Stanyzja Luhanska (; ) ist eine Siedlung städtischen Typs am Ufer des Siwerskyj Donez in der Oblast Luhansk im Osten der Ukraine mit 13.500 Einwohnern (Stand 2016). Stanyzja Luhanska ist eine von zwei Ortsgründungen der Donkosaken in der heutigen Ukraine und war bis Juli 2020 das Verwaltungszentrum des Rajons Stanytschno-Luhanske 20 km nordöstlich der Oblasthauptstadt Luhansk.

Geschichte Der Ort wurde von den Donkosaken in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gegründet, jedoch im Jahre 1684 von den Tataren zerstört. Im Jahre 1688 wieder aufgebaut, gilt dieses Jahr als offizielles Gründungsdatum. Der Ort hieß zunächst Luhanske, ab 1718 Luhanska und ab 1923 Stanytschno-Luhanske (Станично-Луганське). 2007 erfolgte die Umbenennung auf den heutigen Namen.Верховна Рада України; Постанова від 07.06.2007 № 1155-V Про перейменування селища міського типу Станично-Луганське Станично-Луганського району Луганської області Im Jahr 1923 wurde das Dorf das Zentrum des neu gebildeten Rajons Stanytschno-Luhanske in der Oblast Donezk und 1938 erhielt Stanyzja Luhanska den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Im Verlauf des Ukrainekrieges besetzten Separatisten den Ort am 18. August 2014. Er wurde am 21. August durch ukrainische Streitkräfte zurückerobert und war seitdem nahe der Frontlinie unter ukrainischer Kontrolle. Zahlreiche Bewohner haben seither die Siedlung verlassen. Am 16. April 2015 wurde das Lenindenkmal im Ort zerstört und abgetragen.Another Lenin monument is down in Lugansk Region, Ukraine. 17. April 2015. mini|links|Gestürzte Leninstatue im Ort

Die nächsten Jahre war der Übergang bei Stanyzja Luhanska der Einzige über die Kontaktlinie der regierungsfeindlichen Truppen mit den Regierungstruppen in der Oblast Luhansk. Der Übergang war während der ganzen Zeit nicht fahrzeugtauglich. Rund 200.000 Menschen überquerten ihn monatlich über eine provisorische Holzkonstruktion.Stanytsia Luhanska Bridge: Life on the line, OSZE Dokumentation im Februar 2019. Im Jahr 2016 wurde eine Entflechtung der Truppen in der Umgebung der Brücke vereinbart, welche im Juni 2019 auch erfolgte, worauf die ukrainischen Truppen Entminungsarbeiten durchführten.Spot Report by OSCE Special Monitoring Mission to Ukraine (SMM): Receipt of notifications on completion of disengagement in Stanytsia Luhanska disengagement area, OSZE, 30. Juni 2019.Stanytsia Luhanska Bridge is Broken, medium.com, 2. September 2017.

Am 17. Februar 2022 wurde inmitten des sich zuspitzenden Russland-Ukraine-Konflikts ein Kindergarten in Stanyzja Luhanska bombardiert. Verletzt wurde dabei niemand.

Am Morgen des 24. Februar 2022, dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, drangen russische Einheiten über den Siwerskyj Donez auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet und nahmen die Stadt von dort aus einSeparatisten melden Einnahme von zwei Kleinstädten in Ostukraine, seither steht die Stadt nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.

Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Stanyzja Luhanska (Станично-Луганська селищна громада/Stanytschno-Luhanska selyschtschna hromada). Zu dieser zählen auch die 12 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer sowie die Ansiedlung Wilchowe,Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 717-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Луганської області" bis dahin bildete sie die gleichnamige Siedlungsratsgemeinde Stanyzja Luhanska (Станично-Луганська селищна рада/Stanytschno-Luhanska selyschtschna rada) im Süden des Rajons Stanytschno-Luhanske.

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Schtschastja.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Stanyzja Luhanska Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Bolotene Болотене Болотенное (Bolotennoje) Juhaniwka (seit 2025 offiziell ukrainisch BulawineВерховна Рада України; Постанова від 05.06.2025 № 4483-IX Про перейменування окремих населених пунктів, назви яких містять символіку російської імперської політики або не відповідають стандартам державної мови) Юганівка Югановка (Juganowka) Komyschne Комишне Камышное (Kamyschnoje) Kolesnykiwka Колесниківка Колесниковка (Kolesnikowka) Makarowe Макарове Макарово (Makarowo) Malynowe Малинове Малиновое (Malinowoje) Nyschnja Wilchowa Нижня Вільхова Нижняя Ольховая (Nischnjaja Olchowaja) Plotyna Плотина Плотина (Plotina) Pschenytschne Пшеничне Пшеничное (Pschenitschnoje) Syse Сизе Сизое (Sisoje) Walujske Валуйське Валуйское (Waluiskoje) Werchnja Wilchowa Верхня Вільхова Верхняя Ольховая (Werchnjaja Olchowaja) Wilchowe Вільхове Ольховое (Olchowoje)

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2016 8.903 11.947 13.735 15.018 16.168 14.440 13.534 Quelle:Demographie ukrainischer Städte auf pop-stat.mashke.org

Söhne und Töchter des Ortes Konstantin Rybnikow (1913–2004), sowjetisch-russischer Mathematiker, Wissenschaftshistoriker und Hochschullehrer Oleksandr Pjeljeschenko (1994–2024), Gewichtheber

Weblinks

offiz. Seite des Rajon (russisch) Geschichte der Region (ukrainisch) Informationen zum Ort (ukrainisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Luhansk Kategorie:Ort am Siwerskyj Donez Kategorie:Rajon Schtschastja Kategorie:Gegründet im 17. Jahrhundert