mini|hochkant=2|Die mit Wasser vollgelaufene Mamut Copper Mine bei Ranau, Sabah. Der Krater hat einen Durchmesser von 1,2 Kilometern und ist 500 Meter tief. Die Mamut Copper Mine (MCM) oder (malaysisch) Lombong Tembaga Mamut war ein Tagebau-Bergwerk im malaysischen Bundesstaat Sabah, in dem von 1975 bis 1999 Kupfer, Gold und Silber abgebaut wurden. Die Mamut Copper Mine war die einzige Kupfermine von Malaysia. Heute stehen die stillgelegten Anlagen wegen ihrer immensen Altlasten im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion.

Geologie mini|Typisches Gestein aus dem Arbeitsbereich des Kupfertagebaus Die Mamut Copper Mine liegt in der Kinabalu-Region, die aus alttertiärem Sandstein und Tonstein besteht und in die durch starke tektonische Störungen große Massen an ultrabasischem Gestein und Granit eingedrungen sind. Der augenfälligste Aufschluss dieser Störung ist der Mount Kinabalu.H. J. C. Kirk: The Mamut Copper Prospect, Kinabalu, Sabah. In: Borneo Region, Malaysia Geological Survey Bulletin 8. S. 66–80, hier S. 69.

Das Erzvorkommen der Mamut Copper Mine ist ein goldhaltiges Kupfersediment minderer Qualität, das zu den porphyrischen Kupferlagerstätten gehört. Das Sediment zeigt Kupfereinsprengungen geringer Qualität in Verbindung mit Silizifikationen von dioritisch-porphyren Gesteinen, die in tertiäre Sedimente und ultrabasische Gesteine eingedrungen sind. Die Silizifikation liegt in Form von Trümmerzonen zuckerkörniger Quarzadern vor, begleitet von Sulfiden und Gold. Pyrit, Chalkopyrit und Chalkosin bilden den Hauptbestandteil der Sulfide, die von geringen Mengen an Molybdänit, Bornit und grünen Kupfermineralien begleitet werden.Tetsuro Nakamura, Terumi Miyake, Naotaka Kanao, Naoaki Tomizawa: Exploration and Prospecting in Mamut Mine, Sabah, Malaysia. In: Mining Geology. Band 20, Nr. 100, 1970, S. 106–113.Tsuyoshi Kawahara: The Outline Of The Mamut Copper Mine. In: World Mining And Metals Technology. Band 1, 1976, Kapitel 6.

Das hier gewonnene Kupferkonzentrat enthielt neben 25 % Kupfer einen Anteil von 20 g Gold und 120 g Silber pro Tonne.Natarajan: Veröffentlicht vom Malaysian Integrated Occupational Safety and Health Network (MIOSH.net).

Einrichtungen Die Mamut Copper Mine erstreckte sich auf insgesamt vier räumlich getrennte Bereiche: den Tagebau auf ca. 1500 m Höhe an der Ostflanke des Mount KinabaluStaatliches Vermessungsamt Malaysia: Topographische Karte 1:50.000, „Ranau“, Blatt 22, 1. Ausgabe 2005. den zwischen Kg. Lohan und Kg. Bongkud auf ca. 380 Höhenmetern gelegenen Lohan Tailings Dam () die Verladeeinrichtungen für Kupferkonzentrat Usukan Port in der 113 Kilometer entfernten Abai-Bucht bei Kota Belud () eine Arbeitersiedlung Batu Dua (deutsch „Meile zwei“) mit einem Clubhaus als soziales Zentrum oberhalb von Ranau auf ca. 800 m Höhe ()

Daneben unterhielt die Mamut Copper Mine einen Pendelbusverkehr zwischen Ranau und den im Gebirge gelegenen Einrichtungen sowie Sozialeinrichtungen für die japanischen Angestellten. So geht zum Beispiel die Gründung des Ranau Golf Club auf die Aktivitäten japanischer Werksangehöriger im Jahr 1992 zurück.

Geschichte mini|Firmenzeichen der Mamut Copper Mine Snd Bhd auf dem Dach einer ehemaligen Betriebsbushaltestelle in Ranau mini|Abbaukrater vom See aus gesehen, rechts der Abwurftrichter für die Gesteinsbrocken Eine im Anschluss an das United Nations Labuk Valley Project der UNR. D. Patel: Labuk – the valley of big returns. In: The Straits Times. 25. Oktober 1964, S. 4, abgerufen am 17. März 2013. durchgeführte Prospektion des Gebietes um den Mount Kinabalu unter Leitung des Geologen D. L. Woolf erbrachte 1965 den Nachweis kupferhaltiger Mineralien im Bereich des Sungai Mamut. Explorationen bis 1969 folgten, um den Nachweis der Abbauwürdigkeit zu erbringen.P. Funk: History Of Mamut Copper Mine.

