mini|alt=|Sandra Becker, 2023 Sandra Becker (* 1967 in Freiburg im Breisgau) ist eine in Berlin lebende deutsche Videokünstlerin, die auch unter dem Künstlernamen sandrabecker01 ausstellt.

Leben und Wirken Sandra Becker ist die Tochter des Diplomaten Volkmar Becker und der Richterin Gisela Maria Becker. In Königswinter besuchte sie zunächst die Grundschule und nach einer Zeit in der Türkei, wo ihr Vater an der deutschen Botschaft in Ankara tätig war, das Gymnasium am Petersberg. 1979 zog sie mit ihrer Familie nach Südamerika und besuchte in Lima das Colegio Alexander von Humboldt. 1982 wechselte sie auf das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Bad Godesberg und legte dort 1986 ihr Abitur ab. Bei ihren Auslandsaufenthalten lernte sie Türkisch und Spanisch.

1987 arbeitete Becker in New York als Assistant Lighting Designer von Giles Hogya am Jean Cocteau Repertory Theatre an der Bowery Street. Zwischen 1987 und 1989 folgten Studien an der Universität Hamburg und der Universität Stuttgart in Philosophie und Architektur sowie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Auf Einladung des Central St. Martins College London ging sie 1989 nach London und schloss ihr Studium dort 1991 als Theatre Designer (Three Dimensional Design) an der Fakultät Fine Arts mit dem Bachelor of Arts (hons) ab.

Anschließend ging sie zurück nach Deutschland und arbeitete als Designerin am Staatstheater Mainz. 1992 setzte sie ihr Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei Valie Export in Visueller Kommunikation fort. 1993 folgte eine Einladung der Russischen Kunstakademie nach Sankt Petersburg. Im selben Jahr verfasste sie ihre Diplomarbeit, in der sie sich mit dem Thema „Ankunft und Abfahrt“ auseinandersetzte. Es folgte ein Meisterschülerstudium in Experimenteller Filmgestaltung bei Heinz Emigholz, welches sie 1995 mit dem 16-mm-Film „Warteraum“ abschloss. Sie erhielt das Nachwuchsförderungsstipendium des Berliner Kultursenats und das DAAD-Stipendium nach New York. 2003 war sie im Leitungsteam der Bühnenwerkstatt am Bauhaus Dessau.

Danach arbeitete Becker als Dozentin und war von 2007 bis 2009 Gastprofessorin für künstlerische Transformationsprozesse an der Universität der Künste Berlin. Dort war sie Teil eines Teams von elf Professorinnen, die in gemeinsamer Arbeit das künstlerische Projekt „Stille Post“ auf die Hochschullehre übertrugen. Es wird bis heute in der Didaktik gelehrt. Sie war von 2013 bis 2020 Co-Leiterin der Medienwerkstatt im Kulturwerk des BBK Berlin.

2015 war sie Gastprofessorin in Brasilien an der Universidade Federal do Rio Grande do Sul (UFRGS). Sie lehrt darüber hinaus an der Freien Universität Berlin und war von Sommer 2019 bis Mitte 2020 Dozentin für Medieninformatik am Lette-Verein sowie seit Anfang 2020 Dozentin für App-Design und für Web-Entwicklung an der School of Management and Technology der Steinbeis-Hochschule Berlin.

Becker ist mit ihren Arbeiten unter anderem in der Sammlung des Staatlichen Museums Majdanek in Lublin (Polen), im Euro Theater Central Bonn, im Museum MARGS und in der internationalen Sammlung des Neuen Berliner Kunstvereins vertreten. Sie ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund und seit September 2021 Teil des Vorstands.

Ausstellungen (Auswahl) mini|Ausstellung Social dissolve mini|Ausstellung Social dissolve mini|Ausstellung Social dissolve mini|Analoges + digitales Buch mit RFID

Einzelausstellungen 1996: Zwischenräume, Foto- und Videoarbeiten, Kunstverein Würzburg 1997: Architektur der Zeit, Dogenhaus Galerie Leipzig/Berlin 2002: der digitale Körper, Galerie Adlergasse, Dresden 2002: janeinneinja, MAE Galerie Irene Eikmeier, Berlin 2005: Videopräsentation im Atelier, Museum Centro Cultural Andratx, Spanien 2005: Schnittstelle, MAE Galerie Irene Eikmeier, Berlin 2005: 11th Edition, netfilmmakers, Kopenhagen 2011: Phänomene der Zeitlichkeit, Fototriennale Hamburg, Galerie Kammer 2011: höhen+++tiefen, Videoarbeiten, Kunst- und Medienzentrum Adlershof 2014: Social Dissolve, Goethe-Institut Porto Alegre, BrasilienDas Werk selbst ist eine interaktive Medieninstallation, die über nachfolgenden Link im Internet abgerufen werden kann. 2022: Fantasy, Galerie Helfrich Berlin 2024: Nebelzeiten, FATart, Schaffhausen

