Stefania Katarzyna Łukowicz-Mokwa (* 13. Dezember 1892 in Adelaide, Australien; † 3. März 1975 in Sopot, Polen) war eine polnische Violinistin.
Leben Stefania Łukowicz-Mokwa war die Tochter des Arztes Marcel Łukowicz und der Catharine Lacey. Ihr Vater stammte aus Chojnice in Pommern und lebte seit 1889 in Australien. Ihre Mutter war irischer Herkunft. Die Familie hatte noch eine jüngere Tochter, Maria Leocadia (1894–1917).
Schon in der Kindheit zeigte sich Łukowicz-Mokwas musikalisches Talent, und bald gab sie öffentliche Vorstellungen mit der Violine. Sie spielte vor dem polnischen Pianisten und Komponisten Ignacy Jan Paderewski, der ihren Vater überzeugte, sie in Europa zur Musikerin ausbilden zu lassen. In Berlin nahm sie Privatunterricht bei Joseph Joachim und war während des Ersten Weltkriegs bis 1917 Studentin von Issay Barmas am Berliner Klindworth-Scharwenka-Konservatorium. Zu dieser Zeit begegnete sie dem kaschubischen Maler Marian Mokwa und verlobte sich mit ihm.
In den Jahren 1917–1919 gab Łukowicz-Mokwa eine Reihe von Konzerten in Pommern, auch um die nationale Bewegung im wieder entstehenden Polen zu unterstützen. 1919 kehrte die Musikerin nach Australien zurück. In den folgenden zwei Jahren unternahm sie Tourneen als Solistin, gab Konzerte in Sydney und anderen großen Städten des Landes, trat aber auch in Indien, Ceylon, England, Frankreich, Italien und Deutschland auf. 1921 entschied sich die Familie zur Rückkehr nach Europa, wo sie sich in Zoppot (Sopot) niederließ. Das Seebad gehörte seit 1920 zur Freien Stadt Danzig. Ihr Vater errichtete dort die „Villa Adelaide“ in der Kollathstraße und war eine Zeitlang als Konsul tätig.
Am 11. Juli 1922 heiratete die Künstlerin ihren Verlobten, den Maler Marian Mokwa, der sich ebenfalls in Zoppot niedergelassen hatte. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und zwei Töchter und lebte in der von Łukowicz-Mokwas Vater errichteten Villa am Ortsrand von Zoppot. Sie gab weiterhin Konzerte, vor allem im Rahmen von Wohltätigkeitsveranstaltungen. 1925 trat sie unter der Leitung von Jan Niwiński mit dem neu gegründeten Sinfonieorchester der Polnischen Gesellschaft für Musik in Danzig auf.
In den 1930er Jahren bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war die Musikerin auch als Sprachlehrerin tätig. Sie sprach neben Polnisch fließend Deutsch, Englisch und Französisch. Sie unterrichtete Englisch an höheren, Handels- und Berufsschulen in Danzig und im benachbarten polnischen Gdynia. Während des Zweiten Weltkriegs, im der Zeit der deutschen Besatzung und Annexion Danzigs an das Deutsche Reich, musste die Familie in das Kellergeschoss ihres Hauses umziehen und Putz- und Heizdienste für deutsche Beamte leisten, die die oberen Stockwerke in Beschlag nahmen.
Nach Kriegsende und der Angliederung des ehemaligen Freistaats an die Volksrepublik Polen konzertierte Łukowicz-Mokwa eine Zeitlang am Theater in Sopot und beschränkte sich dann auf Kammerkonzerte. Sie unterstützte die künstlerische Tätigkeit ihres Mannes, der sie um zwölf Jahre überlebte.
Siehe auch Marian Mokwa (1889–1987), Maler in Sopot
Literatur Gabriela Danielewicz, Maria Koprowska, Miroslawa Walicka: Polki w Wolnym Miescie Gdańsku. Gdańsk 1985 Józef Golec: Sopocki album biograficzny. Offsetdruk i Media, Cieszyn 2008, S. 154–155 (mit Fotografie) Marzena Kaliszczyk: Polskie Szkoly Handlowe w Wolnym Miescie Gdańsku. Gdańsk 1988 Henryk Stepniak: Ludnosc polska w Wolnym Miescie Gdańsku. Gdańsk 1991 Ewa Czerniakowska: Maksymilian Karol Marceli Łukowicz. In: Stanislawa Gierszewskiego (Hrsg.): Słownik biograficzny Pomorza Nadwiślańskiego, Band III: L–P (Hrsg. Zbigniewa Nowaka). Gdańskie Towarzystwo Naukowe, Uniwersytet Gdański, Gdańsk 1997, S. 123
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