mini|hochkant=1.25|Huglfing von Osten

Huglfing ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau im Pfaffenwinkel. Im Jahr 2025 wurde Huglfing beim europaweiten Wettbewerb „Lebenswerte Orte Europas“ der Vereinigung Entente Florale als schönstes Dorf Europas mit der Goldmedaille ausgezeichnet.Huglfing als schönstes Dorf Europas ausgezeichnet am 2. Oktober 2025 auf tagesschau.de

Geografie Umgeben von eiszeitlichen Moränenhügeln liegt der Ort Huglfing auf einer Höhe von . Durch das Tal zieht sich der Hungerbach. Huglfing liegt an der Bahnstrecke München–Garmisch-Partenkirchen, etwa 60 km südlich von München. Die Bundesstraße 472 von Bad Tölz nach Schongau führt durch die Gemeinde (insbesondere durch den Hauptort).

Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Deimenried (Einöde) Grasleiten (Einöde) Huglfing (Pfarrdorf) Rameck (Weiler) Rechetsberg (Einöde) Steinweiler (Einöde)

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Älteste Funde menschlicher Aktivität auf Huglfinger Gebiet stammen aus der Jungsteinzeit, sie wurden am Ochsenbuckel und in der „Großen Au“ gefunden. Aus der Bronzezeit stammen Hügelgräber und aus der Hallstattzeit bzw. La-Tène-Zeit gibt es Urnenfelder.Bernhard Maier: Huglfing im Wandel der Zeit, Gemeinde Huglfing 2005, Seite 9

Gegründet wurde Huglfing vermutlich um 510 n. Chr.Bernhard Maier: Huglfing im Wandel der Zeit, Gemeinde Huglfing 2005, Seite 1 Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1030 unter der Bezeichnung Hugolvingen. Der Name ist zusammengesetzt aus dem germanischen Namen „Hugolf“ und der Endung „ingen“, wobei der germanische Name Hugu Sinn, Verstand, Geist und Gedächtnis bedeutet. Die zweite Silbe ingen verweist auf eine Sippenzugehörigkeit. Huglfing befand sich früher im Besitz der Grafen von Eschenlohe, später wurde es dann an die Bischöfe von Augsburg verkauft. Im Jahre 1332 ging Huglfing als Schenkung durch Kaiser Ludwig dem Bayer vom Hochstift Augsburg in das Eigentum von Kloster Ettal über. Ab dem 14. Jahrhundert hatten die „Edlen von Ramung“ ein Schloss im heutigen Ortsteil Rameck. Ein Großbrand vernichtete 1500 zahlreiche Anwesen und beschädigte die hochmittelalterliche Pfarrkirche schwer.Georg Paula, Stefanie Berg-Hobohm: Landkreis Weilheim-Schongau: Denkmäler in Bayern. Karl M Lipp Verlag München 2003, Band 1, Seite 152 Am Hungerbach befanden sich mehrere Mühlen, darunter die Mittermühle, die Kirchmühle und die Moosmühle. Bis zur Säkularisation in Bayern im Jahre 1803 gehörten zwei Drittel der Anwesen dem Kloster Ettal. Das ehemals reichsunmittelbare Kloster teilte sich die gerichtliche Zuständigkeit mit dem bayerischen Landgericht Weilheim und auch das Kloster Polling besaß hier einen Edelsitz. Huglfing wurde im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde, die zum Landgericht Weilheim gehörte.

Verwaltungsgemeinschaft Die Gemeinde gehört seit der Gemeindegebietsreform 1978 der Verwaltungsgemeinschaft Huglfing an.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1959 auf 2833 um 874 Einwohner bzw. um 44,6 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1970 1987 1991 EinwohnerKommunalstatistik von Huglfing, abgerufen am 4. November 2010 636 650 776 892 897 1.442 1.516 1.864 2.070 Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 2.273 2.362 2.454 2.563 2.725 2.933

Wirtschaft In Huglfing befindet sich der Sitz des deutschen Waffenherstellers Oberland Arms KG; Hersteller halbautomatischer Langwaffen für den sportlichen Gebrauch, die Jagd und für Behörden.Über Oberland Arms, abgerufen am 26. September 2019

Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Sitzverteilung: CSU/Freie Bürger Huglfing: 7 Sitze SPD/Parteifreie: 7 Sitze

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Markus Huber.

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Huglfing von Süden Pfarrkirche St. Magnus Sebastianskapelle mit Rokoko-Stuckwerk Wallfahrtskirche St. Johann

Persönlichkeiten Waldemar von Knoeringen (* 6. Oktober 1906 im Gemeindeteil Rechetsberg; † 2. Juli 1971 in Bernried), Politiker Rita Modl (* 1983), Spieleautorin und Fotodesignerin, in Huglfing aufgewachsen Franz-Xaver Zeller (* 12. Juli 1989 in Huglfing), Schauspieler

Literatur Bernhard Maier: Huglfing im Wandel der Zeit. Gemeinde- und Hofgeschichte. Zusammengestellt von Bernhard Maier und dem Arbeitskreis Geschichte / Kultur der Dorferneuerung, Hrsg.: Gemeinde Huglfing 2005

Weblinks

Gemeinde Huglfing (PDF; 1,24 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Weilheim-Schongau Kategorie:Ersterwähnung 1030 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)