mini|Schloss Sonnewalde um 1861/62, Sammlung Alexander Duncker, 1947 durch Brandstiftung zerstörtSchloss und Park Sonnewalde, In: Elbe-Elster-Land.de. mini|Schloss Sonnewalde, Vorderschloss mini|Markt in Sonnewalde

Sonnewalde ()Eintrag „Groźišćo“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist eine Stadt im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg.

Stadtgliederung Die Gemeinde Sonnewalde besteht aus 17 Ortsteilen:

Geschichte Sonnewalde wurde 1255 erstmals in einer Verkaufsurkunde zwischen Johannes von Sunnenwalde und dem Kloster Dobrilugk erwähnt. Die Stadt dürfte jedoch als wendische Sumpfburg, ähnlich der Slawenburg Raddusch, weitaus älter sein, auch die deutsche Besiedlung und der Ausbau zum Burgwardium fanden sicherlich noch weit vor der Ersterwähnung statt. Die Herkunft derer von Sunnenwalde ist nicht mehr klärbar. Sie verkauften jedoch die Herrschaft Sunnenwalde zwischen 1318 und 1328 an die Familie de Ileburg, die eine Hälfte der Herrschaft Sonnewalde in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts an die von Kolditz abgaben. 1364 verkaufte Kurfürst Otto von Wittelsbach die Mark Lausitz an das Königreich Böhmen.

Im Jahr 1481 erwarb der Hofmarschall Hans von Minckwitz Sonnewalde für 28.000 Gulden vom sächsischen Herzog Albrecht, der die Herrschaft 1477 von den Ileburgern gekauft hatte und sich damit mit dem Königreich Böhmen anlegte, welches die Lausitz und damit auch Sonnewalde als dem Königreich Böhmen zugehörig betrachtete. Durch diesen Streit begannen für das Städtchen unruhige Zeiten, da immer wieder Auseinandersetzungen drohten. Eine relative Berühmtheit erlangte Sonnewalde dann nach 1517, als Nickel von Minckwitz, der Sohn des Hofmarschalls, als einer der ersten in Sonnewalde den lutherischen Glauben einführte. Damit legte er sich mit dem sächsischen und den böhmischen Fürsten an und verlor infolgedessen das Lehen über Sonnewalde.

Am 21. März 1537 wurde Sonnewalde für 40.000 Gulden an den Grafen Philipp von Solms-Lich verkauft, womit die Linie derer von Solms-Sonnenwalde begründet wurde, die bis 1918 die Standesherrschaft Sonnewalde innehatten und den Besitz bis zur Enteignung 1945 hielten. Graf Otto erbaute um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert das Schloss mit großem Aufwand neu.

In der Folgezeit stabilisierte sich die Lage in Sonnewalde, die Stadt erfuhr einen Bedeutungsaufschwung und prosperierte bis zum Dreißigjährigen Krieg. Die ersten Kriegsjahre konnte Sonnewalde relativ unbeschadet überstehen und bot den Bewohnern der umliegenden Dörfer sowie auch denen der Städte Finsterwalde, Doberlug und Kirchhain aufgrund ihrer sehr guten Befestigung Schutz. Am 22. April 1642 wurde Sonnewalde jedoch durch Verrat von den Schweden eingenommen, die die Stadt plünderten und vollständig in Brand steckten. In den Folgejahren war die Stadt den Schrecken des Krieges schutzlos ausgeliefert. Die Einwohnerzahl sank von 1665 im Jahr 1620 auf 726 im Jahre 1648.

Durch Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 wurde die Niederlausitz preußisch, das Markgraftum wurde aufgelöst und das Gebiet der Niederlausitz der Provinz Brandenburg angeschlossen. Sonnewalde gehörte zum Kreis Luckau. Die Standesherrschaft Sonnewalde mit Peterhof, Clementinenhof, Georgshof, Kleinkraußnigk, Anteile in damals Wendisch Drehna sowie Zeckerin hatte um 1929 eine Gesamtgröße von 5053 ha. Auf den einzelnen Rittergütern arbeiteten der Rentmeister an der Spitze, Verwalter und Förster und zwei Pächter. Eigentümer war, bis zur Bodenreform 1945/1946, Wilhelm Graf zu Solms-Sonnenwalde.

