mini|Am Leitha-Ursprung vereinigen sich Pitten und Schwarza zur Leitha

Lanzenkirchen ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Industrieviertel von Niederösterreich, im Bezirk Wiener Neustadt.

Geografie Lanzenkirchen liegt an der Schnittstelle der Regionen Steinfeld, Thermenregion und Bucklige Welt, am Fuße des Rosaliengebirges. Durch Lanzenkirchen fließen die Leitha, die am Leitha-Ursprung durch Zusammenfluss von Pitten und Schwarza im Ortsteil Haderswörth entsteht, und der Kanal Mühlbach.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften bzw. gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Frohsdorf () Haderswörth () Kleinwolkersdorf () Lanzenkirchen () Ofenbach ()

Nachbargemeinden Zwei der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Mattersburg (MA) eine im Bezirk Neunkirchen (NK).

Geschichte Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Lanzenkirchen dann in der Provinz Pannonia.

Die Herren von Lanzenkirchen nannten sich nach ihrem Stammsitz, der Feste Lanzenkirchen.

Für die Ortsnamen finden sich folgende Erklärungen:Heimatbuch der Marktgemeinde Lanzenkirchen

Lanzenkirchen: Der Name kommt vermutlich von einem deutschen Siedler, der eine Holzkirche hier erbaute. Sein Name war Anzo oder Lanzo. Der Name Lanzenkirchen wird um 1130 das erste Mal erwähnt. Frohsdorf: Der ursprüngliche Name war Krottendorf wegen der feuchten Grundstücke, wo viele Kröten vorkamen. Chrotendorf wurde 1158 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1673 entstand daraus Froschdorf. Der heutige Name stammt erst vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Haderswörth: Dieser Name entstand aus Hadurich und wert, was so viel wie Au des Hadurich bedeutet. Er findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1101, nach der Klosterbruder „Heinrich“ aus der Familie der Burggrafen von Regensburg, bevor er mit einem Kreuzzug ins Heilige Land zog, in Anwesenheit seines Vaters „Haderich“ den Besitz Haderichswert dem Stift Göttweig schenkte. Dieser Name änderte sich im Laufe der Zeit über Haiderswörth, Haiderswerth, Häderswörth zu dem heutigen Ortsnamen Haderswörth. Kleinwolkersdorf: Der Name ist vermutlich um 1130 bis 1160 entstanden und dürfte von Wolfkers von Lanzenkirchen herrühren. So hieß der Ort Wolfkersdorf. Daraus entstand im Laufe der Zeit Kleinwolkersdorf, wie der Ortsteil um 1800 erstmals bezeichnet wurde. Ofenbach: Ursprünglich hieß der Ort Quenbach, wie sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1157 – das Stift Rein hatte damals hier Weingartenbesitz – nachweisen lässt. Woher der Name Ofenbach stammt, ist nicht völlig geklärt. Vermutlich lässt er sich auf Oven, wie schon damals eine Heizvorrichtung bezeichnet wurde, zurückführen. Zu Ende des Mittelalters gab es überdies eine Unterscheidung zwischen „Ober-“ und „Niederofenbach“. Föhrenau: Dieser Ortsteil ist der jüngste in der Gemeinde und ist erst in den Jahren 1945/46 entstanden. Die ersten 30 Häuser wurden großteils als Fachwerkbau aus Stämmen des von Kaiserin Maria Theresia angelegten Föhrenwaldes errichtet.

Um 2020 wurde der Hauptplatz von einer bis dahin Straßenkreuzung umgebaut zu einem unversiegelten Veranstaltungsplatz mit zusätzlichen Bäumen – nach dem Prinzip Schwammstadt.

Bevölkerungsentwicklung

Religion Nach den Daten der Volkszählung 2001 waren 81,1 % der Einwohner römisch-katholisch und 3,9 % evangelisch, 3,4 % Muslime, 0,9 % gehörten orthodoxen Kirchen an, 9,5 % der Bevölkerung hatten kein religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Lanzenkirchen mini|Schloss Frohsdorf

Lanzenkirchen Katholische Pfarrkirche Lanzenkirchen hl. Nikolaus mit Kirchhof und Pfarrhof Mariensäule, später im Sockel als Kriegerdenkmal ausgebaut, am Hauptplatz Bauernmuseum mit strohgedecktem Troadkasten auf Hauptstraße 5Bauernmuseum Lanzenkirchen

Föhrenau Filialkirche Föhrenau

Frohsdorf Schloss Frohsdorf Feuerwehrmuseum, neben dem Schloss Schule Sta. Christiana Frohsdorf

Kleinwolkersdorf Ortskapelle, erbaut 1900

Ofenbach Filialkirche Ofenbach Rasingerkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2010 gab es 57 landwirtschaftliche Betriebe in Lanzenkirchen. Davon waren 20 Haupterwerbsbauern. Von den 1867 Erwerbstätigen, die 2011 in Lanzenkirchen lebten, arbeiteten 282 in der Gemeinde, 1585 pendelten aus. Aus der Umgebung kamen 356 Menschen zur Arbeit nach Lanzenkirchen.

Bildung mini|Schule Sta. Christiana Frohsdorf Schule Sta. Christiana Frohsdorf Katholische Privatschule, gestiftet 1854 vom Grafenpaar Chambord. Neue Mittelschule und Volksschule Lanzenkirchen. 1864 stiftete Graf Chambord eine Knabenschule in Frohsdorf, die von den Marianisten geführt wurde. 1886 übersiedelte die Schule in einen Neubau nach Lanzenkirchen. 1927 wurde das Marianum als Schülerheim und Hauptschule angebaut. Von 1931 bis 1934 wirkte hier der selige Jakob Gapp als Religionslehrer und Spiritual. Nach dem Anschluss 1938 wurde die Schule der Marianisten geschlossen. Die Gebäude wurden in den letzten Kriegstagen durch Feuer beschädigt, nach 1947 wurde die ehemalige Volksschule als Gemeindeamt genutzt, das Marianum zur Mittelschule umgebaut.

Verkehr Eisenbahn: Die Aspangbahn bietet stündliche Verbindungen nach Wiener Neustadt. Straße: Die Süd Autobahn A2 verläuft westlich und die Mattersburger Schnellstraße knapp nördlich an der Gemeinde vorbei.

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990: SPÖ 14, ÖVP 8, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995: SPÖ 12, ÖVP 10, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000: SPÖ 12, ÖVP 10, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005: SPÖ 12, ÖVP 11. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010: ÖVP 11, SPÖ 11, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015: ÖVP 13, SPÖ 8, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020: ÖVP 15, SPÖ 7, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025: ÖVP 16, SPÖ 6, FPÖ 3.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1945 waren:

1945–1965 Franz Rachberger 1965–1985 Josef Luger 1985–1998 Alois Karner 1998–2004 Franz Thurnerlanzenkirchen.gv.at bis 2010 Rudolf Nitschmann (SPÖ) seit 2010 Bernhard Karnthaler (ÖVP)

Sonstiges In Lanzenkirchen wurde am 28. August 1925 der Fall eines Meteoriten beobachtet, zwei Stücke dieses Steinmeteoriten befinden sich im Naturhistorischen Museum Wien.Gero Kurat, Hans Kurzweil: Der Meteorit von Lanzenkirchen. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, Band 68, 1965, S. 9–24 ().

Weblinks

Website der Gemeinde Lanzenkirchen

Topothek Lanzenkirchen historisches Bildmaterial, verortet, verschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Steinfeld