ESU – The European Students’ Union (ESU) ist der Dachverband der europäischen Studierendenschaften mit 44 Mitgliedsverbänden aus 40 Ländern und vertritt mehr als 20 Millionen Studierende auf europäischer Ebene. Das Hauptziel von ESU ist die Wahrung der bildungspolitischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der Studierenden und deren Vertretung gegenüber europäischen und internationalen Institutionen wie dem Europarat, der Europäischen Union, der European Higher Education Area und der UNESCO.
Neben der Interessenvertretung bietet ESU eine Informations- und Vernetzungsplattform für seine Mitglieder und organisiert regelmäßig Seminare und Workshops als Training für Studierendenvertreter.
Geschichte Ursprünglich wurde die Organisation am 17. Oktober 1982 in Stockholm unter dem Namen „Western European Student Information Bureau“ (WESIB) von Studierendenschaften aus Norwegen, Großbritannien, Schweden, Island, Frankreich und Österreich gegründet. Das Ziel war zunächst der Informationsaustausch der Mitglieder untereinander und die Sicherstellung des Informationsflusses von europäischen und anderen internationalen Einrichtungen zu den Mitgliedern.
mini|links|Logo der ESIB Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion öffnete sich WESIB für Mitglieder aus Osteuropa und benannte sich im Februar 1990 in „European Student Information Bureau“ (ESIB) um.
Mit der Zunahme der bildungspolitischen Bedeutung der europäischen Ebene beschlossen die Mitgliedsorganisationen jedoch 1993, ESIB nicht nur als Informationsplattform, sondern als Dachorganisation und politische Interessenvertretung zu nutzen. Das gut bekannte Kürzel ESIB wurde beibehalten, doch mit dem Zusatz „The national unions of students“ versehen.
Im Mai 2007 wurden aus den geänderten Aufgaben und der Bedeutung weitere Konsequenzen gezogen, und die Organisation erhielt mit „ESU – The European Students’ Union“ ihren heutigen Namen.
Zur Erinnerung an den tschechischen Medizinstudenten Jan Opletal (1915–1939) vergibt die ESU den Jan Opletal Prize.ESU: , 26. Oktober 2015, abgerufen am 30. Mai 2016.
Struktur ESU hat eine demokratische Struktur, die auf dem Primat ihrer Mitglieder beruht. Die Mitglieder bilden das 'Board', welches das höchste beschlussfassende Gremium darstellt. Das Board tritt zweimal im Jahr zum Board Meeting (BM) zusammen und wählt die Exekutive (Presidency und Executive Committee) für ein Jahr, wobei jedes Mitgliedsland zwei Stimmen besitzt. Die repräsentative Struktur von ESU besteht aus einem gewählten Exekutivausschuss (EC), dessen Arbeit von drei Koordinatoren, Expertenpools und Arbeitsgruppen unterstützt wird. Seit 2014 verfügt ESU über eine Arbeitsgruppe zu den Post-2015-Millenniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen. Die tägliche Arbeit des Exekutivausschusses wird von einem professionellen Sekretariat unterstützt, das aus einer Sekretariatsleitung, einer Assistenz der Geschäftsleitung, Öffentlichkeitsbeauftragten, zwei Projektmanagern und der Projektreferenten besteht, die alle in Brüssel ansässig sind.
Exekutivausschuss Seit einer strukturellen Reorganisierung besteht das Exekutivkomitee (EC) als Repräsentativorgang von ESU aus dem Präsidenten und zwei Vizepräsidenten ('The Presidency' genannt) sowie sieben weiteren Mitgliedern (Executive Committee members). Das EC hat die Aufgabe, die Organisation in ihrem Alltagsgeschäft zu leiten und zu organisieren, sowohl in politischer als auch in finanzieller Hinsicht. Es ist verantwortlich für die Umsetzung der Entscheidungen, die vom Board, dem höchsten beschlussfassenden Gremiums von ESU, getroffen werden. Sie werden durch drei Koordinatoren gestützt, in den Bereichen „Menschenrechte und Solidarität“, „Gleichstellung“ und „Mitgliederangelegenheiten“.
