Bei den XXII. Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi fanden elf Wettbewerbe im Biathlon statt. Austragungsort war das Laura Biathlon- und Skilanglaufzentrum in Krasnaja Poljana, eine Anlage auf dem Psechako-Bergkamm (Chrebet Psechako).
Biathlon-Anlage Die Anlage ist etwa sechs Kilometer von Krasnaja Poljana entfernt und umfasst ein Langlauf- und Biathlon-Stadion für jeweils 7.500 Zuschauer. In der Vorsaison war sie mit Rennen des Biathlon-Weltcups eingeweiht worden. Der Name „Laura“ ist hergeleitet von einem wilden Gebirgsfluss des Kaukasus.
Wettbewerbe Ausgetragen wurden wie bei den vorangegangenen Spielen in Vancouver die jeweils fünf Wettbewerbe für Frauen und Männer Sprint, Verfolgung, Einzelwettkampf, Massenstart und Staffel. Neu zum olympischen Programm der Biathleten gehörte nun auch die bei Weltmeisterschaften 2005 erstmals ausgetragene Mixed-Staffel. Für diese Staffel hatte zweimal eine eigene WM stattgefunden, bevor sie 2007 ins allgemeine WM-Angebot aufgenommen worden war.
Die Rennen gehörten nicht wie zuvor bei Weltmeisterschaften in den nicht-olympischen Jahren zum Biathlon-Weltcup. Lediglich für die Mixed-Staffel gab es Weltcuppunkte, da die siegreiche Nation in dieser Wertung ansonsten nur aus einem im Weltcup ausgetragenen Rennen im schwedischen Östersund hätte ermittelt werden müssen. Punkte für den Nationencup wurden in der Mixed-Staffel bei den Olympischen Spielen jedoch nicht vergeben.
Doping Überschattet waren die gesamten Olympischen Winterspiele von einer in diesem Ausmaß im Biathlonsport bisher nicht aufgetretenen Dopingproblematik.
Zunächst wurde noch während der Spiele die deutsche Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle nach bewiesener Einnahme verbotener Mittel nachträglich disqualifiziert und mit einer Sperre belegt. Im Massenstart hatte sie ursprünglich den 4. Platz belegt und war mit der Mixed-Staffel auf Platz vier eingelaufen. Sie beendete anschließend ihre Karriere.Evi Sachenbacher-Stehle als Dopingsünderin genannt, Die Welt/N24 vom 21. Februar 2014, welt.de/sport. Abgerufen am 20. Juli 2023
Was zwei Jahre nach Austragung der Spiele zu Tage kam, sprengte jeden bisher bekannten Rahmen. Den russischen Offiziellen wurde systematisches Dopen bis hin zur Vertuschung von Dopingergebnissen der eigenen Sportler durch Vertauschen von Proben nachgewiesen, was weitreichende Folgen für den russischen Sport hatte. So wurden russische Athleten von vielen Verbänden bis auf Einzelfälle gänzlich von Wettkämpfen ausgeschlossen – nicht jedoch im Biathlon. Hier wurden Weltcup-Veranstaltungen in Russland abgesagt und die bereits vergebene Austragung einer Weltmeisterschaft dem Land wieder entzogen.Olympische Spiele 2014 in Sotschi, Drahtzieher bestätigt Doping russischer Medaillengewinner. In: Der Tagesspiegel, Update vom 13. Mai 2016, tagesspiegel.de/sport. Abgerufen am 20. Juli 2023