Im Overseas Mineral Resources Development Sabah Sdn Bhd (OMRD Sabah Berhad) schlossen sich malaysische und japanische Investoren zu einem Joint Venture zusammen, um genügend finanzielle Mittel aufbringen zu können. 1970 und 1971 wurden konkrete Planungen für die Eröffnung eines Tagebaus mit allen damit zusammenhängenden technischen Einrichtungen durchgeführt. Ende 1971 bis ins Frühjahr 1972 handelte die OMRD mit der malaysischen Regierung die Bedingungen für den Kupferabbau (Copper Development Agreement) sowie den Pachtvertrag (Mining Lease) für das Bergwerksgelände aus. Die beiden Verträge wurden am 16. bzw. 19. Februar 1973 unterzeichnet. Der Nutzungsvertrag hatte eine Laufzeit vom 1. Januar 1973 bis zum 31. August 2003.Harian Ekspress (Tageszeitung) vom 31. Juli 2008, eingesehen im Sabah State Archives am 21. Februar 2013.

In den folgenden beiden Jahren entwickelte sich eine rege Tätigkeit, um die technischen Voraussetzungen zur Inbetriebnahme zu schaffen. Von der auf 550 m Höhe liegenden Stadt Ranau bis zu dem auf 1500 Meter gelegenen Tagebaugelände musste ein Straßenzugang geschaffen werden. Große Mengen an Deckgebirge mussten beiseitegeschafft werden, bevor abbauwürdige Konzentrationen von Kupfer im Gestein erreicht waren. Damit schwere Maschinen zum Bergwerksgelände geschafft werden konnten, musste auch die bereits bestehende Straßenführung von Ranau bis zur Verladeanlage Usukan Port verbreitert und mussten sämtliche vorhandenen Brücken verstärkt werden. Im Rahmen dieser infrastrukturellen Arbeiten wurde auch die Brücke über den Sungai Liwagu errichtet, die sich bis heute neben dem tamu in Ranau befindet, sowie die Brücke, die den Anleger Usukan Port in der Abai-Bucht mit der Straße nach Kota Belud verband.Daily Express: Making Mamut bloom in the next millenium. 24. März 1996, S. 2, eingesehen am 21. Februar 2013 im Sabah State Archives.

Mittlerweile war auf dem Tagebaugelände ein riesiger Komplex von Brechern und Gesteinsmühlen zur Aufbereitung des erzhaltigen Gesteins entstanden. Schwere Maschinen und Fahrzeuge wurden 1973 angeliefert. Eine 16 Meilen lange Pipeline für Aufbereitungsrückstände führte auf ein 400 Hektar großes Gelände unterhalb des Dorfes Kg. Lohan. Innerhalb des dort errichteten Dammes Lohan Tailings Dam wurden die flüssigen Bestandteile des Grubenschlammes versickert.

1975 begann der Testbetrieb und am 15. November 1975 wurde die erste Schiffsladung von 7211 DWT Kupferkonzentrat mit dem Frachter Yue Tai nach Japan verschifft.

Am 27. Mai 1980 erwarb der Bundesstaat Sabah 49 % der Anteile an der Mamut Copper Mine von OMRD Sabah Berhad, da sich mittlerweile die herausragende wirtschaftliche Bedeutung des Bergwerks für Malaysia bzw. Sabah abzeichnete.

1987 wurde die Gesellschaft umstrukturiert und firmierte fortan unter Mamut Copper Mining Sdn Bhd. 1991 erwarb die Mega First Corporation Berhad (MFCB) 100 % der Unternehmensanteile. An Mega First ist der Bundesstaat Sabah zu 10 % beteiligt.Robert Weissman: Sabah's Mining Menace. In: Multinational Monitor. April 1994, Band 15, Nummer 4, abgerufen am 22. Februar 2013.

Nachdem über einen Zeitraum von 25 Jahren über 600 Millionen Tonnen Erz und Abraum abgebaut worden waren – darunter Kupferkonzentrat mit einem Marktwert von 3,35 Mrd. RM – zeigte der Rückgang der Fördermengen das Ende der Erzreserven an. Die letzte Ladung Kupfer wurde schließlich von Usukan Port aus am 10. Oktober 1999 verschifft.Borneo Mail: Are there takers? 24. Februar 2003, eingesehen am 21. Februar 2013 im Sabah State Archives.

Das Gelände des Tagebaus wurde am 15. Februar 2003 in Anwesenheit von Datuk Mahamad Jafrey, Director of Lands and Survey Department, an die Landesregierung von Sabah zurückgegeben. Die übrigen Einrichtungen – das Gelände der Arbeitersiedlung mit dem Batu-Dua-Clubhaus, der Lohan Tailings Dam und Usukan Port – wurden am 2. Dezember 2004 zurückgegeben.

Nach der Rückgabe des Geländes wurden alle metallischen Bestandteile der Aufbereitungsanlage sowie die Pipeline abgebaut und verschrottet, während die verbliebenen Betonstrukturen immer noch von der Größe und Ausdehnung der Prozessanlage zeugen. Die Arbeitersiedlung Batu Dua wurde gezielt unbewohnbar gemacht, um die Nachnutzung durch die in Sabah allgegenwärtigen illegalen Immigranten zu unterbinden. Die Zwischenspeicher für Kupferkonzentrat an der Usukan-Bay wurden rückgebaut; der Kai wird heute in bescheidenem Umfang zum Umschlag von Flüssiggas genutzt.

Aufbereitungsprozess mini|Ehemalige Backenbrecherstation mini|Kieselsteingroßes Granulat aus den Brechern wurde in einen Schütttrichter geschoben und gelangte über ein Förderband zu den Gesteinsmühlen. mini|Reste des Eindickers, der dem Flotationsprozess nachgeschaltet war Der Erzabbau in der Mamut Copper Mine hatte nicht die Gewinnung der reinen Metalle, sondern die Herstellung eines Konzentrates zum Ziel. Zu diesem Zweck war dem Tagebau eine verfahrenstechnische Anlage angegliedert, die das Konzentrat direkt am Ort des Abbaus erzeugte.

Zur Aufkonzentration wurde das Rohmaterial zuerst einer dreistufigen Brecheranlage zugeführt, wobei die letzte Stufe im geschlossenen Kreislauf betrieben wurde. Danach folgte ein zweistufiger Mahlprozess, bei dem wiederum die letzte Stufe als geschlossener Kreislauf angelegt war. Von hier aus gelangte das Erz in einen achtstufigen Flotationskreislauf. Nach der Flotation wurde das Konzentrat eingedickt und gefiltert, bevor es zur weiteren verfahrenstechnischen Behandlung nach Japan verschifft wurde.A. Prigogine: In: World Mining. Band 37, Nummer 10, 1975, S. 42–48.

Arbeitsschutz in der MCM Im Gegensatz zu den meisten Erzförderanlagen Malaysias unterhielt die Mamut Copper Mine eine eigene arbeitsmedizinische Abteilung. Die Overseas Mineral Resources Development Company of Japan stellte 1975 einen japanischen Arzt für den Betrieb der Mine ein, der in Vollzeit für die ambulante medizinische Versorgung der 200 japanischen und 1000 einheimischen Arbeiter zuständig war. Ab 1979 bis Mitte 1992 wurde diese Tätigkeit von einem malaysischen Arzt fortgeführt.

Entsprechend den schwierigen Arbeitsbedingungen eines Tagebaus war die Anzahl von Arbeitsunfällen hoch. Allein in den Jahren 1985 bis 1988 verzeichnet die MCM-Unfallstatistik 623 Arbeitsunfälle.

Wirtschaftliche Bedeutung Der Betrieb der Mamut Copper Mine machte Malaysia ab 1975 über Jahre hinaus zu einem der wichtigsten Kupferlieferanten des Weltmarkts.

Während der gesamten Betriebszeit war die Mine für mehr als 50 % der Gold- und mehr als 90 % der Silberproduktion Malaysias verantwortlich. Durchschnittlich wurden in den Jahren 1990 bis 1994 jährlich 2 Tonnen Gold und 13 Tonnen Silber in Sabah gewonnen.John C. Wu: The Mineral Industry Of Malaysia. In: Minerals Yearbook. Band 3: Area Reports: International. 1994 (PDF; 79 kB).

Das in den Prozessanlagen des Tagebaus gewonnene Kupferkonzentrat wurde exklusiv nach Japan exportiert. Der Bundesstaat Sabah erhielt aus den Einkünften der Mamut Copper Mine zwischen 1975 und 1987 eine Förderabgabe von 10 %. Diese Abgabe wurde von 1988 bis 1999 nach unten korrigiert und betrug danach nur noch 2,5 %. Insgesamt nahm Sabah 200 Millionen Ringgit ein.Hilary Chiew: In: The Star. 2. Oktober 2007, abgerufen am 22. Februar 2013.

Auf dem Höhepunkt der Kupferproduktion wurden bis 1994 jährlich 100.000 Tonnen Kupferkonzentrat gewonnen, was 25.000 Tonnen reinen Kupfers entsprach. In der gleichen Zeit lag die Weltproduktion an Kupferkonzentrat bei 7 bis 9 Millionen Tonnen. Nach der Schließung der Mamut Copper Mine im Jahr 1999 schied Malaysia auf dem Weltmarkt als kupferproduzierendes Land aus, auch Silber als Beiprodukt des Kupferabbaus wurde in Malaysia fortan nicht mehr gewonnen.

Zwischenfälle Offiziell sind drei Zwischenfälle mit Auswirkungen auf die Umwelt bekannt:New Sabah Times vom 16. September 2000, eingesehen am 21. Februar 2013 im Sabah State Archives. 1975 entstand ein Leck an der 45 cm dicken und 16 Kilometer langen Pipeline, mit der die Aufbereitungsrückstände dem Lohan Tailings Dam zugeleitet wurden. Dabei wurden über 800 Hektar Land verschmutzt.