Gruppenausstellungen 1996: Forum Berlin, Ausstellung Kulturforum und Stiftung Starke, Berlin, Gruppenausstellung 1997: 3rd International Exhibition of Women’s Art, SOHO 20 Gallery, New York, Gruppenausstellung 1998: Body of the message, mit Daniel Pflumm, Joachim Blank und Karl Heinz Jeron, Neuer Berliner Kunstverein 2001: New Video from Berlin, Institute of Contemporary Arts (ICA), London 2001: Urban nomads, mit Christine Hill, Daniel Pflumm, Pia Greschner u. a., SLG South London Gallery in Kooperation mit dem Goethe-Institut 2002: utopian traffic, Kunst im öffentl. Raum, Symposium Citybrache Dresden 2003: Performancekörper-Stadt, Stiftung Bauhaus Dessau 2005: circa Berlin, Nikolaj Copenhagen Contemporary Art Center 2006: Stille Post, Galerie der Karl Hofer Gesellschaftudk-berlin.de, Katalog zum Ausstellungsprojekt Stille Post 2006: panta rhei, Brückeninstallation, 48 Stunden Neuköllnsandrabecker011, panta rhei 2007: Clips, Galerie Nord, Kunstverein Tiergarten und Galerie HO Marseille 2007: Strictly Berlin 007, Galerie der Künste Berlin 2008: red, Festival Traverse Video Toulouse 2008: hello neighbor, Brooklyn Gallery, New York 2008: Frauen bei Olympia, Frauenmuseum Bonnsandrabecker01, Frauen bei Olympia 2008: Prototypisieren, Messe für Kunst und Theorie Bremen 2009: Künstlerbücher aus Berlin, Ausstellungsräume auf der Lyss, Basel 2011: Arm aber sexy, Atelierhaus Aachen, mit Grußwort von Klaus Wowereit 2012: Künstler der Stiftung Starke, Löwenpalais, Berlin 2013: sehen und gesehen werden, Medienfassade HTW 2013: Muster – Patterns, Haus Schwarzenberg Berlinhaus-schwarzenberg.org, sandrabecker01 2017: Fragmentierte Erzählungen: Berlin-Sofia, Museum für Geschichte und Goethe-Institut Sofia 2018: Zeitverschiebung – Posun v čase, Bauakademie Prag 2019: Techne, Paço Municipal, Porto Alegre, BR (Kuratorium) 2020: The Wind, Gangneung Arts Center, SüdkoreaSeoul Art Guide: 전시상세정보. 2020 강릉아트센터 초대 난설헌국제교류 10주년 특별:The wind전 Abgerufen am 26. April 2021 (koreanisch). 2020/2021: ME + YOU = TOGETHER WE, Museum Reinickendorf, BerlinME + YOU = TOGETHER WE. Arbeiten von Sandra Becker – Simone Kornfeld – Ina Lindemann – Gerard Waskievitz. Abgerufen am 26. April 2021. 2021: Women in arts, 4. FATart Art Fair, Schaffhausen, Schweiz 2022: Fridges and Bridges, Galerie Michaela Helfrich, Berlin 2022: Irritation – Preview, Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin 2022: Zeitverschiebung – Posun v čase, Prag 2023: Irritation – The Art of getting lost, Vebikus Kunsthalle Schaffhausen 2023: Vibrant, Künstlerforum Bonn 2023: Irritation – Maximale ästhetische Verwirrung, Verein Berliner Künstler, Berlin 2025: The New You-We-Me, Verein Berliner Künstler, Berlin 2026: 100 Jahre Gedok Künste: Frauen – Netzwerk – Aktion, Frauenmuseum Bonn 2026: Faces & Masks, Nairobi Gallery, Nairobi