Konkret betroffen von dopingbedingten Disqualifikationen waren zwei russische Biathletinnen: Olga Saizewa – Sie wurde nach bewiesenem Verstoß gegen die Antidopingbestimmungen 2017 lebenslang von allen auf Olympische Spiele bezogene Funktionen ausgeschlossen, ihre unter anderem in Sotschi erzielten Resultate wurden annulliert. Davon betroffen waren alle vier Einzelwettbewerbe (Sprint: Platz 28, Verfolgung: 11., Einzel: 15., Massenstart: 23.) sowie auch die Frauenstaffel (Rang 2) und Mixed-Staffel (5.). In den Staffeln waren somit auch Saizewas Kollegen mitbetroffen. Eine Medaille hatte es für Olga Saizewa nur in der Frauenstaffel gegeben. Diese musste sie wie ihre Mitstreiter nun abgeben.Biathlon-Star Saizewa lebenslang gesperrt, dw.com, 1. Dezember 2017. Abgerufen am 20. Juli 2023 Jekaterina Glasyrina – Die nur im Einzelwettkampf eingesetzte Athletin (Platz 61) wurde vom 10. Februar 2017 bis 9. Februar 2019 gesperrt, ihre zwischen dem 19. Dezember 2013 und 10. Februar 2017 erzielten Ergebnisse wurden gestrichen.Russische Biathletin gesperrt, sport1.de. Abgerufen am 20. Juli 2023 Die vom IOC ursprünglich ausgesprochene dopingbedingten Disqualifikation gegenüber zwei weiteren russischen Athletinnen – Olga Wiluchina und Jana RomanowaIOC sanctions five Russian athletes and publishes first full decision as part of the Oswald Commission findings, IOC vom 27. November 2017, olympics.com. Abgerufen am 20. Juli 2023 – wurde später vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wieder zurückgenommen.CAS hebt lebenslange Olympiasperren gegen russische Biathletinnen auf, CAS vom 24. September 2020, ran.de. Abgerufen am 20. Juli 2023
Im Zuge der Auswertung der LIMS-Datenbank des Moskauer Anti-Doping-Labors wurde 2018 eine nicht gemeldete positive Probe aus dem August 2013 von Jewgeni Ustjugow bekannt, der mit der russischen Männerstaffel Olympiasieger geworden war. Das Anti-Doping-Panel der Internationalen Biathlon-Union (IBU) annullierte im Februar 2020 alle Ergebnisse Ustjugows aus der Saison 2013/14, inklusive der Olympischen Spiele. Im September 2024, sechs Jahre nach dem ersten Bekanntwerden der Vorwürfe, bestätigte der CAS in letzter Instanz das Urteil gegen Ustjugow. Das IOC hatte der russischen Staffel ihre Goldmedaillen bereits zuvor aberkannt. Nachdem Ustjugows Revision vor dem Schweizer Bundesgericht erfolglos blieb, vergab das IOC die Staffelmedaillen im September 2025 neu.Dopingverdacht gegen russische Biathleten: Olympia-Gold für deutsche Staffel?, eurosport.de, Update vom 13. Dezember 2019. Abgerufen am 20. Juli 2023Olympiasieger bestreitet Dopingvorwürfe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Update vom 4. September 2018, faz.net. Abgerufen am 20. Juli 2023
Bilanz Medaillenspiegel PlatzLand20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeGesamt 1 3 2 2 7 2 3 – 1 4 3 2 1 1 4 4 1 1 – 2 5 1 – 1 2 6 1 – – 1 7 – 3 3 6 8 – 2 – 2 9 – 1 1 2 10 – 1 – 1 11 – – 1 1 – – 1 1Gesamt 11 11 1133
