Der Bahnhof Neu-Edingen/Mhm-Friedrichsfeld (kurz N-Edingen/F-feld, auch Neu-Edingen/Friedrichsfeld oder Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld genannt, bis 10. Dezember 2016 Mannheim-Friedrichsfeld) ist ein Trennungsbahnhof im Mannheimer Stadtteil Friedrichsfeld, auf der Gemarkungsgrenze zur baden-württembergischen Gemeinde Edingen-Neckarhausen. Sämtliche Gleisanlagen liegen auf Mannheimer Gemarkung, lediglich das Bahnhofsgebäude befindet sich auf dem Gebiet des Edingen-Neckarhausener Ortsteils Neu-Edingen. Der Bahnhof verbindet die Main-Neckar-Bahn mit der Badischen Hauptbahn und über die Verbindungsstrecke nach Schwetzingen auch mit der Bahnstrecke Mannheim–Rastatt. Er besitzt fünf Bahnsteiggleise und wird von S-Bahnen und Nahverkehrszügen der DB Regio AG bedient.
Geschichte Betrieb Ab 1838 wurde geplant, Frankfurt am Main mit Mannheim und Heidelberg durch eine Eisenbahn zu verbinden. Um weder Heidelberg noch Mannheim zu bevorzugen, wurde der Trennungsbahnhof Friedrichsfeld durch die Main-Neckar-Eisenbahn-Gesellschaft genau in der Mitte zwischen beiden Städten angelegt. Die erste durchgehende Probefahrt von Frankfurt nach Heidelberg fand am 27. Juli 1846 statt. Am 1. August 1846 wurde der Bahnhof zusammen mit der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg in Betrieb genommen, ebenso der Abzweig nach Mannheim. Aus Frankfurt kommende Züge wurden in Friedrichsfeld geflügelt („Heidelberg vonne, Mannem hinne“) und jeder der beiden Zugteile fuhr weiter zu einem der beiden Zielbahnhöfe. In der Gegenrichtung wurden die Züge hier vereinigt.
Am 1. Juni 1880 wurde die Strecke von Mannheim-Friedrichsfeld nach Schwetzingen ebenfalls durch die Main-Neckar-Eisenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen. Sie dient heute zum großen Teil dem Güterverkehr. Dazu wurde der Bahnhof in den Jahren 1879/80 erheblich umgebaut. Das gesamte Planum des Bahnhofs wurde um 1,25 Meter angehoben. Der Bahnhof erhielt eine Drehscheibe mit 12 m Durchmesser und ein Zentralstellwerk.Scheyrer, S. 90f. 1896 kam noch elektrische Beleuchtung hinzu.Scheyrer, S. 97. Beidseitig des Bahnhofs gab es Anschlussgleise zu mehreren Firmen. Die Drehscheibe und die Anschlussgleise sind heute abgebaut.
Die Verkehrsstation wurde zwischen Juni 2014 und Dezember 2015 für 2,9 Millionen Euro umgebaut.Deutschland-Karlsruhe: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. Dokument 2014/S 029-047261 vom 11. Februar 2014 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen UnionDeutschland-Karlsruhe: Bauarbeiten für Eisenbahnlinien. Dokument 2014/S 064-109861 vom 1. April 2014 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union
Im Juni 2019 wurde an mehreren Bahnsteiggleisen eine Beifahranlage in Betrieb genommen, mit denen bis Dezember 2025 die Züge der Linien RB 67 (von Mannheim oder Hockenheim) und RB 68 (von Heidelberg) vereinigt wurden und gemeinsam weiter nach Frankfurt fuhren. In der Gegenrichtung wurden die Züge hier getrennt.https://www.vrn.de/mam/verbund/dokumente/zrn-sitzungen/109/zrn-niederschrift-109-sitzung.pdf
Bezeichnung Ursprünglich hieß der Bahnhof einfach nur „Friedrichsfeld“. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde das in „Friedrichsfeld M.N.B.“ (Friedrichsfeld Main-Neckar-Bahn) geändert. Die Bezeichnung blieb auch bestehen, nachdem die Bahn 1902 verstaatlicht worden war. Erst im Dezember 1920 erhielt der Bahnhof die Bezeichnung „Friedrichsfeld (Baden)“ Eisenbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion in Mainz vom 18. Dezember 1920, Nr. 72. Bekanntmachung Nr. 1227, S. 663. , was zum 1. Januar 1921 in „Friedrichsfeld (Baden) Nord“ präzisiert wurde. Eisenbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Eisenbahndirektion in Mainz vom 8. Januar 1921, Nr. 2. Bekanntmachung Nr. 49, S. 22. Diese Bezeichnung wurde zum 7. Oktober 1934 Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 20. September 1934, Nr. 47. Bekanntmachung Nr. 522, S. 222. in „Mannheim-Friedrichsfeld“ und zum 11. Dezember 2016 in „Neu-Edingen/Mhm-Friedrichsfeld“ geändert. Auch heute finden sich noch Wegweiser zum „Nordbahnhof“.
Gleisanlagen Der Friedrichsfelder Bahnhof besitzt umfangreiche Gleisanlagen. Für den Personenverkehr stehen noch insgesamt fünf von ehemals sieben Gleisen an einem Haus- und zwei Inselbahnsteigen zur Verfügung.
