Mr. Dodd Takes the Air ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1937, in dem Kenny Baker, Jane Wyman, Frank McHugh und Alice Brady die Hauptrollen spielen. Die Regie lag bei Alfred E. Green. Dem Drehbuch von Haines und Ryan liegt Clarence Budington Kellands Geschichte „The Great Crooner“ zugrunde.
Handlung Der 23-jährige Elektriker Claude Dodd tritt in seinem Heimatdorf Pewamo, Michigan, auf dem Strawberry Festival als Sänger auf. Im Publikum sitzt auch Hiram P. Doremus, Präsident von Morpheus Matratzen und erfolgreichster Sohn des Dorfes. Doremus begeistert Dodds Gesang und er fasst den Entschluss, ihn in New York in seiner Show als „Mister Bariton“ vorzustellen. Der Unternehmer ist einer der Sponsoren der Metropolitan-Rundfunkübertragungen und möchte mit Dodds Gesang Werbung für seine Matratzen machen. Vor seiner Reise nach New York muss Dodd sich jedoch einer kleinen Operation wegen einer Angina unterziehen. Der Arzt bedeutet ihm, seine Stimme einige Zeit zu schonen. Gemeinsam mit seinem Freund Sniffer, der als sein Manager fungieren soll, reist Dodd nach New York und kommt in sprichwörtlich letzter Minute an.
Als Dodd während seines Radioauftritts das erste Mal seit seiner Operation wieder singt, muss er mit Schrecken feststellen, dass er vom Bariton zum Tenor geworden ist. Doremus, der Tenöre nicht mag, ist empört und meint, Dodd habe ihn getäuscht. Dodd jedoch hat bereits ein Publikum gefunden, das ihn liebt, und erhält viele Zuschriften. Auch Marjorie Day, eine Sekretärin der Metropolitan Broadcasting Company, setzt sich für ihn ein und hilft ihm, einen gut dotierten Vertrag zu bekommen. In der Folgezeit hat Dodd viele große Auftritte und bald schon umfasst sein Fanclub mehr als 217.000 Mitglieder. Von den ständigen Auftritten und den hysterischen Fans ist Dodd jedoch zunehmend frustriert und setzt durch, eine kleine Pause mit Marjorie zu verbringen. Dabei versieht er bei einer Reparatur – er ist ja gelernter Elektriker – Marjories Radiogerät mit einer von ihm entwickelten Vorrichtung, die deutlich die Empfangsqualität von Marjories Radio erhöht. Diese noch nicht patentierte Erfindung präsentiert er später am Abend stolz Jessica Stafford und Jim Lidin, zwei frischen Bekanntschaften aus dem Nachtclub.
In der Folge macht sich die schöne Jessica an Dodd heran, aber nicht, weil sie ihn liebt. Sie und Jim Lidin planen nämlich, die Erfindung zu stehlen und zu Geld zu machen. Jessica stellt Dodd auch der bekannten Opern-Primadonna Madame Sonya Moro vor, die ihn unter ihre Fittiche nehmen will, aber seinen Kopf vor allem mit prätentiösen Ideen über Künstlertum füllt. Auch versucht Jessica, den naiven Dodd zu überzeugen, dass in Wirklichkeit Marjorie seine Erfindung verkaufen wolle. Das gelingt ihr aber vorläufig nicht, denn Dodd beteuert Marjorie seine Liebe und macht ihr einen Antrag. Deshalb holt Jessica zu einem weiteren Schlag aus und hält Dodd das auf Marjories Namen beantragte Patent seiner Erfindung unter die Nase. Es gelingt Marjorie nicht, ihn davon zu überzeugen, dass sie das Patent nur zu seinem eigenen Schutz beantragt habe.
Erst als er einige Tage später auftritt und Marjorie im Publikum sieht, erkennt er, dass sie richtig lag und ihn liebt. Er sucht sie auf, aber ihr wurde die Arbeitsstelle gekündigt und sie ist fortgezogen. Bei seiner Suche im Regen fängt sich Dodd erneut eine Angina ein und muss wieder operiert werden. Im Krankenhaus besuchen ihn sowohl Jessica als auch Sonya Moro, die beide behaupten, mit ihm verlobt zu sein. Dodd will jedoch keine von ihnen heiraten. Entnervt von den Wirren der Berühmtheit und Zwistigkeiten um ihn herum, gibt Dodd bei seinem ersten Auftritt nach der Operation vor, er könne nun nicht mehr singen. Sein Vertrag wird aufgelöst, was aber sein eigentliches Ziel war.
Dodd kehrt in seine alte Arbeit in Pewamo zurück. Als das jährliche Strawberry Festival wieder ansteht, reisen Sniffer und Sonya an, die inzwischen geheiratet haben. Und auch Marjorie ist mitgekommen und gibt Dodd das Patent für seine Erfindung, auf seinen Namen ausgestellt. Claude schließt sie glücklich in die Arme und meint, dass er seine Stimme gar nicht verloren habe und singt für sie, nachdem sie ihm ihr Jawort gegeben hat.