Messeteilnahmen 1999: Kunstmesse Ameryshow New York 1999: Kunstmesse Junge Liste Basel, Galerie Paula Böttcher 2013: Innovative Kunstmesse Contemporary Art Ruhr 2014/15: Medienkunstmesse Contemporary Art Ruhr 2014–2017: Kunstmesse Berliner Liste 2017: Medienkunstmesse Contemporary Art Ruhr 2021: FATart Fair, Schaffhausen 2022: FATart Fair, Schaffhausen 2023: FATart Fair, Schaffhausen

Arbeiten in Sammlungen (Auswahl) Survival, Fotografie, Staatliches Museum Majdanek, Lublin, Polen Cluster L8 und e1, Videofotografie, Stiftung Starke, Berlin Moonlight, DVD, Museum Centro Cultural Andratx, Spanien Cluster, Videofotografie, Baunetz-Online Berlin Videoarbeiten in der internationalen Sammlung des Neuen Berliner Kunstvereins Zeichnungen in der Graphothek Berlin

Preise 1996: Max-Ernst-Preis der Stadt Brühl 2000: DigitalArt-Preisträgerin im Bereich Movies 2006: Karl-Hofer-Preis für das Stille-Post-Projekt

Stipendien (Auswahl) 1993: Stipendiatin der Akademie der Künste der UdSSR in Leningrad 1997: DAAD-Stipendium New York 2002: Atelierprogramm point B, Williamsbourgh, New York 2004: Atelierstipendium Museum Centro Cultural Andratx, Spanien 2005: Stipendium der Käthe Dorsch und Agnes Straub Stiftung 2005: Artist in Residence, Association Saint Henri, Frankreich 2010–2012: Stipendium Deutsche Künstlerhilfe des Bundespräsidenten 2014: Stipendiatin des Goethe-Instituts Porto Alegre, Brasilien

Projektförderungen 1994: Förderung durch das Künstlerinnenprogramm des Berliner Kultursenats 2004: Projektförderung der Notgemeinschaft der Deutschen Kunst e.V. 2003–2004: Förderung durch die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst 2006: EU-Förderung (Lokales Soziales Kapital) für den Dokumentarfilm „Lift01“ 2008: EU-Projektförderung für das Webportal „muetter-arbeiten-von-zuhause-aus“ ab 2013: Atelierförderung des Berliner Senats

Mitgliedschaften (Auswahl) seit 2006: geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Webgrrls.de 2013–2015: Delegierte, Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrats Gründerin der Künstlerinnengruppe NetzwerkvirusWebseite der Künstlerinnengruppe Netzwerkvirus seit 2021: Vorstandsmitglied im Deutschen Künstlerbund seit 2006: Mitglied im Verein Berliner Künstler Mitglied GEDOK Berlin Mitglied im BBK Berlin Mitglied im Kunstverein Biel

Literatur Marius Babias, Kathrin Becker, Sophie Goltz: Time pieces. Videokunst seit 1963, n.b.k. Berlin, Band 4, Walther-König-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86335-074-1. 2016 – 175 Jahre. Immer wieder zeitgenössisch. VBK, Berlin 2016, ISBN 978-3-9818399-1-3. Totalitär. Galerie VBK Berlin. Art In Flow Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-938457-30-6. Techne, Berlin – Porto Alegre. Verlag ARTINFLOW, Berlin 2019, ISBN 978-3-938457-37-5. Die Hälfte der Welt. Verein Berliner Künstler, Berlin 2019, ISBN 978-3-9818399-3-7. Zeitverschiebung. Verein Berliner Künstler – NSPU Prag, Prag, Berlin 2019, ISBN 978-3-9818399-2-0. Sex. Verein Berliner Künstler, Berlin 2019, ISBN 978-3-9818399-4-4. 4. FATart Fair. Women* in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen*. FATart, Schaffhausen 2021, ISBN 978-3-9525498-0-3. 5. FATart Fair. Women & FLINT in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINT. FATart, Schaffhausen 2022, ISBN 978-3-9525498-4-1. 6. FATart Fair. Women & FLINTA in arts. 100 zeitgenössische Künstlerinnen & FLINTA. FATart, Schaffhausen 2023, ISBN 978-3-9525498-5-8. Nebel Zeiten. Fog Times. FATart, Schaffhausen 2025, ISBN 978-3-9525498-7-2.

Weblinks

Website von Sandra Becker

Sandra Becker auf der Website der Universität der Künste Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Videokünstler (Deutschland) Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Steinbeis-Hochschule Berlin) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau