Aomori (jap. , ) ist eine Präfektur Japans. Sie befindet sich im Norden der Region Tōhoku auf der Insel Honshū. Sitz der Präfekturverwaltung ist die gleichnamige Stadt Aomori Aomori-shi.
Geographie Die Präfektur Aomori ist die nördlichste der Hauptinsel Honshū. Zwischen Aomori und der Insel Hokkaidō befindet sich die Tsugaru-Straße. Im Süden grenzt Aomori an die Präfektur Akita und an die Präfektur Iwate. Im Südosten von Aomori liegt der Ogawara-Brackwassersee.
Geschichte Die Region der heutigen Aomori-Provinz wurde in der Antike von den Emishi-Stämmen bewohnt. Unklar ist, ob auch die direkten Vorfahren der Ainu in dieser Provinz heimisch waren oder erst später aus südlichen Regionen nach Hokkaidō zogen.Mitsuru Sakitani – :『DNA・・・』()ISBN 978-4-585-05394-1 (japanisch). Die historische Nachbildung eines Emishidorfs, Sannai-Maruyama, befindet sich in Aomori und wird als Freilichtmuseum betrieben.
Die Präfektur in ihrer jetzigen Form existiert seit 1871, als die aus Lehen (Han) hervorgegangenen Präfekturen Tate, Hirosaki, Kuroishi, Tonami (ein 1869 eingerichteter Ableger von Aizu aus ehemaligen Gebieten des ebenfalls rebellischen/shōgunatstreuen Morioka, der dem neugeborenen Aizu-Erben Matsudaira Kataharu überlassen wurde), Shichinohe und Hachinohe zusammengeschlossen wurden. 1872 wurde die ehemalige Präfektur Tate, namentlich die Landkreise Nishi, Hiyama, Tsugaru und Fukushima der Provinz Oshima, wieder abgetrennt und an die Entwicklungsbehörde (Hokkaidō) übertragen. Seit 1876, als der Landkreis Ninohe an die Präfektur Iwate transferiert wurde, umfasst die Präfektur Aomori ihr heutiges Gebiet.
Politik
mini|links|Die neue Wahlkreiseinteilung von Aomori für das Abgeordnetenhaus seit 2017 Nach fünf Amtszeiten als Gouverneur von Aomori zog sich Shingo Mimura 2023 zurück. Bei der Gouverneurswahl im Juni 2023 um die Nachfolge teilte sich das konservative Lager; Sōichirō Miyashita, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Mutsu, setzte sich mit 68,1 % der Stimmen gegen den ehemaligen Bürgermeister der Stadt Aomori, Akihiko Onodera (29,3 %), und zwei weitere Kandidaten durch. Die Wahlbeteiligung stieg auf 57,1 %.
Im 48-köpfigen Präfekturparlament verteidigte die LDP bei den einheitlichen Regionalwahlen im April 2023 mit 25 Sitzen ihre absolute Mehrheit.
Aomori war traditionell ein „konservatives Königreich“ (hoshu ōkoku), eine LDP-Hochburg. Bei der Wahl 2017 zum Shūgiin, dem Unterhaus des nationalen Parlaments, verlor Aomori einen Sitz und ist seitdem in drei Wahlkreise eingeteilt. Bei der Wahl 2026 gewann die LDP nach einem Sitzverlust 2024 wieder alle Wahlkreise in Aomori. Aber im Sangiin, dem nationalen Oberhaus, vertreten nach den Wahlen von 2022 und 2025 zwei Mitglieder der Opposition die Präfektur. Namentlich besteht die direkt gewählte Delegation Aomoris ins nationale Parlament (Stand: Juli 2026) aus: im Shūgiin für den 1. Wahlkreis im Norden von Aomori mit der Hauptstadt: Jun Tsushima (LDP, 6. Amtszeit) aus der Tsushima-Schriftsteller-Politiker-Dynastie, der sich ab 2017 nach der „Costa-Rica-Methode“ zunächst alternierend die LDP-Mehrheitswahlkandidatur mit Ex-Verteidigungsminister Akinori Eto teilen musste, 2026 die Kandidatur ganz übernahm, für den 2. Wahlkreis mit der Stadt Hachinohe: Jun’ichi Kanda (LDP, 3. Amtszeit), Urenkel des zweiten Bürgermeisters der Stadt Hachinohe nach der Gründung, der 2021 den langjährigen Abgeordneten Tadamori Ōshima ablöste, für den 3. Wahlkreis mit der Stadt Hirosaki: Jirō Kimura (LDP, 3. Amtszeit), Bruder und indirekter Nachfolger von Tarō Kimura, der den Sitz 2026 wieder gegen Hanako Okada (KDP) gewann, im Sangiin bis 2028: Masayo Tanabu (KDP, 2. Amtszeit, vorher drei im Shūgiin), die Tochter von Masami Tanabu, und bis 2031: Masumi Fukushi (KDP, 1. Amtszeit), der sich 2025, als der Sanseitō-Kandidat Tsutomu Katō 16,7 % der Stimmen erhielt, mit 39 % der Stimmen gegen Vorgänger Motome Takisawa (LDP; 36 %) durchsetzte.
Militärische Bedeutung Die Präfektur Aomori und die Tsugaru-Straße sind sowohl für Japan als auch für die Vereinigten Staaten von strategischem Bedeutung, da die Meerenge als Zugangspunkt für die US-Marine zum Japanischen Meer dient, von wo aus sie Druck auf Russland, China und Nordkorea ausüben könnten. Die Präfektur beherbergt auch die Misawa Air Base, die einzige kombinierte, gemeinsame Einrichtung der US-Streitkräfte, auf der Heer, Marine und Luftwaffe sowie die japanischen Selbstverteidigungskräfte stationiert sind. Die Selbstverteidigungsstreitkräfte unterhalten Stützpunkte in der Präfektur, darunter den JMSDF-Stützpunkt Ōminato, den JMSDF-Luftwaffenstützpunkt Hachinohe und das JGSDF-Camp Aomori.
Verkehr Der Seikan-Tunnel verbindet die japanische Hauptinsel Honshū mit der Insel Hokkaidō. Er hat eine Länge von 53,85 Kilometern. Davon liegen 23,3 Kilometer unter dem Meer. Die Tsugaru-Straße ist zwar nur 140 Meter tief, aufgrund der Erdbebengefahr liegt der Tunnel jedoch bis zu 240 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Tunnel wurde nach 17 Jahren Bauzeit im März 1988 eröffnet. Gleichzeitig wurden die Eisenbahnfähren über die stürmische Tsugaru-Straße aufgegeben. Im Seikan-Tunnel gibt es zwei unterseeische Bahnhöfe, die zu den tiefsten Bahnhöfen der Welt zählen.
Tourismus mini|Sannai-Maruyama Dorf (rekonstruiert) mini|Towada-See Aomori ist besonders für seine Apfelplantagen bekannt.
Der See Towada, der sich in einer Caldera auf dem Vulkan Towada befindet, liegt zwischen den Präfekturen Akita und Aomori.
Der Berg Osorezan befindet sich in Mutsu auf der Shimokita-Halbinsel.
Im Hakkōda-Gebirge in Aomori kann man im Sommer Bergwandern und im Winter Skifahren.
Gemeinden Seit 2006 gibt es noch 40 Gemeinden in Aomori: 10 [kreisfreie] Städte (-shi), davon zwei in Sonderformen für Großstädte, 22 [kreisangehörige] Städte (-machi/-chō) und acht Dörfer (-mura). Nach der Einführung der heutigen Gemeindeformen 1889 waren es zunächst über 170 Gemeinden, 1953 vor der großen Shōwa-Gebietsreform noch über 160.
Anmerkung: Die bis dahin bestehenden Kreise Tsugaru und Kita wurden 1878/79 in mehrere Kreise geteilt. Im Sinne der Lesbarkeit wurden die dabei angefügten Präfixe [Kita-: „Nord-“, Minami-: „Süd-“, Higashi-: „Ost-“, Nishi-: „West-“, Naka-: „Mittel-/Zentral-“, Kami-: „Ober-“, Shimo-: „Unter-“] hier durch Bindestrich getrennt, die sonstige Romanisierungspraxis ist uneinheitlich.
+ Liste der Gemeinden in Aomori Gemeinde Typ Kreis (-gun) Fläche() Einwohnerzahl() Aomori(Sitz der Präfekturverwaltung) -shi („Kernstadt“) – km² Hirosaki -shi – km² Hachinohe -shi („Kernstadt“) – km² Kuroishi -shi – km² Goshogawara -shi – km² Towada -shi – km² Misawa -shi – km² Mutsu -shi – km² Tsugaru -shi – km² Hirakawa -shi – km² Hiranai -machi Higashi-Tsugaru km² Imabetsu -machi km² Yomogita -mura km² Sotogahama -machi km² Ajigasawa -machi Nishi-Tsugaru km² Fukaura -machi km² Nishi-Meya -mura Naka-Tsugaru km² Fujisaki -machi Minami-Tsugaru km² Ōwani -machi km² Inakadate -mura km² Itayanagi -machi Kita-Tsugaru km² Tsuruta -machi km² Nakadomari -machi km² Noheji -machi Kami-Kita km² Shichinohe -machi km² Rokunohe -machi km² Yokohama -machi km² Tōhoku -machi km² Rokkasho -mura km² Oirase -chō km² Ōma -machi Shimo-Kita km² Higashidōri -mura km² Kazamaura -mura km² Sai -mura km² Sannohe -machi Sannohe km² Gonohe -machi km² Takko -machi km² Nanbu -chō km² Hashikami -chō km² Shingō -mura km² Aomori -ken(40 Gemeinden) (8 Kreise) km²
In der Astronomie Der Asteroid (19701) Aomori wurde 2012 nach der Präfektur benannt.
Weblinks
Einzelnachweise
Aomori Kategorie:Verwaltungseinheit als Namensgeber für einen Asteroiden