Hilde Weström (* 31. Oktober 1912 in Neisse, Oberschlesien; † 10. Februar 2013 in Berlin; geborene Eberle) war eine deutsche Architektin.
Werdegang mini|hochkant|Grabstätte auf dem Friedhof Dahlem (Feld 008-79) Weström studierte das Fach Architektur in Berlin, Dresden und Breslau. Bis zum Vordiplom studierte sie an der Technischen Hochschule Berlin. Das Hauptstudium absolvierte sie Technischen Hochschule Dresden unter anderem bei Hans Freese. Ihre Diplomarbeit 1938 war ein Entwurf für eine Deutsche Botschaft in Stockholm. 1938 war auch das Jahr ihrer Hochzeit mit dem Anwalt Jürgen Weström, beide wohnten bis 1942 in Berlin-Zehlendorf. Jürgen und Hilde Weström hatten vier Kinder, ihre älteste Tochter – Ute Weström – kam 1939 zur Welt. 1942 verlegten die Weströms ihren Wohnort nach Breslau. 1945 zog die Familie Weström von Breslau wieder zurück nach Berlin. Hilde und Jürgen verdienen den Unterhalt mit der Herstellung von Holzspielzeugen. Ab 1948 konnte Jürgen Weström wieder als Anwalt arbeiten und Hilde Weström als Architektin. Als eine der ersten Frauen wurde sie 1948 in den Bund Deutscher Architekten berufen. 1949 gründete sie in Berlin ihr eigenes Büro, in dem sie bis 1981 arbeitete. Mit ihren Entwürfen, insbesondere für den sozialen Wohnungsbau, prägte sie den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Stadt. In ihrer Arbeit versuchte sie vor allem die Bedürfnisse der berufstätigen Frau und der Familie zu berücksichtigen. Mit dem "Küchenblatt" DIN 18022 entwickelte Weström 1953 als Mitglied im Beirat für Wohnungsgestaltung beim Berliner Senat die bis heute gültige DIN-Norm, die die Mindestanforderungen an eine Küche im sozialen Wohnungsbau regelte, entscheidend mit.Hilde Weström: Die zerstörte Stadt war meine ChanceViola Ostermann, in: FRAUENSPUREN II – Porträts fast vergessener Frauen aus Steglitz-Zehlendorf, YPOIC e.V. und Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin Ihre Musterentwürfe für ein variables Wohnen in der Sonderausstellung Die Stadt von Morgen, die 1957 im Rahmen der Interbau stattfand, waren richtungsweisend. Ein Angestellter von Hilde Weström war der Architekt Winnetou Kampmann, der spätere Lebensgefährte ihrer Tochter Ute.
In einem 1984 geführten Interview sagte Hilde Weström: „Gewöhnlich entwerfen Frauen von innen nach außen, weil sie stärker interessiert sind an der sorgfältigen Ausarbeitung der räumlichen Anordnung, die dem Benutzer das Gefühl von Freiheit und Wohlgefühl geben soll. Frauen sind aufmerksamer gegenüber den Bedürfnissen der Kinder, ihrer Entwicklung, dem Spiel und ähnlichen Erfordernissen. Sie geben acht auf jedes Detail, einschließlich der Kosten. Frauen sind sparsamer und bauen daher konsequenterweise auch ökonomischer…“Kerstin Dörhöfer, Marion Beckers: Die Berliner Architektin Hilde Weström. Bauten 1947–1981. Ausstellungskatalog, Das Verborgene Museum, Berlin 2000.
Anlässlich ihres 100sten Geburtstages 2012 widmete die Berlinische Galerie Hilde Weström eine Ausstellung mit dem Titel Die zerstörte Stadt war meine Chance.Pressetext der Berlinischen Galerie zur Ausstellung, www.kunstaspekte.de.
Ihre letzte Ruhestätte fand Hilde Weström auf dem Friedhof Dahlem in Berlin-Dahlem.
Bauten (Auswahl) Die Werkliste beruft sich auf folgende Quellen: Dissertationsschrift von Christiane Droste und das Archiv von Virginia Polytechnic Institute and State University. 1952: Wiederaufbau und Modernisierung Wohnhaus Planufer 75, Berlin-Kreuzberg 1957: Ausstellung Die Stadt von Morgen, Interbau Berlin 1959: Rudolf-Steiner-Schule, Berlin-Dahlem 1961–1962: Haus der musischen Erziehung, Berlin 1962–1963: Studentencampus Clayallee/Garystraße, Berlin-Dahlem 1963–1964: Seniorenwohnheim Haus Christophorus, Eyke-von-Repkow-Platz 2, Berlin-Moabit 1963–1965: Wohnhaus Röntgenstrasse 13, Berlin-Charlottenburg 1963–1965: Studentenwohnhaus Clayallee 190, Berlin-Dahlem 1965–1966: Haus Hanke-Förster, Teltower Damm 139, Berlin-Zehlendorf 1969–1970: Grundschule Linthal, Glarus, Schweiz 1971–1978: Mitarbeit Ibero-Amerikanisches Institut, Staatsbibliothek Potsdamer Straße, Berlin-Tiergarten
Ehrungen Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
Ausstellungen Die Berliner Architektin Hilde Weström – Bauten 1947–1981, Berlin Pavillon, Das Verborgene Museum, Berlin, 2000. Hilde Weström zum 100. Geburtstag – “Die zerstörte Stadt war meine Chance”, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Berlin, 2012/13.
Literatur Kerstin Dörhöfer: Hilde Weström. Eine Berliner Architektin der 1950er und 1960er Jahre. In: Museumsjournal (), Band 14 (2000), S. 88 f. Kerstin Dörhöfer, Marion Beckers: Die Berliner Architektin Hilde Weström. Bauten 1947–1981. Ausstellungskatalog, Das Verborgene Museum, Berlin 2000.
Weblinks Nachruf von Lena Panzer-Selz, Tagesspiegel.de Hilde Weström: Die zerstörte Stadt war meine Chance, detail.de Baupionierin der Nachkriegszeit: Hilde Weström wird 100, focus.de
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Mitglied des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Frau