Leopold Jacoby (* 29. April 1840 in Lauenburg i. Pom.; † 20. Dezember 1895 in Zürich) war ein deutscher sozialistischer Lyriker. mini|Leopold Jacoby
Leben Leopold Jacoby war der Sohn eines jüdischen Religionslehrers und Kantors. Bis 1862 lebte er in bescheidenen Verhältnissen in Danzig und absolvierte das Gymnasium zu Danzig.Max Beer: Handlekikon sozialistischer Persönlichkeiten 1932, Brumaire, Berlin 2025, S. 305 Mit 22 Jahren zog er nach Berlin und studierte dort Medizin, Zoologie, Geschichte und Philosophie. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Sekretär im Büro des Abgeordnetenhauses und später dann als Stenograph und Berichterstatter der Kölnischen Zeitung. Ab 1863 arbeitete er für die „Oldenburger Kammerkorrespondenz“ und berichtete zwölf Jahre von den Geschehnissen des preußischen Landtags.
1867 promovierte er in Halle und 1870 schloss er sein Studium der Medizin in Marburg ab. Während des Deutsch-Französischen Krieges arbeitete er als freiwilliger Krankenpfleger. Die Kriegszeit prägte ihn in politischer Hinsicht und ließ ihn zum überzeugten Sozialisten werden. Nach dem Krieg arbeitete er erneut als Stenograph im preußischen Parlament. 1877 wechselte er wegen zoologischer Studien nach Triest. Nachdem einige seiner Schriften durch das Sozialistengesetz verboten wurden, ging er 1882 in die Vereinigten Staaten ins Exil. In Cambridge arbeitete er bis 1888 als Privatdozent und kehrte dann nach Europa zurück. In Mailand hielt er als Privatdozent Vorlesungen über deutsche Literatur und Sprache. 1892 siedelte er nach Zürich über und verbrachte dort, unterstützt von seinem Freund Karl Henckell, seine letzten Lebensjahre.
Jacoby wurde auf dem Friedhof Rehalp bestattet. Sein Grab ziert eine von Louis Wethli angefertigte Marmorbüste.
Werke Jugenderinnerungen aus Pommern und dem alten Pommerellenlande. 1864. Weinphantasien. 1869. digital Es werde Licht. 1871; 2. Auflage: 1873, verboten von 1878 bis 1890 (aufgrund der Sozialistengesetze); 4. Auflage: 1893. digital – 2. Auflage: – 3. Auflage: Die Idee der Entwicklung. 1874/1876. 2. Auflage: 1886; Das Lustspiel. 1870. Über die Nachahmung von Naturstimmen in der deutschen Poesie. 1880. Der Uhrmacher von Danzig. 1880. Ein Ausflug nach Comacchio. 1881. Abdruck eines Teils in: Oesterreichische Lesehalle, 1. Jahrg., Mai 1881, Nr. 5, S. 63–69; . Der Fischfang in den Lagunen von Comacchio nebst einer Darstellung der Aalfrage. 1881. Die deutsche Makame. 1883. Cunita, ein Gedicht aus Indien. 1885 A. v. Droste-Hülshoff, Deutschlands Dichterin. 1889.
Literatur Ein Dichter der Enterbten. In: Der Wahre Jacob, Nr. 247, 11. Januar 1896, S. 2102; Digitalisat Leopold Jacoby. In: Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus. Verstorbene Persönlichkeiten. Band 1. J. H. W. Dietz Nachf., Hannover 1960, S. 148.
Jacoby, Leopold. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. Hrsg. Walther Killy. Band 5. K. G. Saur, München 1997. Jörg Platiel: Jacoby, Leopold. In: Literatur-Lexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Hrsg. Walther Killy. Band 6. Bertelsmann Lexikon-Verlag, Gütersloh 1988–1992. Ernst G. Lowenthal: Jacoby, Leopold. In: Juden in Preußen. Ein biographisches Verzeichnis. Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1981. Jacoby, Leopold. In: Lexikon sozialistischer deutscher Literatur. Von den Anfängen bis 1945. Eversdijck, s' Gravenhage 1973. Wilhelm Kosch: Jacoby, Leopold. In: Biographisches Staatshandbuch : Lexikon der Politik, Presse und Publizistik. Band 1. Francke, Bern und München 1963. Salomon Wininger: Jacoby, Leopold. In: Große jüdische National-Biographie. Band 3. Orient, Cernǎuţi 1928, S. 243–244. Seite Artikel PDF; Volltext Teilband PDF: Goethe-Universität Frankfurt am Main.
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