Die Nummerierung beginnt auf der Ostseite am Empfangsgebäude, die Bahnsteignummerierung entspricht der Gleisnummerierung. Alle Bahnsteige liegen an durchgehenden Gleisen. Die Gleise 1 bis 9 sind elektrifiziert.
Gleis 1 liegt am Hausbahnsteig direkt vor dem Empfangsgebäude. Hier halten die Regional- und S-Bahnen, die von Mannheim Hbf kommen und weiter nach Norden fahren (S 5, RE 60). Gleis 2 teilt sich mit Gleis 3 einen Inselbahnsteig. Dort halten meist die Regionalzüge von Heidelberg in Richtung Frankfurt (Main) Hbf (RB 68). Gleis 3 liegt am Bahnsteig neben Gleis 2. Es halten dort meist Züge in Richtung Heidelberg Hbf (RB 68). Gleis 4 liegt am zweiten Inselbahnsteig. Dort halten meist die Züge in Richtung Mannheim Hbf (S 5 / RE 60). Gleis 5 liegt auch am zweiten Inselbahnsteig neben Gleis 4. Hier halten meist die S-Bahnen von und nach Schwetzingen (S 12). Die Gleise 6 bis 9 haben für den Personenverkehr keine Bedeutung und werden für durchgehende Güterzüge genutzt. Die Gleise 10 bis 14 (ohne 13) sind nicht elektrifiziert und werden zur Abstellung von Zügen verwendet. Nur Gleis 10 ist durchgehend, die anderen Gleise sind Stumpfgleise, die von Norden angebunden sind. Gleis 14 kann zur Beladung von Bauzügen verwendet werden. Gleis 24 liegt nördlich der Bahnsteige zwischen den Gleisen 4 und 5. Dieses ebenfalls elektrifizierte, kurze Gleis (Nutzlänge 55 Meter) wird meist zur Abstellung von Lokomotiven genutzt. Die Bahnsteige an den Gleisen 1, 2 und 3 haben eine Länge von 358 Metern, der Bahnsteig an den Gleisen 4 und 5 von nur 305 Metern.trassenfinder.de RMF Der ehemalige Inselbahnsteig zwischen Gleis 6 und 7 ist weitgehend abgetragen.
Durch das Weichenfeld, was südlich der Bahnsteige und zum Teil unter der Bundesautobahn 656 liegt, können Züge von allen durchgehenden Gleisen in Richtung Schwetzingen und Mannheim fahren, in Richtung Heidelberg jedoch nur von den Gleisen 1 bis 6, in der Gegenrichtung ebenso. Jeweils zwei Gleise führen in Richtung Heidelberg und Schwetzingen, in Richtung Mannheim sogar drei Gleise, die außen und in der Mitte von Süden in den Bahnhof eingeführt werden. Zwei Überwerfungsbauwerke ermöglichen dabei niveaufreie Zugbegegnungen.
Die Bahnsteige des Bahnhofs Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld sind barrierefrei zugänglich. Um auf die Bahnsteige 2 bis 5 zu gelangen, muss man zunächst über den Bahnsteig 1 gehen. Durch eine Tür des Empfangsgebäudes gelangt man zu einer Treppe, die zur Personenunterführung führt. Alternativ stehen Aufzugsanlagen an allen Bahnsteigen zur Verfügung.
Der Bahnhof wird von einem SpDrS60-Stellwerk gesteuert, welches am 27. April 1975 in Betrieb ging.stellwerke.info: Stellwerk RMF Ff Es kommen H/V-Signale mit meist klassischen Signalschirmen zum Einsatz.
Verkehr Friedrichsfeld gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN).
Im Trennungsbahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld halten (Stand 2026) S-Bahnen der Relation Mainz – Bensheim (S5) der S-Bahn RheinNeckar, stündliche Regional-Express-Züge (RE60) der Relation Mannheim – Frankfurt sowie Regionalbahnen (RB 68) der Linie Heidelberg - Frankfurt am Main. S 5 und RB 68 bilden in Richtung Weinheim und S 5 und RE 60 in Richtung Mannheim einen Halbstundentakt. Die S 12 pendelt stündlich von und nach Schwetzingen oder Hockenheim.
Linie Verlauf Takt
Bei Sperrungen der Rheintalbahn auf dem Abschnitt Heidelberg–Karlsruhe dient der Bahnhof regelmäßig als Ersatzhalt für in Heidelberg Hbf haltende Fernverkehrszüge, ebenso bei Sperrungen der Riedbahn als Ersatz für den Mannheimer Hauptbahnhof. Zeitweise hielten hier auch Züge des Anbieters Flixtrain, dieser Halt wurde von ihm als „Mannheim“ bezeichnet.
Literatur Ferdinand Scheyrer: Geschichte der Main-Neckar-Bahn. Denkschrift zum fünfzigsten Jahrestag der Eröffnung des Betriebs der Main-Neckar-Bahn am 1. August 1846. Darmstadt 1896. Reprint: Verlag Wolfgang Bleiweis, Schweinfurt 1996. ISBN 3-928786-46-6
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Einzelnachweise
Friedrichsfeld NeuEdingen Kategorie:Bauwerk in Edingen-Neckarhausen NeuEdingen Kategorie:Main-Neckar-Eisenbahn