Hintergrund Die Dreharbeiten fanden in den Warner Brothers Burbank Studios in Burbank in Kalifornien in den USA statt. Der Film hatte am 11. August 1937 Premiere in New York in den USA, am 21. August 1937 lief er dann allgemein in den Kinos der USA an. Weiter lief er im Jahr 1938 in Finnland und in Frankreich sowie 1939 in Dänemark an. In Deutschland und Österreich kam er nicht in die Kinos.Mr. Todd Takes the Air bei imdb.com (Starttermine). Abgerufen am 21. Februar 2013.
Clarence Budington Kellands Roman wurde 1932 vorab in der Saturday Evening Post veröffentlicht. Kenny Baker, der die Hauptrolle in der Verfilmung übernahm, war ein beliebter Radio-Sänger im Programm des US-amerikanischen Entertainers Jack Benny, bevor er in diesem Film sein Schauspieldebüt gab. Jane Wyman lernte in dieser Zeit ihren zweiten Ehemann, den späteren US-Präsidenten Ronald Reagan, kennen.Mr. Dodd Takes the Air bei TCM – Turner Classic Movies. Abgerufen am 21. Februar 2013.
Musik im Film (wenn nicht anders angegeben, Musik immer von Harry Warren, Text von Al Dubin) Am I in Love? (gesungen von Kenny Baker) Remember Me? (gesungen von Kenny Baker auf Mme. Moros Party) If I Were a Little Pond Lily (gesungen von Kenny Baker auf dem Strawberry Festival) Here Comes the Sandman (gesungen von Kenny Baker auf dem Strawberry Festival, bei seinem ersten Auftritt im Radio und im Nachtclub) The Girl You Used to Be (gespielt während des Vorspanns und gesungen von Kenny Baker auf der Bühne) I Know Now (gespielt während Dodd ins Studio geht und Marjorie sieht) When My Dream Boat Comes Home (Text von Cliff Friend und Dave Franklin, gespielt während Dodd das Radio repariert) Chicken Reel (volkstümlich, kurz während der ersten Szene gespielt) Poet and Peasant Ouvertüre (Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppè) With Plenty of Money and You (Hintergrundmusik in einer Szene) Smiles (Hintergrundmusik in einer Szene) The Lady Who Couldn’t Be Kissed (Hintergrundmusik in einer Szene) Without Your Love (Musik: Maurice K. Jerome, gespielt während der Cafeteria-Szene) Too Marvelous for Words (Musik: Richard A. Whiting, gespielt während der Cafeteria-Szene) Just a Quiet Evening (Musik: Richard A. Whiting, gespielt während der Cafeteria-Szene) Ever Since Eve (Musik: Maurice K. Jerome, Hintergrundmusik) Fifty-Second Street (Musik: Saul Chaplin, Hintergrundmusik) Born to Love (Musik: Maurice K. Jerome, gespielt im Radio) O Mio Fernando (La favorite, Oper von Gaetano Donizetti, gesungen von Alice Brady auf der Party)
Kritik Frank S. Nugent in der The New York Times vom 12. August 1937 war der Meinung, dass der Film so gut wie möglich sein Ziel erreiche, nämlich mit Kenny Baker einen weiteren Tenor auf die Kinoleinwand zu bringen. Die alle komischen Register ziehende Alice Brady sowie die in ihrer Rolle an Theda Bara erinnernde Gertrude Michaels hätten sichtlich Spaß an ihren Frauenfiguren, die den naiven Baker nach Strich und Faden ausnutzen. „Der Rest ist Routine“, so Nugent.
Dave Sindelar von Movie of the Day Archives ist der Meinung, dass die beste Leistung des Films von Alice Brady in ihrer Darstellung einer „zickigen Primadonna“ komme, sie verkörpere diese mit „echtem Charme und einer Unerschütterlichkeit“, die für sich spreche. Der Musicalfilm selbst sei nur „oberflächlich interessant“ und wohl auch nur dann, wenn man ein „Fan von Kenny Baker“ sei, dessen „Gesangstalent sein darstellerisches übersteige.“ bei scifilm.org. Abgerufen am 21. Februar 2013.
Auszeichnungen Auf der Oscarverleihung 1938 war „Remember Me?“ in der Kategorie „Bester Song“ (Musik: Harry Warren, Text: Al Dubin, Sänger: Kenny Baker) für den Oscar nominiert. Die Trophäe ging jedoch an Harry Owens für seinen Song „Sweet Leilani“ aus dem Film Waikiki Wedding.
Weblinks
Mr. Dodd Takes the Air bei TCM – Turner Classic Movies (mit Trailer in englischer Sprache)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1937 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Musicalfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Rundfunk im Film