Medaillengewinner Männer Disziplin Gold Silber Bronze 10 km Sprint Ole Einar Bjørndalen (NOR) Dominik Landertinger (AUT) Jaroslav Soukup (CZE) 12,5 km Verfolgung Martin Fourcade (FRA) Ondřej Moravec (CZE) Jean-Guillaume Béatrix (FRA) 15 km Massenstart Emil Hegle Svendsen (NOR) Martin Fourcade (FRA) Ondřej Moravec (CZE) 20 km Einzel Martin Fourcade (FRA) Erik Lesser (GER) Jewgeni Garanitschew (RUS) 4 × 7,5 km Staffel Frauen Disziplin Gold Silber Bronze 7,5 km Sprint Anastasiya Kuzmina (SVK) Olga Wiluchina (RUS) Wita Semerenko (UKR) 10 km Verfolgung Darja Domratschawa (BLR) Tora Berger (NOR) Teja Gregorin (SLO) 12,5 km Massenstart Darja Domratschawa (BLR) Gabriela Soukalová (CZE) Tiril Eckhoff (NOR) 15 km Einzel Darja Domratschawa (BLR) Selina Gasparin (SUI) Nadseja Skardsina (BLR) 4 × 6 km Staffel Mixed Disziplin Gold Silber Bronze Mixed-Staffel
Quotenplätze Am 18. Februar 2013, einen Tag nach dem Ende der Biathlon-Weltmeisterschaften 2013 von Nové Město na Moravě, wurden die ersten festen Quotenstartplätze für die Nationalen Olympischen Komitees vergeben. Sie basieren auf den Ergebnissen der Nationalverbände bei den Weltmeisterschaften 2012 in Ruhpolding und 2013. Für weitere Quotenplätze mussten sich die Biathleten über ihre Leistungen noch qualifizieren. Die Qualifikationsphase lief bis zum 19. Januar 2014, Qualifikationsergebnisse konnten über den Weltcup und den IBU-Cup gesammelt werden. Falls einzelne NOKs bis zum 20. Januar 2014 nicht für alle Quotenplätze qualifizierte Starter nannten, konnten diese Plätze durch den Vorstand des Biathlon-Weltverbands und das Internationale Olympische Komitee an bislang nicht qualifizierte NOKs vergeben werden. Durch die Begrenzung der Startplätze für Einzelstarter waren auch die Startplätze der Staffeln sowohl bei Männern wie auch den Frauen auf 20 begrenzt.
Platz Mannschaft Männer PunkteWM 2012 PunkteWM 2013 QualifikationspunkteMänner QuotenplätzeMänner Mannschaft Frauen PunkteWM 2012 PunkteWM 2013 QualifikationspunkteFrauen QuotenplätzeFrauen 1 1204 1229 2433 6 1104 1175 2279 6 2 1177 1223 2400 6 1013 1235 2248 6 3 1131 1086 2217 6 1073 1144 2217 6 4 1011 1065 2076 6 1155 1057 2212 6 5 1038 997 2035 6 1195 1009 2204 6 6 982 983 1965 5 1042 930 1972 5 7 1004 940 1944 5 928 972 1900 5 8 894 953 1847 5 902 906 1808 5 9 848 904 1752 5 796 991 1787 5 10 916 826 1742 5 994 746 1740 5 11 898 816 1714 5 749 929 1678 5 12 884 753 1637 5 814 817 1631 5 13 752 882 1634 5 812 722 1534 5 14 776 757 1533 5 702 649 1351 5 15 752 780 1532 5 705 630 1335 5 16 796 717 1513 5 572 753 1325 4 17 666 664 1330 5 679 636 1315 4 18 670 595 1265 5 739 560 1299 4 19 570 467 1037 5 699 535 1234 4 20 508 524 1032 5 421 750 1171 4 21 524 486 1010 1 518 652 1170 1 22 598 366 964 1 595 568 1163 1 23 395 522 917 1 553 514 1067 1 24 369 529 898 1 484 408 892 1 25 164 577 741 1 450 318 768 1 26 289 370 659 1 356 371 727 1 27 292 357 649 1 343 233 576 1 28 271 329 600 1 182 174 356 – 29 258 219 477 – 114 165 279 – 30 241 141 382 – 119 100 219 – 31 134 155 289 – 111 108 219 – 32 134 115 249 – 86 72 158 – 33 136 100 236 – 79 61 140 – 34 66 154 220 – 62 66 128 – 35 77 97 174 – 64 52 116 – 36 87 82 169 – 52 56 108 – 37 73 69 142 – 26 68 94 – 38 40 62 102 – 77 0 77 – 39 76 16 92 – 65 0 65 – 40 36 20 56 – 41 32 0 32 –
