Hörlinreuth (oberfränkisch: Heala-raidE. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 200. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „heʳlaraid“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Thurnau im Landkreis Kulmbach (Oberfranken, Bayern). Hörlinreuth liegt in der Gemarkung Limmersdorf II.
Geographie Der Weiler liegt auf einem Hochplateau bestehend aus Acker- und Grünland, das allseits von Wald umgeben wird. Im Westen wird das Waldgebiet Schützenholz genannt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2189 bei Neuwirthshaus (1 km südlich) bzw. nach Katzenlohe (0,4 km nördlich).
Geschichte 1292 wurde der Ort als „Herlangeruth“ erstmals urkundlich erwähnt, 1307 als „Erlangenreuth“. Der Ortsname bedeutet Rodung an einem mit Erlen bewachsenen eingefriedeten Grasplatz. Der Ort unterstand den Förtsch von Thurnau. 1307 kam es zur Verpfändung an die Burggrafschaft Nürnberg, die aber bald wieder wegen Protests des Bamberger Bischofs Wulfing rückgängig gemacht werden musste, da dem Hochstift Bamberg die Lehnsherrschaft oblag. Mit dem Aussterben des Geschlechts Förtsch im 1565 fielen deren Ansprüche an die Herren von Giech.E. F. v. Guttenberg: Land- und Stadtkreis Kulmbach, S. 63f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hörlinreuth aus 5 Anwesen (1 Hof, 1 Dreiviertelhof, 1 Viertelhof, 2 Sölden). Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen übte das Giech’sche Amt Thurnau aus.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 603f.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Patrimonialgericht Thurnau. Mit dem Gemeindeedikt wurde Hörlinreuth 1812 dem Steuerdistrikt Thurnau und 1818 der Ruralgemeinde Limmersdorf zugewiesen.R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 762. Am 1. Mai 1978 wurde diese im Zuge der Gebietsreform in Bayern in den Markt Thurnau eingegliedert.
Baudenkmal Haus Nr. 5: Wohnstallhaus Haus Nr. 6: Wohnstallhaus Grenzstein
Einwohnerentwicklung Jahr 1809 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 36 40 46 36 41 40 25 37 26 28 28HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 5 6 6 6 6 6 7Quelle R. Barth: Kulmbach: Stadt und Altlandkreis, S. 728.
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und ist nach St. Johannes der Täufer (Hutschdorf) gepfarrt.
Literatur
Thomas Münch: Der Markt Thurnau mit seinen Ortsteilen. Geiger, Horb am Neckar 1993, ISBN 3-89264-785-2
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Thurnau Kategorie:Weiler im Landkreis Kulmbach Kategorie:Ersterwähnung 1292