschaftssystems. Angesichts des Palästinakrieges von 1948/49 und seiner Folgen und der mehr als 700.000 Neueinwanderer, die 1948–1951 nach Israel kamen, arbeitete die Regierung zunächst nach einem Notstandsprogramm. Mit einer neuen ökonomischen Politik seit Februar 1952 reduzierte die Regierung die Rationierungen und die Preiskontrolle, bestimmte aber weiter die Entwicklungsrichtung der Wirtschaft. Schwerpunkte waren der Ausbau der Landwirtschaft und des Bauwesens zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Wohnraum. Der Außenhandel wurde durch eine starke Abwertung des israelischen Pfundes, er verlor gegenüber den Dollar die Hälfte seines Wertes, gefördert.Israel: Grundwissen-Länderkunde Seite 354, abgerufen am 23. Juni 2018.

In den ersten Jahren erhielt Israel Wirtschaftshilfe von der Sowjetunion und Polen.

Nachdem die israelische Regierung im Koreakrieg von 1950 bis 1953 eine enge Verbindung zu den USA eingegangen war, verfolgte sie auch die anfangs präferierten sozialistischen Tendenzen weniger stark. Ausländische Direktinvestition wurden staatlich gefördert und durch das Investitionsfördergesetz von 1959 rechtlich geschützt. Diese Maßnahmen führten zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Am 10. September 1952 schlossen Israel und die Bundesrepublik Deutschland das Luxemburger Abkommen, in dem sich die Bundesrepublik verpflichtete, Israel insgesamt drei Milliarden Deutsche Mark als Entschädigung für die Opfer der Shoa zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld konnte Israel ab 1955 zwölf Jahre lang in Form von Waren-, Dienstleistungs- und Fiskaltransfers abrufen. Die Hilfe machte einen großen Teil des israelischen Einkommens aus und reduzierte das erhebliche Außenhandelsdefizit.

Mit der Sueskrise 1954 unterstützten auch Frankreich und das Vereinigte Königreich das Land.

Ab dem Jahre 1956 bekam Israel auch wirtschaftliche Unterstützung aus den Vereinigten Staaten und Kanada. Dazu kamen noch Privatspenden amerikanischer Juden. Der Erlös aus diesen Quellen wurde hauptsächlich für die rasche Industrialisierung des Landes gebraucht. Es entstanden neue Straßen, Städte wurden modernisiert, die Landwirtschaft gefördert, Entsalzungsanlagen gebaut und die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte modernisiert.

Nachdem die Grundversorgung gesichert war, wurde die Produktionsbasis nach staatlichen Maßgaben nun insbesondere in der Industrie und im Dienstleistungsbereich erweitert. Besonders notwendig war der Ausbau der Infrastruktur. Neue Betriebe entstanden in dieser Zeit vor allem im staatlichen Sektor, in dem ein erheblicher Teil der Neueinwanderer eine Anstellung fanden. Dagegen entstanden im privaten Sektor eher Kleinbetriebe. Die wachsende Nachfrage belebte die Wirtschaft. Das Bruttosozialprodukt wuchs in den Jahren 1955 bis 1965 durchschnittlich um zehn Prozent jährlich, die Arbeitslosigkeit sank im gleichen Zeitraum von 7,2 auf 3,6 %. Einen schnellen Aufschwung erlebten insbesondere die Textil-, die Lebensmittel-, die Baustoff- und die Elektroindustrie sowie das Schleifen von Rohdiamanten.

Seit dieser Zeit ist Israel weitgehend nicht mehr von Lebensmittelimporten abhängig. Die Textilindustrie wurde nach der Lebensmittelindustrie der zweitgrößte industrielle Wirtschaftszweig des Landes.„Textiles“, Jewish Virtual Library. Editiert am 8. September 2011.