1952 wurde die Stadt in den Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus eingegliedert (1990–1993 wieder im Land Brandenburg). Seit der Kreisreform 1993 liegt sie im Landkreis Elbe-Elster.

Ortsname Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig belegt, es gibt drei Deutungen. Die naheliegendste als sonniger Ort im Wald scheint dabei jedoch die unwahrscheinlichste und entstand wohl erst nach 1500. Die ältesten Wappen der Stadt zeigen auch keine Sonne, sondern einen belaubten Baum im dreieckigen Schild. Eine zweite Variante geht auf den mittelalterlichen Namen Sunno zurück und würde den Ortsnamen als Stadt des Sunno erklären. So sind auch mittelalterliche Schreibweisen als Sunnowalde oder Sunnewalde erklärbar. Die dritte Deutung leitet sich aus einer Sage her, der zufolge König Otto I. im Jahr 950 mit dem Markgrafen Gero in der Umgebung jagte. Daraufhin erschien der aufrührerische Sohn Ottos, Ludolph, und bat den späteren Kaiser um Sühne, die ihm gewährt wurde. Daraufhin wurde der Ort auf Deutsch Sunewald genannt.

Der sorbische Name Groźišćo bedeutet Burgstätte oder Befestigung.

Eingemeindungen Acht Gemeinden wurden 2002 nach Sonnewalde eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002 2003 folgten zwei weitere Gemeinden.Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003, Hrsg. StBA Wiesbaden.

Vorher fanden in den Jahren 1973, 1977, 1978 und 1998 Eingemeindungen auf dem Gebiet der jetzigen Gemeinde Sonnewalde statt.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches BundesamtÄnderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998, Hrsg. StBA Wiesbaden.

Ehemalige Gemeinde Sorbisch-wendische Datum Anmerkung Bahren Einzelnachweise für sorbische Bezeichnungen:Bóryń, Bronice, Bretna, Dobryń, Bedrichojce, Gósmar, Bóryń, Wjelika Kšušwica, Bóryńk, Mała Kšušwica, Wósek, Palice, Pěski, Běły Gózd, Zagorin → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer, 1911–1928 1. Mai 2002 Brenitz 1. Mai 2002 Birkwaldefrüher Presehna Einzelnachweis für sorbische Bezeichnung: Filip Rězak: Deutsch-wendisches encyklopädisches Wörterbuch der Oberlausitzer Sprache, Bautzen 1920. 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Breitenau Breitenau 26. Oktober 2003 Dabern 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Goßmar Friedersdorf 1. Mai 2002 Goßmar 1. Mai 2002 Großbahren 1. September 1977 Zusammenschluss mit Kleinbahren zu Bahren Großkrausnik 1. Mai 2002 Kleinbahren 1. September 1977 Zusammenschluss mit Großbahren zu Bahren Kleinkrausnik 1. Mai 2002 Möllendorf 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Breitenau Münchhausen 26. Oktober 2003 Ossak dial. 1. Oktober 1973 Eingemeindung nach Münchhausen Pahlsdorf 1. Mai 2002 Pießig 1. Januar 1978 Eingemeindung nach Goßmar Schönewalde 27. September 1998 Eingemeindung nach Münchhausen Zeckerin 1. Mai 2002

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 1 298 1890 1 260 1910 1 213 1925 1 081 1933 1 143 1939 1 163 Jahr Einwohner 1946 1 498 1950 1 435 1964 1 274 1971 1 288 1981 1 239 1985 1 208 Jahr Einwohner 1990 1 202 1995 1 121 2000 1 093 2005 3 673 2010 3 452 2015 3 319 Jahr Einwohner 2020 3 154 2021 3 153 2022 3 162 2023 3 176 2024 3 120 2025 3 110 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 26–30Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Sonnewalde besteht aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister als stimmberechtigtem Mitglied. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 78,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 30,7 % 5 33,9 % 6 Unabhängige Wählergemeinschaft Sonnewalde/Umland (UWSU) 33,4 % 5 27,4 % 4 AfD 19,1 % 3 24,3 % 3 Einzelbewerber Denny Rose 4,8 % 1 7,5 % 1 Einzelbewerberin Franziska Deißing – – 4,9 % 1 Die Linke 4,7 % 1 2,1 % – Einzelbewerber Viktor Kohlruß 7,2 % 1 – – Insgesamt 100 % 16 100 % 15

