Kemeritz (oberfränkisch: KemmedsE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Kemeritz liegt in der Gemarkung Hutschdorf.

Geographie Das Dorf liegt am linken Ufer des Friesenbachs und ist weitgehend von Acker- und Grünland umgeben. Das Gelände steigt zu allen Seiten außer im Osten an. Im Nordosten heißt die Flur Leite. Die Kreisstraße KU 5 führt nach Partenfeld (1,2 km nordöstlich) bzw. nach Hutschdorf (0,9 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,3 km westlich), die südlich nach Hutschdorf zur KU 5 verläuft bzw. nördlich nach Windischenhaig.

Geschichte Der Ort wurde 1137 als „Chemerice“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt Kamerica (slaw. n. pl. für Kammern oder im übertragenen Sinne Kammergut) zugrunde. Der Ort hat den Charakter einer herrschaftlichen Plansiedelung des 10./11. Jahrhunderts. Es ist von einer (Zwangs-)Ansiedlung von Wenden auszugehen.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 74.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Kemeritz aus 11 Anwesen. Das Hochgericht übte das bayreuthische Stadtvogteiamt Kulmbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Kulmbach. Grundherren waren das Kastenamt Kulmbach (1 Hof, 1 Halbhof, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein, 1 Tropfgütlein, 1 Tropfhaus), das Kanzleilehen (1 Halbgütlein, 1 Söldengut, 1 Söldengütlein), der bambergische Langheimer Amtshof (1 Hof) und das Rittergut Schmeilsdorf (1 Tropfgütlein).R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 607f.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Kulmbach. Mit dem Gemeindeedikt wurde Kemeritz 1811 dem Steuerdistrikt Hutschdorf und 1812 der Ruralgemeinde Hutschdorf zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 755f. Am 1. Januar 1972 wurde Kemeritz im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 65 72 85 86 93 69 64 111 73 56 60HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 13 14 14 12 13 14 17Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 725.

Religion Kemeritz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannes der Täufer (Hutschdorf) gepfarrt.

Literatur

Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Ort im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1137 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft