Das Amtsgericht Battenberg war von 1867 bis 1947 als Amtsgericht ein erstinstanzliches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit Sitz in Battenberg. Als unselbständige Zweigstelle bestand es bis 1970.

mini|Die „Neuburg“, ehemaliges Amtsgerichtsgebäude

Vorgeschichte Nach dem verlorenen Krieg von 1866 musste das Großherzogtum Hessen mit dem Friedensvertrag vom 3. September 1866 Gebietsteile an Preußen abtreten, wie es auch für das Fürstentum Waldeck-Pyrmont geregelt wurde. Dazu gehörte auch das Hessische Hinterland (der „Kreis Biedenkopf“) mit dem Bezirk des Landgerichts Battenberg.Art. 14 des Friedensvertrages vom 3. September 1866 zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen (In: Großherzoglich Hessischen Regierungsblatt, Jahrgang 1866 S. 403 f., Digitalisat); Details regelte eine gesonderte zwischen den Vertragsschließenden vom gleichen Tag. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 43 vom 2. Oktober 1866, S. 408–410.

Im Juni 1867 passte Preußen dann in den übernommenen Gebieten die Gerichtsorganisation an die eigene Struktur an: Die bisherigen Landgerichte wurden aufgehoben§ 3 Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim. Vom 26. Juni 1867. In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten Nr. 64 (1867), S. 1094–1103. und durch Amtsgerichte ersetzt.§ 1 Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim. Vom 26. Juni 1867. In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten Nr. 64 (1867), S. 1094–1103.

Geschichte Zum 1. September 1867 nahm das Amtsgericht Battenberg die Arbeit auf. Es war mit einem Amtsrichter ausgestattet, ihm übergeordnet das Kreisgericht Dillenburg.. In: Justiz-Ministerium (Hrsg.): Justiz-Ministerial-Blatt für die Preußische Gesetzgebung und Rechtspflege 29. Jg., Nr. 31 vom 9. August 1867, S. 218–220.

In Folge der durch das Gerichtsverfassungsgesetz von 1878 ausgelösten Umorganisation wechselte das Amtsgericht Battenberg mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 in den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Marburg.. In: Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten Nr. 25 (1878), S. 275–283 (282).

Am 15. Juni 1947 verlor das Amtsgericht Battenberg seine Selbständigkeit und wurde zur Zweigstelle des Amtsgerichts Frankenberg (Eder).Runderlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 13. Mai 1947 – 3210/1 – Ia 944 – Betrifft: Errichtung der Zweigstelle Battenberg des Amtsgerichts Frankenberg-Eder. Am 1. Juli 1970 wurde auch diese Zweigstelle aufgehoben.

Das Gerichtsgebäude 1732 erbaute Oberforstmeister Carl Johann Philipp Loener von Laurenburg in Battenberg die „Neuburg“. Das Schloss diente bis 1768 als Jagdschloss des Landgrafen Ludwig VIII. Danach wurde es als Amtshaus und Forstamt genutzt, von 1835 bis 1970 auch als Gerichtsgebäude. Seit 1971 nutzt die Stadtverwaltung das Schloss und das 1863 daneben erstellte ehemalige Gerichtsgebäude. Die Anlage ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.Neuburg, heute Rathaus mit Garten. In: denkxweb; abgerufen am 14. Juli 2020.

Richter Folgende Richter wirkten am Gericht:

1867–1870: Amtsrichter Heinrich Hohenstein 1870–1873: Amtsrichter Karl Müller 1873–1873: Amtsrichter Dilthey 1873–1875: Amtsrichter Schellenberg 1875–1879: Oberamtsrichter Hohenstein 1879–1886: Amtsrichter Türck 1886–1889: Amtsgerichtsrat Hohenstein 1889–1901: Amtsrichter Türck 1902–1906: Amtsrichter Plitt 1906–1935: Amtsrichter Nöll 1935–1942: Amtsrichter Ernst Wolff

Literatur

Einzelnachweise

Battenberg Battenberg Kategorie:Organisation (Battenberg (Eder)) Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Kategorie:Kulturdenkmal in Battenberg (Eder) Kategorie:Gerichtsgründung 1867 Kategorie:Aufgelöst 1970