Auf die AfD entfielen vier Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt, weil die Partei nur drei Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 1998–2003: Axel Große (SPD) 2003–2011: Silke Neisser (parteilos)Kommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 24 2011–2019: Werner Busse (CDU)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 seit 2019: Felix Freitag (Unabhängige Wählergemeinschaft Sonnewalde/Umland)

Freitag wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 mit 54,2 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgi-sches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen Das Wappen wurde am 11. Februar 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Sonne mit Gesicht und elf Strahlen.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Das Wappen wurde 2004 vom Heraldiker Frank Diemar einem Redesign unterzogen.

Historisches Wappen 80px|rechts

Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden eine natürliche Eiche vor einer aufgehenden goldenen Sonne.“

Ein älteres vom Anfang des 18. Jh. zeigt in Blau eine gesichtige Sonne, Siegel aus dem 16. Jh. zeigen einen Baum, solche aus dem 17. Jh. zusätzlich eine Sonne als Beizeichen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur mini|Kirche in Sonnewalde In der Liste der Baudenkmale in Sonnewalde und in der Liste der Bodendenkmale in Sonnewalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Stadtpfarrkirche, entstand Ende des 14./1. Hälfte des 15. Jahrhunderts und wurde nach einem Brand im Jahr 1734 wiederhergestellt. Zur Kirchenausstattung gehört unter anderem ein Altarretabel, das im Altarblatt die Kreuzigung Jesu nach einem Werk Murillos zeigt. Schloss Sonnewalde, 1947 abgebrannt, das im Kern erhaltene Vorderschloss aus dem 15. Jahrhundert ist erhalten. An das Schlossareal schließt sich ein Landschaftspark an. Dorfkirche Großkrausnik, entstand um 1400 und wurde in der Zeit des Barock um einen Dachreiter erweitert. Im Innenraum steht unter anderem ein barockes Altarretabel aus der Zeit um 1700. Es stammt vom Doberluger Kunsttischler Abraham Jäger. Dorfkirche Münchhausen im Jahr 1895 erbaut, im Innern befindet sich eine bauzeitliche Kirchenausstattung Niederlausitzer Museumseisenbahn Planetenwanderweg

Museen Motorradmuseum im Ortsteil Schönewalde Heimatmuseum im Unterschloss Sonnewalde Dorfmuseum Kleinkrausnik

Regelmäßige Veranstaltungen Parkfest Sonnewalde Teichfahren in Ossak

Regionalhistorische Forschung Sonnewalder Heimatblätter. Jahrbuch für Geschichte und Gegenwart der Stadt Sonnewalde und Umgebung (seit 2000)

Wirtschaft und Infrastruktur Ansässige Unternehmen Finsterwalder Bau-Union GmbH (FBU) mit Niederlassung Sachsen

Verkehr Sonnewalde liegt an der Bundesstraße 96 zwischen Luckau und Finsterwalde.

Der nicht mehr im Personenverkehr bediente Bahnhof Brenitz-Sonnewalde im Ortsteil Brenitz liegt an der Bahnstrecke Berlin–Dresden.

Bildung Die Stadt Sonnewalde verfügt über eine Grundschule.

Söhne und Töchter der Stadt Anna Maria zu Solms-Sonnenwalde (1585–1634), Gräfin von Hohenlohe-Langenburg Matthäus Claunigk (1708–1781), Orgelbauer Johann Christoph Schröther der Ältere (1747–1822), Orgelbauer Carl Gotthold Claunigk (1761–1829), Orgelbauer Johann Christoph Schröther der Jüngere (1774–1859), Orgelbauer Johann Gottlieb Lehmann (1782–1837), Philologe und Pädagoge Benedictus Gotthelf Teubner (1784–1856), Buchhändler und Verlagsgründer, in Großkrausnik geboren Gerhard Riebicke (1878–1957), Fotograf Hermann Sasse (1895–1976), lutherischer Theologe

Mit Sonnewalde verbundene Persönlichkeiten Wilhelm zu Solms-Sonnenwalde (1787–1859), Besitzer der Standesherrschaft Sonnewalde Theodor zu Solms-Sonnenwalde (1814–1890), Besitzer der Standesherrschaft Sonnewalde