Mitglieder Vollmitgliedschaft ESU gehören derzeit 45 Verbände aus 40 Staaten an, darunter die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH), der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) sowie der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS-UNES-USU). Voraussetzung für eine Vollmitgliedschaft ist gemäß der Statuten des Verbandes, dass die Nationalverbände grundsätzlich offen für alle Studierende des jeweiligen Landes sind und nach demokratischen Prinzipien arbeiten.
Auf der 52. Mitgliederversammlung des fzs in Würzburg 2015 wurde beschlossen, aus ESU auszutreten, sofern dieser nicht „in Zukunft effektive und kohärente Maßnahmen, Menschenrechte zu achten und zu schützen“ erlässt. Hintergrund war ein ESU Board Meeting (vgl. Mitgliederversammlung) im aserbaidschanischen Baku (abgerufen am 1. November 2015).
Assoziierte Mitgliedschaft Darüber hinaus hat ESU mehrere assoziierte Mitglieder, darunter fachlich orientierte Zusammenschlüsse wie die der europäischen Pharmazie- und Zahnmedizinstudierenden, aber auch religiöse Vereinigungen wie die European Union of Jewish Students (EUJS).
Global Student Forum 2021 wurde das Global Student Forum (GSF) als internationaler Dachverband von Schülern- und Studierendenvertretungen gegründet und befindet sich aktuell im Aufbau. ESU ist eines der Gründungsmitglieder und im Steering Committee, dem Exekutivorgan von GSF, vertreten.
Mitglieder der Exekutive Jahr (Mandat)PräsidentschaftVize-PräsidentschaftExecutive CommitteeKoordinator*innen (benannt durch das Executive Committee)2023–2024Horia-Șerban OnițaIris KimizogluAna Gvritishvili, Andrej Pirjevec, Joanna Maruszczak, Arno Schrooyen, Tamara Ciobanu, Tór Marni Weihe, Ida FlemmichEmily MacPherson, Bastien Degardins, Lauren PrayTanguy Guibert2022–2023Matteo VespaKatrīna SproģeTanguy Guibert, Iris Kimizoglu, Andrej Pirjevec, Emily MacPherson, Tór Marni Weihe, Oraz Myradov, Ana GvritishviliAntoine Bakhash, Joanna Maruszczak, Sandi RizvićHoria-Șerban Onița2021–2022Martina DarmaninZamzam IbrahimMatteo Vespa, Kristel Jakobson, Martin Hammerbauer, Pegi Pavletić, Ruben Janssens, Meral Nur, Stanimir BoyadzhievKatrīna Sproģe, Borna Nemet, Anastasia KreisJakub Grodecki2021Martina DarmaninZamzam IbrahimMatteo Vespa, Kristel Jakobson, Martin Hammerbauer, Pegi Pavletić, Ruben Janssens, Ronja Hesse, Otto RosenlundVicky Reichling, Borna Nemet, Carmen Romero (until June), Katrīna Sproģe (substituting Carmen Romero)Jakub Grodecki2019–2020Gohar Hovhannisyan (Oct.-Dec. 2020)Martina DarmaninMonika Skadborg, Ursa Leban, Nina De Winter, Rajko Golovic, Helene Mariaud, Daniel Altman, Jakub Grodecki,Martin Paluoja, Daniel Lindblom (until November), Carmen Romero (substituting Daniel Lindblom)Sebastian BergerRobert Napier (until Sept. 2020)Gohar HovhannisyanmDaniel Altman, Jakub Grodecki, Monika Skadborg, Ursa Leban, Nina De Winter, Rajko Golovic, Helene MariaudMartina Darmanin, Daniel Lindblom, Martin PaluojaSebastian Berger2018–2019Adam GajekKatrina KoppelDaniel Altma, Joāo Martins, Gohar Hovhannisyan, Monika Skadborg, Sebastian Berger, Ursa Leban, Yulia DobyshukRob Henthorn, Hélène Mariaud, Marie Desrousseaux, (1st part of mandate), Martina Darmanin (substituting Marie Desrousseaux)Robert Napier2017–2018Helge SchwittersCaroline SundbergChiara Patricolo, Aleksandar Šušnjar, Filip Prihoda, Gohar Hovhannisyan, João Pedro Estêvão Martins, Katrina Koppel, Yolanda Trujillo AdriáSimona Gamonte, Patrick Dempsey, Robert HenthornAdam Gajek2016–2017Lea MeisterLīva VikmaneBeth Button, Gramoz Shpendi, Adam Gajek, Aleksandar Šušnjar, Frederik Bach, Chiara Patricolo, Milana Jankovic (1st part of mandate), Helga Lind Mar (substituting Milana Jankovic)Melanie Fröhlich, Filip Prihoda, Helge SchwittersBlazhe Todorovski2015–2016Fernando Miguel Galán PalomaresLea MeisterLiva Vikmane, Karolina Pietkiewicz, Cristi Popescu, Rebecka Stenkvist, Tijana Isoski, Viktor GrønneMelanie Fröhlich, Chiara Patricolo, Martin ReteljBlazhe Todorovski2014–2015Elisabeth GehrkeErin Nordal Blazhe Todorovski, Maksimas Milta, Cat O’Driscoll, Karolina Pietkiewicz, Lea Meister, Tiago Estêvão Martins, Tijana IsoskiMelanie Fröhlich, William Benn, Viktor GrønneFernando Miguel Galán Palomares2013–2014Rok PrimozicElisabeth GehrkeFernando Miguel Galán Palomares, Erin Nordal, Elin Blomqvist, Nevena Vuksanovic, Blazhe Todorovski, Maroš Korman, Maksim Milto, Michael Tolentino FrederiksenGabriela Bergan, Tiago Estêvão Martins, Aengus Ó Maoláin (1st part of mandate), Melanie Fröhlich (substituting Aengus Ó Maoláin)Fernando Miguel Galán Palomares2012–2013Karina UfertTaina MoisanderFernando M.Galan Palomares, Florian Kaiser, Blazhe Todorovski, Tinja Zerzer, Nevena Vuksanovic, Elisabeth Gehrke, Liliya IvanovaAengus Ó Maoláin, Karl Agius, Brikena Xhomaqi (until November 2012), Gabriela Bergan (substituting Brikena Xhomaqi)Rok Primozic2011–2012Allan PällRok PrimozicNevena Vuksanovic, Kaloyan Kostadinov2010–2011Bert VandenkendelaereRasa CincyteRobert Santa, Karina Ufert2009–2010Ligia DecaAllan PällAndrea Blättler, Alma Joensen, Bert Vandenkendelaere2008–2009Ligia DecaAnita LiceBruno Carapinha, Alma Joensen, Olav Øye2007Koen GevenAnela Beso, Bartlomiej Banaszak, Lara Lena Tischler, Maria Noleryd, Matthew Tabone, Viorel Proteasa2006Justin FenechMaher Tekaya, Sime Visic, Marja-Liisa Alop, Tatsiana Khoma, Victor Vidilles, Janja Komljenovic2005Vanja IvosevicÖyvind Reidar Bakke, Justin Fenech, Marzia Foroni, Katja Kamsek, Jean-Baptiste Prévost, Marija Stambolieva2004Johan AlmqvistMarzia Foroni, Lene Henriksen, Vanja Ivosevic, Péter Puskás, Robin Semal, Chris Weavers2003Stefan BienefeldJohan Almqvist, Mads Aspelin, Nikki Heerens, Vanja Ivosevic, Marija Mitrovic, Bettina Schwarzmayr2002Martina VukasovicPetra Arsic, Stefan Bienefeld, John C. Friend-Pereira, Chris O’Sullivan2001Jacob HenricsonStefan Bienefeld, Ante Matic, Marlous Veldt, Martina Vukasovic2000Remi BorduPolona Car, Aleksandar Dimiskov, Magne Hustavenes, Taru Liira1999Antti PentikäinenRemi Bourdu, Anja Kovacs, Marieke Rietbergen, Uros Vajgl1998Peter SondgaardAntti Pentikäinen, Judith Sargentini, Emese Szitasi, Hilde W. Wibe1997Agnieszka BolimowskaMalcolm Byrne, Outi Hannula, Helena Randerborg, Reuben Seychell
Siehe auch Eurodoc International Union of Students
Weblinks Homepage der ESU
Einzelnachweise
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