Zeitplan Tag Datum Ortszeit MEZ Wettkampf Olympiasieger 2010 Weltmeister 2013 2 Sa 8. Februar 18:30 15:30 10 km Sprint Männer 3 So 9. Februar 18:30 15:30 7,5 km Sprint Frauen 4 Mo 10. Februar 19:00 16:00 12,5 km Verfolgung Männer 5 Di 11. Februar 19:00 16:00 10 km Verfolgung Frauen 7 Do 13. Februar 18:00 15:00 20 km Einzel Männer 8 Fr 14. Februar 18:00 15:00 15 km Einzel Frauen 11 Mo 17. Februar 19:00 16:00 12,5 km Massenstart Frauen 12 Di 18. Februar 14:45 11:45 15 km Massenstart Männer 13 Mi 19. Februar 18:30 15:30 2 × 6 km + 2 × 7,5 km Mixed-Staffel nicht ausgetragen 15 Fr 21. Februar 18:30 15:30 4 × 6 km Staffel Frauen 16 Sa 22. Februar 18:30 15:30 4 × 7,5 km Staffel Männer
Ergebnisse Männer Sprint 10 km
Platz Land Sportler Zeit (min) Fehler 1 Ole Einar Bjørndalen 24:33,5 1 2 Dominik Landertinger 24:34,8 0 3 Jaroslav Soukup 24:39,2 0 4 Anton Schipulin 24:39,9 1 5 Jean-Philippe Leguellec 24:43,2 0 6 Martin Fourcade 24:45,9 1 7 Simon Eder 24:47,2 0 8 Ondřej Moravec 24:48,1 0 9 Emil Hegle Svendsen 25:02,8 1 10 Jakov Fak 25:06,5 0 Datum: 8. Februar 2014, 18:30 Uhr Olympiasieger 2010: Weltmeister 2013:
Totalanstieg: 381 m, Maximalanstieg: 28 m, Höhenunterschied: 57 m 87 Teilnehmer aus 31 Ländern, alle in der Wertung.
Der Russe Jewgeni Ustjugow (Platz 16) und der Ukrainer Serhij Sednjew (Platz 44) wurden nachträglich wegen Dopings disqualifiziert. Die weiteren Teilnehmer rückten entsprechend auf.
Verfolgung 12,5 km
Platz Land Sportler Zeit (min) Fehler 1 Martin Fourcade 33:48,6 1 2 Ondřej Moravec 34:02,7 0 3 Jean-Guillaume Béatrix 34:12,8 1 4 Ole Einar Bjørndalen 34:14,5 3 5 Simon Schempp 34:27,7 1 6 Emil Hegle Svendsen 34:28,8 1 7 Simon Eder 34:28,9 2 8 Andrejs Rastorgujevs 34:36,9 1 8 Dominik Landertinger 34:37,5 3 10 Nathan Smith 34:37,7 1 Datum: 10. Februar 2014, 19:00 Uhr Olympiasieger 2010: Weltmeister 2013:
Totalanstieg: 430 m, Maximalanstieg: 31 m, Höhenunterschied: 31 m59 Teilnehmer aus 21 Ländern, alle in der Wertung.
Der Russe Jewgeni Ustjugow (Platz 5) und der Ukrainer Serhij Sednjew (Platz 54) wurden nachträglich wegen Dopings disqualifiziert. Die weiteren Teilnehmer rückten entsprechend auf.
Einzel 20 km
Platz Land Sportler Zeit (min) Fehler 1 Martin Fourcade 49:31,7 1 2 Erik Lesser 49:43,9 0 3 Jewgeni Garanitschew 50:06,2 1 4 Simon Eder 50:09,5 1 5 Dominik Landertinger 50:10,2 0 6 Jean-Guillaume Béatrix 50:15,5 1 7 Emil Hegle Svendsen 50:30,3 1 8 Lowell Bailey 50:57,4 1 9 Serhij Semenow 51:07,9 1 10 Daniel Böhm 51:09,4 1 Datum: 13. Februar 2014, 18:00 Uhr Olympiasieger 2010: Weltmeister 2013:
Totalanstieg: 705 m, Maximalanstieg: 28 m, Höhenunterschied: 57 m 89 Teilnehmer aus 31 Ländern, davon 87 in der Wertung.
Die Russen Alexander Loginow (Platz 30) und Jewgeni Ustjugow (Platz 38) wurden nachträglich wegen Dopings disqualifiziert. Die weiteren Teilnehmer rückten entsprechend auf.
Massenstart 15 km